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Medizin

30. März 2019 Akute Lungenembolie: Frühzeitige Krankenhausentlassung unter Rivaroxaban wirksam und sicher

Eine Studie, die auf dem 68. Jahreskongress des American College of Cardiology (ACC) in New Orleans präsentiert wurde, zeigt: Eine frühzeitige Krankenhausentlassung und Weiterbehandlung zuhause mit dem oralen Faktor-Xa-Inhibitor Rivaroxaban (Xarelto®) ist bei Patienten mit akuter Lungenembolie und niedrigem Risiko machbar, wirksam und sicher.
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Fachinformation
Die einarmige Phase-IV-Beobachtungsstudie HoT-PE untersuchte 525 Patienten über 3 Monate. Primärer Wirksamkeitsendpunkt waren Rezidive einer venösen Thromboembolie (VTE) oder Tod im Zusammenhang mit einer Lungenembolie. In der vorab geplanten Zwischenauswertung fanden sich Lungenembolierezidive bei 3 der 525 Patienten (0,6%). Es traten keine rezidivierende tiefe Venenthrombose und kein Tod im Zusammenhang mit einer Lungenembolie auf. Aufgrund dieser Daten wurde die Studie vorzeitig beendet. 7 Patienten mussten wegen erneuter Lungenembolie oder Blutungen wieder ins Krankenhaus aufgenommen werden.

Reduktion akuter Lungenembolien

Die akute Lungenembolie ist eine wesentliche Ursache kardiovaskulärer Todesfälle weltweit (1) und bedeutet für Patienten eine erhebliche Gefahr. Allerdings sind mindestens 95% der Patienten bei der Erstvorstellung hämodynamisch stabil und diejenigen, die bestimmte andere klinische Kriterien erfüllen, könnten für eine zügige Entlassung nach Hause besonders geeignet sein. Hierzu wurde in HoT-PE als Einschlusskriterium die mittels Bildgebung festgestellte Abwesenheit einer Dysfunktion des rechten Herzens sowie die Abwesenheit eines Hinweises auf Thromben im rechten Vorhof oder Ventrikel definiert. Die Identifizierung von Patienten, bei denen das Risiko gering genug ist, dass sie frühzeitig entlassen und zuhause mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln weiterbehandelt werden können, kann frühe Komplikationen im Zusammenhang mit dem Krankenhausaufenthalt minimieren (2) und auch die wirtschaftliche Belastung im Gesundheitswesen durch akute Lungenembolien reduzieren (3-5).

„Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen, dass durch die Anwendung einer bestimmten Kombination aus klinischen und funktionellen Parametern Patienten identifiziert werden können, die ein niedriges Risiko für Komplikationen aufgrund der Lungenembolie haben“, erklärte Professor Stavros V. Konstantinides, Mainz. „Diese Parameter sind wichtige Auswahlkriterien für Ärzte, diejenigen Patienten zu identifizieren, die für eine frühe Entlassung und Weiterbehandlung zuhause geeignet sind. Dadurch lassen sich Risiken für Komplikationen aufgrund des Klinikaufenthaltes vermindern und die knappen Mittel im Gesundheitswesen sinnvoll verwenden.“

Vermeidbare Kosten

In Kostenmodellen auf Basis der Inzidenz solcher Ereignisse bei Erwachsenen und der potentiellen Komplikationen bewegen sich die jährlichen Gesamtkosten im Zusammenhang mit venösen Thromboembolien (VTE) zwischen 13,5 und 69,3 Milliarden US-Dollar in den USA und zwischen 1,5 und 13,2 Milliarden Euro in der Europäischen Union. Die vermeidbaren Kosten liegen jeweils bei 39 Milliarden US-Dollar bzw. 7,3 Milliarden Euro (6,7). Eine Optimierung der Behandlung von Lungenembolien, einschließlich der sicheren Identifizierung von Patienten, für die eine frühe Krankenhausentlassung in Frage kommt, könnte weltweit einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Belastung durch VTE haben.
 

Quelle: Bayer

Literatur:

(1) Wendelboe AM, Raskob GE. Global Burden of Thrombosis: Epidemiologic Aspects. Circ Res 2016; 118(9):1 340-7.
(2) Conley J, O'Brien CW, Leff BA, Bolen S, Zulman D. Alternative Strategies to Inpatient Hospitalization for Acute Medical Conditions: A Systematic Review. JAMA Intern Med 2016; 176 (11): 1693-1702.
(3) Dasta JF, Pilon D, Mody SH, Lopatto J, Laliberte F, Germain G, Bookhart BK, Lefebvre P, Nutescu EA. Daily hospitalization costs in patients with deep vein thrombosis or pulmonary embolism treated with anticoagulant therapy. Thromb Res 2015; 135 (2): 303-10.
(4) Grosse SD, Nelson RE, Nyarko KA, Richardson LC, Raskob GE. The economic burden of incident venous thromboembolism in the United States: A review of estimated attributable healthcare costs. Thromb Res 2016; 137:3-10.
(5) Barco S, Woersching AL, Spyropoulos AC, Piovella F, Mahan CE. European Union-28: An annualised cost-of-illness model for venous thromboembolism. Thromb Haemost 2016; 115 (4): 800-8.
(6) Mahan CE, Borrego ME, Woersching AL, et al. Venous thromboembolism: annualised United States models for total, hospital-acquired and preventable costs utilising long-term attack rates. Thromb Haemost 2012; 108: 291-301.
(7) Barco S, Woersching AL, Spyropoulos AC, Piovella F, Mahan CE. European Union-28: An annualised cost-of-illness model for venous thromboembolism. Thromb Haemost 2016; 115 (4): 800-8.


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