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Medizin

25. Juni 2019 Experten-Tipps: Aktuelles zur Neuropathie vom Diabetes-Kongress

Neuropathien zählen zu den häufigsten und schwerwiegendsten Folgeerkrankungen des Diabetes. Etwa jeder dritte Diabetiker ist davon betroffen. Trotzdem werden sie meist zu spät erkannt und nicht behandelt. Anlässlich des Diabetes-Kongresses stellten Experten aktuelle Erkenntnisse über die diabetische Neuropathie vor.
Neuropathien zählen zu den häufigsten und schwerwiegendsten Folgeerkrankungen des Diabetes. Etwa jeder dritte Diabetiker ist davon betroffen. Trotzdem werden sie meist zu spät erkannt und nicht behandelt. Anlässlich des Diabetes-Kongresses stellten Experten aktuelle Erkenntnisse über die diabetische Neuropathie vor.

Bei Symptomen an den Füßen ist auch das Herz gefährdet!

Häufig liegt bei Patienten mit DSPN auch eine kardiale autonome Neuropathie (KAN) vor, von der etwa jeder fünfte Diabetiker betroffen ist. Beide Manifestationen können sich in frühen Stadien des Diabetes entwickeln und gehen mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität und einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko einher, erinnerte der Experte. „Dennoch wird das Neuropathie-Screening in der allgemeinmedizinischen Praxis nicht hinreichend in Anspruch genommen“, beklagte Ziegler mit Verweis auf die Ergebnisse der PROTECT-Studie der Nationalen Aufklärungsinitiative, an der 1.850 Personen mit oder ohne Diabetes teilnahmen: Fast 70% der Untersuchten mit Anzeichen für eine DSPN wussten nicht, dass sie eine Neuropathie haben (1). In einer aktuellen Nachbefragung (n=222) der PROTECT-Studie gaben mehr als 70 Prozent der von neuropathischen Symptomen betroffenen Teilnehmer an, dass sie keine Pharmakotherapie gegen ihre Beschwerden erhalten. „Daher ist von einer mangelnden Versorgung hinsichtlich der Therapie der Neuropathie auszugehen“, schlussfolgerte Ziegler und forderte effektivere Maßnahmen zur Behebung dieser Defizite.

Moderne Therapieoptionen: multikausal bis symptomatisch

Für die Therapie der Neuropathie empfiehlt Privat-Dozent Dr. med. Ovidiu Alin Stirban, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin – Endokrinologie & Diabetologie an der Schön Klinik Nürnberg Fürth eine multikausale Therapie nach dem 3-Säulen-Schema (2):
Erste und wichtigste Maßnahme ist danach eine Optimierung der Stoffwechseleinstellung, die auch eine Veränderung des Lebensstils beinhaltet (Säule 1). Ergänzend kommt die zweite Therapiesäule zum Tragen. Sie hat zum Ziel, sowohl die Pathomechanismen der Neuropathie als auch die Symptome zu behandeln. „Klinisch einsetzbar sind aktuell die Therapie mit dem Vitamin B1-Prodrug Benfotiamin und dem Antioxidanz Alpha-Liponsäure“, berichtete Stirban.

Vitamin B1-Mangel ausgleichen!

Die hoch bioverfügbare Vitamin B1-Vorstufe Benfotiamin gleicht einen Vitamin B1-Mangel aus, der bei vielen Diabetikern aufgrund renaler Verluste auftritt und Neuropathien auslösen oder verstärken kann (3). Das Provitamin verfügt über eine fünffach höhere Bioverfügbarkeit als herkömmliches Vitamin B1, kann dadurch einen Mangel nach oraler Gabe effektiv beheben, so diese Pathomechanismen hemmen und neuropathische Symptome lindern (4,5). Die dritte Therapiesäule bildet die rein symptomatische Therapie mit Antikonvulsiva, Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern oder Opioiden.

Das Kongress-Video und praxisrelevante Infos über die Diagnostik und moderne Therapie der Neuropathie finden Sie auf der Webseite der Nationalen Aufklärungsinitiative zur diabetischen Neuropathie „Diabetes! Hören Sie auf Ihre Füße?“

Quelle: Pressekonferenz „Aktuelles zur diabetischen Neuropathie“ am 29. Mai 2019 anlässlich des Diabetes-Kongresses 2019 in Berlin; Veranstalter: Nationale Aufklärungsinitiative zur diabetischen Neuropathie „Diabetes! Hören Sie auf Ihre Füße?“ und WÖRWAG Pharma

Literatur:

1. Ziegler D et al. Painful and painless neuropathies are distinct and largely undiagnosed entities in subjects participating in an educational initiative (PROTECT-Study). Diabetes Res Clin Pract. 2018;139:147-154
2. Stirban A et a. Diabetische Neuropathie – Update 2018. Diabetes-Congress-Report 5/2018; 12-18.
3. Thornalley PJ et al. High prevalence of low plasma thiamine concentration in diabetes linked to a marker of vascular disease. Diabetologia 2007; 50: 2164-2170
4. Schreeb et al. Comparative bioavailability of two vitamin B1 preparations: benfotiamine and thiamine mononitrate. Eur J Clin Pharmacol 1997, 52:319-320
5. Raj V et al. Therapeutic potential of benfotiamine and its molecular targets. Eur Rev Med Pharmacol Sci 2018; 22: 3261-3273


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