Mittwoch, 21. August 2019
Navigation öffnen

Medizin

13. September 2012 Aktuelle Publikation zu Certolizumab Pegol zeigt Relevanz des klinischen Ansprechens innerhalb von 12 Wochen bei RA

Die aktuelle Publikation einer Post-hoc-Analyse der RAPID 1-Studie im Journal of Rheumatology (1) zeigt die Bedeutung einer schnellen DAS28-Verbesserung innerhalb von 12 Wochen mit dem PEGylierten anti-TNF Certolizumab Pegol auf: Etwa 87% der Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) erreichten der posthoc Analyse zufolge unter Therapie mit Certolizumab Pegol eine DAS28-Verbesserung von mindestens 1,2 Punkten innerhalb von 12 Wochen (1). Für die circa 13% der Patienten, auf die das nicht zutraf, bestand eine nur geringe Wahrscheinlichkeit für eine niedrige Krankheitsaktivität (DAS28 < 3,2) zu Woche 52 (1). Die praktische Konsequenz aus diesen Daten ist, dass mit Certolizumab Pegol eine zuverlässige Therapieentscheidung nach 12 Wochen getroffen werden kann. Vergleichbare Studiendaten anderer Biologika zur Entscheidung über die Fortführung der Therapie nach 12 Wochen sind bislang nicht bekannt.

Anzeige:

Die aktuell publizierten Daten dieser Post-hoc-Analyse der RAPID 1-Studie im Journal of Rheumatology zu Certolizumab Pegol (Cimzia®) stehen im Einklang mit früheren Studiendaten von Aletaha D et al. (2), welche die Relevanz des Ansprechens zu Woche 12 für die langfristige Prognose bei einer RA-Therapie mit TNF-alfa-Inhibitoren aufzeigten: Für einen Großteil der Patienten war in dieser Untersuchung das Therapieansprechen innerhalb der ersten 12 Wochen stark prädiktiv für den Therapieerfolg nach einem Jahr (2). Auch aufgrund dieser Erkenntnisse betonen die EULAR-Empfehlungen sowie das Treat-to-Target-Konzept den Zeitrahmen von 12 Wochen als entscheidend für die erste Bewertung des klinischen Ansprechens (3, 4). Des Weiteren sollte gemäß den internationalen Therapieempfehlungen die Entscheidung über die Fortführung einer gewählten Therapiestrategie bei RA innerhalb von 12 Wochen getroffen werden (3).

In der RAPID 1 Post-hoc-Analyse zeigte sich, dass mit Certolizumab Pegol circa 87% der Patienten eine Verbesserung ihrer Krankheitsaktivität (definiert als DAS28-Verbesserung ≥ 1,2) innerhalb von 12 Wochen erzielten; für etwa 72% der Patienten traf dies bereits nach 6 Wochen zu. Von den 13% der Patienten, bei denen zu Woche 12 keine ausreichende DAS28-Verbesserung festzustellen war, erreichten nur 2% eine niedrige Krankheitsaktivität (DAS28 < 3,2) zu Woche 52 (1).

Die Ergebnisse der RAPID 1 Post-hoc-Analyse könnten folglich zur Optimierung des RA-Therapiemanagements beitragen: Unter Berücksichtigung der EULAR-Empfehlungen sollte die Therapie bei jenen anti-TNF-naiven Patienten, die zu Woche 12 eine DAS28-Verbesserung von weniger als 1,2 Punkten mit Certolizumab Pegol aufweisen, konsequent umgestellt werden. Ein Fortführen der Therapie würde hier nur bei einem sehr geringen Anteil der Patienten zum Erfolg führen.

Demgegenüber offenbart ein Blick auf Registerdaten, dass im klinischen Alltag häufig auch bei einem Nicht-Ansprechen zu Woche 12 noch weiterbehandelt wird. Eine Auswertung des niederländischen DREAM-Registers beispielsweise zeigte, dass unter einer Therapie mit den TNF-α-Inhibitoren Adalimumab, Etanercept oder Infliximab 56%der Patienten eine DAS28-Verbesserung ≥ 1,2 nach 12 Wochen erzielten. Bei fast allen (81%) Patienten ohne DAS28-Verbesserung ≥ 1,2 zu Woche 12 wurde die Therapie für weitere 12 Wochen fortgeführt (5). Nach Woche 24 wiesen jedoch nur 37% dieser Woche-12-Non-Responder eine DAS28-Verbesserung ≥ 1,2 auf, während also 63% weiterbehandelt wurden, ohne dass sich ihre Krankheitsaktivität klinisch relevant verringert hätte (5). Eine möglichst rasche Senkung der Krankheitsaktivität sorgt jedoch maßgeblich dafür, funktionelle Einschränkungen oder Gelenkdestruktionen langfristig zu vermeiden.

