Donnerstag, 27. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

30. März 2019 Akute Lungenembolie: Frühzeitige Krankenhausentlassung unter Rivaroxaban wirksam und sicher

Eine Studie, die auf dem 68. Jahreskongress des American College of Cardiology (ACC) in New Orleans präsentiert wurde, zeigt: Eine frühzeitige Krankenhausentlassung und Weiterbehandlung zuhause mit dem oralen Faktor-Xa-Inhibitor Rivaroxaban (Xarelto®) ist bei Patienten mit akuter Lungenembolie und niedrigem Risiko machbar, wirksam und sicher.
Die einarmige Phase-IV-Beobachtungsstudie HoT-PE untersuchte 525 Patienten über 3 Monate. Primärer Wirksamkeitsendpunkt waren Rezidive einer venösen Thromboembolie (VTE) oder Tod im Zusammenhang mit einer Lungenembolie. In der vorab geplanten Zwischenauswertung fanden sich Lungenembolierezidive bei 3 der 525 Patienten (0,6%). Es traten keine rezidivierende tiefe Venenthrombose und kein Tod im Zusammenhang mit einer Lungenembolie auf. Aufgrund dieser Daten wurde die Studie vorzeitig beendet. 7 Patienten mussten wegen erneuter Lungenembolie oder Blutungen wieder ins Krankenhaus aufgenommen werden.

Reduktion akuter Lungenembolien

Die akute Lungenembolie ist eine wesentliche Ursache kardiovaskulärer Todesfälle weltweit (1) und bedeutet für Patienten eine erhebliche Gefahr. Allerdings sind mindestens 95% der Patienten bei der Erstvorstellung hämodynamisch stabil und diejenigen, die bestimmte andere klinische Kriterien erfüllen, könnten für eine zügige Entlassung nach Hause besonders geeignet sein. Hierzu wurde in HoT-PE als Einschlusskriterium die mittels Bildgebung festgestellte Abwesenheit einer Dysfunktion des rechten Herzens sowie die Abwesenheit eines Hinweises auf Thromben im rechten Vorhof oder Ventrikel definiert. Die Identifizierung von Patienten, bei denen das Risiko gering genug ist, dass sie frühzeitig entlassen und zuhause mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln weiterbehandelt werden können, kann frühe Komplikationen im Zusammenhang mit dem Krankenhausaufenthalt minimieren (2) und auch die wirtschaftliche Belastung im Gesundheitswesen durch akute Lungenembolien reduzieren (3-5).

„Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen, dass durch die Anwendung einer bestimmten Kombination aus klinischen und funktionellen Parametern Patienten identifiziert werden können, die ein niedriges Risiko für Komplikationen aufgrund der Lungenembolie haben“, erklärte Professor Stavros V. Konstantinides, Mainz. „Diese Parameter sind wichtige Auswahlkriterien für Ärzte, diejenigen Patienten zu identifizieren, die für eine frühe Entlassung und Weiterbehandlung zuhause geeignet sind. Dadurch lassen sich Risiken für Komplikationen aufgrund des Klinikaufenthaltes vermindern und die knappen Mittel im Gesundheitswesen sinnvoll verwenden.“

Vermeidbare Kosten

In Kostenmodellen auf Basis der Inzidenz solcher Ereignisse bei Erwachsenen und der potentiellen Komplikationen bewegen sich die jährlichen Gesamtkosten im Zusammenhang mit venösen Thromboembolien (VTE) zwischen 13,5 und 69,3 Milliarden US-Dollar in den USA und zwischen 1,5 und 13,2 Milliarden Euro in der Europäischen Union. Die vermeidbaren Kosten liegen jeweils bei 39 Milliarden US-Dollar bzw. 7,3 Milliarden Euro (6,7). Eine Optimierung der Behandlung von Lungenembolien, einschließlich der sicheren Identifizierung von Patienten, für die eine frühe Krankenhausentlassung in Frage kommt, könnte weltweit einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Belastung durch VTE haben.
 

