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Medizin

25. Februar 2013 Akupunktur lindert Beschwerden bei Heuschnupfen

Akupunktur lindert die Beschwerden, senkt den Gebrauch von Antihistaminika und verbessert die Lebensqualität bei Patienten mit saisonaler allergischer Rhinitis, dem sog. Heuschnupfen. Zu diesem Schluss kommt die am 19. Februar 2013 in der hochrangigen medizinischen Fachzeitschrift „Annals of Internal Medicine“ publizierte Studie ACUSAR (Acupuncture in Seasonal Allergic Rhinitis), die vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité - Universitätsmedizin Berlin (Prof. Dr. Benno Brinkhaus) geleitet bzw. koordiniert und in enger Kooperation mit der Klinik und Poliklinik für Dermatologie der Charité (Leiter Prof. Dr. T. Zuberbier) und der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein der TU München (Leiter Prof. Dr. Dr. J. Ring) durchgeführt wurde.
 

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Basistext

Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Studie war so angelegt, dass bei 422 Patienten mit Heuschnupfen, die auf Birken- und Gräserpollen allergisch reagierten, jeweils zwei Behandlungsverfahren miteinander verglichen wurden, tatsächliche, an den Akupunkturpunkten durchgeführte Nadeleinstiche und sog. „Sham-Akupunktur“, eine Art Placebobehandlung. Die Ergebnisse dieser Behandlungen wurden verglichen mit einer dritten Vergleichsgruppe, die zunächst nur antiallergische Medikamente (Antihistaminika) erhielten, acht Wochen später aber ebenfalls eine Akupunktur-Behandlung. Die Intensität der Heuschnupfenbeschwerden, Lebensqualität, Medikamentenverbrauch und eventuelle Nebenwirkungen wurden per Fragebögen und Tagebuch erfasst und ausgewertet.
 
„Das Ziel war eine wissenschaftliche Studie auf höchstem methodischem Niveau, in der die Wirksamkeit und Therapiesicherheit der Akupunktur bei Heuschnupfen und allergischen Beschwerden untersucht werden sollte. Mit einem für die Akupunktur so positiven Ergebnis hatten wir nicht gerechnet“, sagt Prof. Dr. Benno Brinkhaus, der Studienkoordinator aus der Charité - Universitätsmedizin Berlin.
 
Der positive Effekt der Akupunktur war in den ersten 8 Wochen im Jahr der Therapie zu beobachten. Ganz besonders interessant war jedoch, dass ein bleibender positiver Effekt auch ein Jahr später ohne weitere Akupunktur dokumentiert werden konnte. Allerdings waren nach 16 Wochen im ersten Jahr keine Unterschiede der Gruppen mehr feststellbar, wahrscheinlich weil die Pollensaison für die meisten Allergiker beendet war.
 
Brinkhaus, der seit 2010 den Kneipp-Stiftungslehrstuhl für Naturheilkunde inne hat und auch Leiter der Hochschulambulanz für Naturheilkunde an der Charité in Berlin Mitte ist, hat bereits mehrere Akupunkturstudien bei Heuschnupfen durchgeführt, die ebenfalls in internationalen Journals publiziert wurden.
 
Literaturhinweis:
B. Brinkhaus, M. Ortiz, C.M. Witt et al.
"Acupuncture in Patients With Seasonal Allergic Rhinitis. A Randomized Trial."
Ausgabe der Annals of Internal Medicine (volume 158) vom 19. Februar 2013.
http://annals.org/article.aspx?articleid=1583578

Quelle: Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Charité - Universitätsmedizin Berlin


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