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Medizin

01. März 2020 Änderung Impfrecht: Ab 1. März dürfen alle Ärzte Schutzimpfungen durchführen

Ab dem 1. März 2020 dürfen alle Ärzte Schutzimpfungen durchführen, und das unabhängig von ihrer fachärztlichen Tätigkeit (1). Ziel dieser Gesetzesänderung ist es, jeden Arztbesuch als Impfanlass nutzen zu können, um die Impfquoten zu verbessern. In Deutschland sind die Impfquoten gerade bei Risikogruppen wie Personen mit angeborenem oder erworbenem Immundefekt bzw. Immunsuppression erschreckend gering. Damit mehr Patienten geimpft werden, ist gerade bei immunsupprimierten Patienten eine enge Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten notwendig. Den fachübergreifenden Austausch erleichtern zum Beispiel Services wie ein von Pfizer und Ärzten entwickelter Laufzettel, der Auskunft über den Impfstatus gibt.
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Immunsupprimierte Menschen sind besonders gefährdet für Erkrankungen verursacht durch Pneumokokken oder Meningokokken. Beispielsweise ist das Risiko für eine Pneumokokken-Infektion bei Personen mit rheumatischen Erkrankungen 2,6-mal so hoch, bei Krebserkrankten 3,5-mal so hoch, bei HIV-Infizierten 3,6-mal so hoch und bei Niereninsuffizienten 5,4-mal so hoch wie bei gesunden Personen (2). Aufgrund dieser erhöhten Anfälligkeit für Infektionskrankheiten empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für Personen mit angeborenem oder erworbenem Immundefekt bzw. Immunsuppression die sequenzielle Pneumokokken-Impfung mit dem 13-valenten Konjugatimpfstoff Prevenar 13® (PCV13) gefolgt von einem 23-valenten Polysaccharidimpfstoff (PPSV23) (3). Zur Prophylaxe gegen Meningokokken befürwortet die STIKO Impfstoffe wie Trumenba® (MenB) und Nimenrix® (MenACWY) als Indikationsimpfung bei Immunsuppression und anderen Konstellationen (3).
 
Trotz klarer Empfehlungen sind die Impfquoten für die Indikationsimpfung auf einem äußerst niedrigen Niveau: Lediglich 4,4 % der immunsupprimierten Patienten erhalten innerhalb von 2 Jahren nach ihrer Diagnose eine Pneumokokken-Impfung (4).
 
„Universelles Impfen“ für Fachärzte erlaubt
 
Die Änderung des Infektionsschutzgesetzes bietet eine Möglichkeit, die Impfquoten in Deutschland deutlich zu verbessern (1). Unter anderem hebt das Gesetz die bisherige Einschränkung von Fachärzten auf, nur in ihrem Tätigkeitsbereich impfen zu dürfen. Fachärzte können ab März jeden Patientenkontakt nutzen, um Schutzimpfungen – beispielsweise gegen Masern, Grippe, Pneumokokken oder Meningokokken – durchzuführen. Der Facharzt stellt in der Regel die Diagnose und verordnet die immunsuppressive Therapie. Dementsprechend kann er den optimalen Impfzeitpunkt planen. So können eventuell vorhandene Impfbarrieren bei der Primärversorgung wie Verunsicherungen oder eine generelle Zurückhaltung aufgrund komplexer Impfschemata sowie Behandlungsstrategien vermieden werden.
 
Laufzettel vereinfacht Kommunikation zwischen Fach- und Hausärzten
 

Für eine koordinierte Versorgung von immundefizienten Patienten hat Pfizer zusammen mit Ärzten einen Laufzettel für die direkte Patientenkommunikation entwickelt. Auf dem Laufzettel kann der Patient beim Facharzt Diagnose, Therapie und Indikationsimpfungen eintragen lassen. Fehlende Impfungen sind sofort ersichtlich und auch, wer diese nachholt. Ein fachübergreifender Informationsaustausch sowie geregelte Verantwortlichkeiten sind dadurch gewährleistet. Der Laufzettel kann unter https://www.pfizerpro.de/support/material-ordering heruntergeladen werden.

Quelle: Pfizer

Literatur:

(1) Bundesministerium für Gesundheit. Entwurf eines Gesetzes für den Schutz vor Masern und zur Stärkung der Impfprävention (Masernschutzgesetz). 20. Dezember 2019; https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/M/Masernschutzgesetz-RefE.pdf, letzter Abruf 13.02.2020.
(2) Pelton S et al. BMC Infect. Dis 2015; 15: 470.
(3) Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 22. August 2019 / Nr. 34.
(4) Kossack N, Schmedt N, 24. Jahrestagung der GAA, Pneumokokkenimpfraten bei immungeschwächten Patienten in Deutschland, Abstract 100, 30.11.2017 Erfurt.


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