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Medizin

07. September 2017
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Afamin-Messung: Geeignetes Frühwarnsystem für den Typ-2-Diabetes

Eine erhöhte Konzentration des Glykoproteins Afamin geht mit einem erhöhten Risiko einher, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Das belegt eine neue Untersuchung von Forschern der Sektion für Genetische Epidemiologie an der Medizinischen Universität Innsbruck. Sie haben das Protein in den vergangenen sieben Jahren bei mehr als 20.000 Menschen aus acht prospektiven Studien gemessen und den Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes, Prädiabetes und Insulinresistenz analysiert.
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Fachinformation
Einem Team um den Innsbrucker Forscher Florian Kronenberg ist es mittels umfangreicher Messungen in gut charakterisierten Personen aus mehreren prospektiven Kohortenstudien gelungen, einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Afamin und Typ-2-Diabetes herzustellen. Auch die Verbindung von Afamin mit Prädiabetes und Insulinresistenz konnte nachgewiesen werden. Damit wird ein wichtiger Funktionsbereich dieses bis heute noch relativ unbekannten multifunktionellen Glykoproteins beleuchtet und seine Rolle als Biomarker für Typ-2-Diabetes untermauert.
 
Die soeben im Journal Diabetes Care veröffentlichten Erkenntnisse basieren auf direkt in Innsbruck durchgeführten Afamin-Messungen und der Analyse von Daten aus insgesamt acht prospektiven Kohorten-Studien im Rahmen einer internationalen Kooperation. „Schon lange vor der Manifestation eines Typ-2-Diabetes können erhöhte Afamin Konzentrationen im Blut gefunden werden. Eine Person, deren Afamin-Konzentration um 10 mg/L höher ist als die einer vergleichbaren anderen Person, hat ein um etwa 30% höheres Risiko, im Lauf der nachfolgenden Jahre einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Das Bemerkenswerte dabei ist, dass diese Vorhersage neben dem Alter und Geschlecht, auch unabhängig von bekannten Risikoparametern wie HDL Cholesterin, Triglyzeriden, Body-Mass-Index, Bluthochdruck, einer familiären Häufung von Diabetes-Fällen, aber vor allem einer erhöhten Glukosekonzentration ist. Diese Ergebnisse können als klinisch äußerst bedeutsam angesehen werden, da sie auch zu einer genaueren Einordung in Risikoklassen beitragen“, berichtet Erstautorin Barbara Kollerits, die für die statistische Modellierung der Daten verantwortlich ist und mit ihren KollegInnen zu einer der wenigen und weltweit führenden Afamin-Forschungsgruppen gehört.
 
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