Quelle: Bayer

Literatur:

(1) Wendelboe AM, Raskob GE. Global Burden of Thrombosis: Epidemiologic Aspects. Circ Res 2016; 118(9):1 340-7.
(2) Conley J, O'Brien CW, Leff BA, Bolen S, Zulman D. Alternative Strategies to Inpatient Hospitalization for Acute Medical Conditions: A Systematic Review. JAMA Intern Med 2016; 176 (11): 1693-1702.
(3) Dasta JF, Pilon D, Mody SH, Lopatto J, Laliberte F, Germain G, Bookhart BK, Lefebvre P, Nutescu EA. Daily hospitalization costs in patients with deep vein thrombosis or pulmonary embolism treated with anticoagulant therapy. Thromb Res 2015; 135 (2): 303-10.
(4) Grosse SD, Nelson RE, Nyarko KA, Richardson LC, Raskob GE. The economic burden of incident venous thromboembolism in the United States: A review of estimated attributable healthcare costs. Thromb Res 2016; 137:3-10.
(5) Barco S, Woersching AL, Spyropoulos AC, Piovella F, Mahan CE. European Union-28: An annualised cost-of-illness model for venous thromboembolism. Thromb Haemost 2016; 115 (4): 800-8.
(6) Mahan CE, Borrego ME, Woersching AL, et al. Venous thromboembolism: annualised United States models for total, hospital-acquired and preventable costs utilising long-term attack rates. Thromb Haemost 2012; 108: 291-301.
(7) Barco S, Woersching AL, Spyropoulos AC, Piovella F, Mahan CE. European Union-28: An annualised cost-of-illness model for venous thromboembolism. Thromb Haemost 2016; 115 (4): 800-8.


Das könnte Sie auch interessieren

Wissen ist das beste Beruhigungsmittel – Das Blog zur Migräne- und Kopfschmerz-App M-sense

Wissen ist das beste Beruhigungsmittel – Das Blog zur Migräne- und Kopfschmerz-App M-sense
© Newsenselab GmbH

Nur wer die wesentlichen Vorgänge von Migräne- und Kopfschmerz-Attacken in seinem Körper versteht, erlangt genug Orientierung und Kompetenz im Umgang mit seiner Krankheit. Darum haben wir von der Migräne und Kopfschmerz-App M-sense ein Blog gestartet, in dem wir unsere Expertise teilen und diskutieren: von aktuellen Studien bis zur weiterführenden Link-Sammlung, von Erfahrungen, Rückschlägen und Hilfe. Doch vor allem möchten wir hier Wissen, Kompetenz und Verständnis vermitteln. Die M-sense-Nutzer sollen ebenfalls zu Wort kommen,...

Balance halten – Rücken stärken!

Balance halten – Rücken stärken!
© Aktion Gesunder Rücken e. V.

Am 15. März 2017 findet der 16. Tag der Rückengesundheit statt. Unter dem Motto „Balance halten – Rücken stärken!“ werden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen, Aktionen und Workshops angeboten. Organisiert wird der Aktionstag traditionell von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. und dem Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR) e. V. Eine ausgewogene Balance – sowohl körperlich als auch psychisch - ist von zentraler Bedeutung für die Rückengesundheit. Damit stellt der diesjährige Aktionstag ein wichtiges Thema...

Diabetiker sollten regelmäßig ihren Puls messen

Diabetiker sollten regelmäßig ihren Puls messen
© closeupimages / Fotolia.com

Oft werden Menschen von einem Schlaganfall getroffen, weil sie Vorhofflimmern haben, ohne es zu wissen. Vorhofflimmern tritt bei über der Hälfte aller Patienten ohne Symptome oder Beschwerden auf. Unbehandelt und ohne schützende Wirkung gerinnungshemmender Medikamente sind sie schutzlos dem Schlaganfall ausgesetzt. Jedes Jahr verursacht Vorhofflimmern etwa 30.000 Schlaganfälle. Vorhofflimmern ist auch eine häufige Herzrhythmusstörung bei Diabetikern, die Schätzungen zufolge ein um 34% erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern haben.

Nüsse sind kein Ersatz für die Darmspiegelung

Nüsse sind kein Ersatz für die Darmspiegelung
© fredredhat / Fotolia.com

Magen-Darm-Ärzte mahnen zur Vorsicht bei Meldungen über bestimmte Nahrungsmittel, die vor Krebs schützen sollen. „Öffentliche Erklärungen wie gerade mal wieder von Ernährungswissenschaftlern der Uni Jena über den Schutzmechanismus von Nüssen sind eher irreführend als hilfreich“, betont Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. „Auch Nusskonsumenten sind vor Darmkrebs nicht gefeit. Sicherheit bietet nur die Darmspiegelung.“

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Akute Lungenembolie: Frühzeitige Krankenhausentlassung unter Rivaroxaban wirksam und sicher "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.