Literaturhinweise:
(1) van der Heijde D et al., J Rheumatol 2012; 39(7): 1326-33
(2) Aletaha D et al. Arthritis & Rheumatism 2007; 56(10): 3226-3235
(3) Smolen J et al. Ann Rheum Dis 2010;69(6):964-75
(4) Smolen J et al. Ann Rheum Dis (2010);69(4):631-7
(5) Kievit W et al. Ann Rheum Dis 2009;68(6):844-49

Quelle: UCB


Das könnte Sie auch interessieren

Rauchstopp lohnt sich – trotz zusätzlicher Kilos auf der Waage

Rauchstopp lohnt sich – trotz zusätzlicher Kilos auf der Waage
© Oleg / fotolia.com

Wer darüber nachdenkt, mit dem Rauchen aufzuhören, sollte sich von einer möglichen Gewichtszunahme nicht abhalten lassen. Denn obwohl auch Übergewicht mit Gesundheitsrisiken verbunden ist, überwiegt der gesundheitliche Nutzen durch einen Nikotinverzicht noch immer deutlich. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen US-Studie, die kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ erschienen ist. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) nimmt den Forschungsbericht zum Anlass, einmal mehr auf die...

Fleisch und Milchprodukte günstig, raffinierte Kohlenhydrate schlecht

Fleisch und Milchprodukte günstig, raffinierte Kohlenhydrate schlecht
© M.studio / fotolia.com

Eine Studie mit mehr als 218.000 Teilnehmern aus über 50 Ländern zeigt: Nicht nur Obst, Gemüse und Nüsse sind herzgesund und verlängern das Leben, sondern auch nicht-verarbeitetes Fleisch und Milchprodukte. Die konsumierte Menge raffinierter Kohlenhydrate sollte begrenzt werden. Diese Studienergebnisse dürfen allerdings nicht als Freibrief für exzessiven Konsum für Fleisch und fetten Käse gesehen werden, sondern als Plädoyer für eine ausgewogene Ernährung, sagen deutsche Kardiologen.

An die Leber denken und Experten befragen: Kostenfreie Telefonaktion zum Deutschen Lebertag am 20. November

An die Leber denken und Experten befragen: Kostenfreie Telefonaktion zum Deutschen Lebertag am 20. November
© ag visuell / Fotolia.com

Bei einer großen Telefonaktion am 18. Deutschen Lebertag, der unter dem Motto „An die Leber denken!“ steht, beantworten sechs erfahrene Ärzte alle Anrufer-Fragen rund um die Themen Leber, Lebergesundheit und Lebererkrankungen. Am Montag, 20. November 2017, sind die Leber-Spezialisten von 14:00 bis 16:00 Uhr unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 666 39 22 für jeden Interessierten und Betroffenen erreichbar. Mit diesem Angebot möchten die Ausrichter des 18. Deutschen Lebertages – Deutsche Leberstiftung, Deutsche Leberhilfe e. V. und Gastro-Liga e....

Neu aus dem ÄZQ: Patientenleitlinie "Kreuzschmerz"

Neu aus dem ÄZQ: Patientenleitlinie "Kreuzschmerz"
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Bettruhe, Bewegung oder Medikamente – welche Behandlung ist bei Beschwerden im Kreuz die richtige? Was Fachleute derzeit empfehlen, lesen Patientinnen und Patienten in der neuen ÄZQ-Patientenleitlinie "Kreuzschmerz". Jeder kennt Kreuzschmerzen. Oft sind sie harmlos und gehen von alleine weg. Die Schmerzen können aber auch länger andauern oder wiederkehren. Das kann belasten und im Alltag einschränken. Gegen die Schmerzen werden viele Behandlungen angeboten: einige helfen, andere nicht.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Aktuelle Publikation zu Certolizumab Pegol zeigt Relevanz des klinischen Ansprechens innerhalb von 12 Wochen bei RA"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.