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Medizin

24. Juli 2019 Aktuelle Hitzewelle macht den Menschen zu schaffen

Die nächste Hitzewelle in diesem Jahr rollt, so auch über Hannover. „Weniger Menschen als befürchtet mussten bislang in unserer Zentralen Notaufnahme behandelt werden“, sagte am Mittwochnachmittag Christoph Duesberg, der Leiter des internistischen Bereichs der Notaufnahme der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Bei Spitzentemperaturen von bis zu 36 Grad Celsius waren bis zum Nachmittag nur 10 Patienten mit hitzebedingten Erkrankungen in die Notaufnahme eingeliefert worden. Doch „ohnehin schon schwer kranke Patienten haben durch die Hitze noch mehr zu leiden“, berichtet der Leiter des internistischen Bereichs der MHH-Notaufnahme, Christoph Duesberg.
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Darunter seien sehr viele ältere Menschen mit bestehenden Erkrankungen wie Diabetes, neurologische Beschwerden oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Die häufigsten Erkrankungen, die diese Patienten im Laufe von derartigen Hitzewellen zusätzlich erleiden, sind schwere Elektrolytstörungen, akutes Nierenversagen, Magen- und Darminfektionen oder Lungeninfektionen“, erläutert der Internist. Die Zentrale Notaufnahme der MHH sei gut für den Andrang gerüstet.

Ausreichend trinken

„Das A und O bei diesem Wetter ist, ausreichend zu trinken“, betont Duesberg. „Beim Schwitzen, aber auch beim Atmen und über die Nieren sowie den Darm verliert unser Köper Wasser. Das müssen wir wieder zufügen. Reicht es an normalen Tagen aus 1,5 bis 2 Liter Wasser zu trinken, sollten es bei der Hitze mindestens 3 Liter sein“, empfiehlt er. „Wer zu wenig trinkt, wird schneller müde, kann sich schlechter konzentrieren – Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe oder auch Verdauungsprobleme sind Anzeichen dafür, dass Sie zu wenig getrunken haben“, erklärt der Arzt. Schlimmstenfalls könne es unter Umständen zu Herzrhythmusstörungen, Kreislaufkollaps oder einem Hitzschlag kommen.

Auf Menschen in Pflegeheimen besonders achten

Ältere Menschen sollten darauf achten, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, auch wenn sie keinen Durst verspüren. Besonders bei Menschen in Pflegeheimen oder häuslicher Pflege müssten die Pflegekräfte oder Angehörigen Obacht geben, dass die Flüssigkeitszufuhr stimmt. „Soll ein Patient aus medizinischen Gründen eigentlich nur weniger trinken, so ist mit dem behandelnden Arzt unbedingt abzuklären, ob das auch für solch heiße Tage wie im Moment gilt“, rät Duesberg.

Und hier noch ein paar Tipps für die heißen Tage:

1. Lauwarme Getränke sind besser für den Körper als eisgekühlte. Der erste Schluck eiskaltes Wasser kühlt zwar im Mund, doch der Köper rebelliert: Unser Wärmeregulationssystem im Körper ist darauf bedacht, unseren Körper konstant auf 37 Grad Celsius zu halten. Trinken wir Eiskaltes, schmeißt der Körper die „Heizung“ an, um wieder auf 37 Grad zu kommen. Das empfinden wir dann wie eine Hitzewelle, die durch den Körper strömt.

2. Das Richtige trinken ist jetzt angesagt. Alkohol und Kaffee belasten bei Hitze den Kreislauf über Gebühr. Wasser, Schorlen und Früchtetees löschen den Durst, ohne den Körper zu belasten. Und auch Melonen eignen sich, um den Wasserhaushalt auf Vordermann zu bringen.

3. Sportliche Aktivitäten und körperliche Anstrengungen sollten Sie bei Hitze möglichst in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegen. Dazu gehören nicht nur Joggen oder Tennisspielen. Auch Rasenmähen oder schwere Gartenarbeit sollten Sie bei großer Hitze verschieben.

4. Sonnenschutz ist angesagt. Tragen Sie leichte Kleidung und gegen die direkte Sonneneinstrahlung einen Hut oder eine Kappe. Und falls Sie im Freien unterwegs sind, denken Sie an Sonnencreme.

Quelle: Medizinische Hochschule Hannover


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