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Medizin

15. März 2017 Alarmsignal Vorhofflimmern: Neue Orale Antikoagulantien erleichtern es, Schlaganfälle zu vermeiden

Vorhofflimmern tritt im Vorfeld etwa jedes fünften Schlaganfalls auf (1) und wird mit zunehmendem Alter immer häufiger. Zahlreiche Patienten mit Vorhofflimmern erhalten deshalb blutverdünnende Therapeutika zur Prävention eines Schlaganfalls. In einer Pressekonferenz äußerte sich ein Experte zu den Stärken und möglichen Verbesserungen dieser Behandlungsform.
PD Dr. Friedhelm Späh, Kardiologe am Helios Klinikum in Krefeld, wies in seinem Vortrag auf die besondere Relevanz der Therapietreue in diesem Indikationsfeld hin: „Wichtig ist die Motivation der Patienten, die Maßnahmen gegen einen drohenden Schlaganfall ernst zu nehmen. Therapietreue bedeutet ein längeres Leben!“ Da Vorhofflimmern in vielen Fällen die Lebensqualität kaum beeinträchtige, werde insbesondere die Langzeit-Medikation häufig vernachlässigt, erläuterte Späh. „Deshalb spreche ich bei jedem Patienten, dem ich einen Blutverdünner verordnet habe, bei jedem Kontakt diese Therapie an.“ So versuche er auch, die Einnahme der Tabletten mit alltäglichen Handlungen wie dem morgendlichen Kaffee- oder Teetrinken zu verknüpfen. Besondere Risikopatienten sind für ihn auch solche, die im höheren Lebensalter gering, aber stetig an Gewicht zunehmen.
 
Die Therapietreue werde auch durch die „Neuen Oralen Antikoagulantien (NOAK)“ wie z. B. Rivaroxaban (Xarelto®, Bayer AG, Leverkusen) wesentlich erleichtert, berichtete Späh aus seiner Praxis. „Hier ist zunächst die Einnahme und die Kontrolle der Gerinnungswerte gegenüber den Vitamin-K-Antagonisten wesentlich erleichtert. Dann entfallen zahlreiche Wechselwirkungen, darunter auch mit häufig verzehrten Gemüsesorten mit hohem Gehalt an Vitamin K wie etwa Spargel. Das dritte Argument ist die schnellere Ab- und Anflutungszeit, die das Bridging bei Operationen, auch beim Zahnarzt, praktikabler macht.“ Auf das bei allen blutverdünnenden Medikamenten zu kalkulierende Risiko von Blutungen geht Späh durch Dosierungsanpassungen ein: „Die Stuhlganghygiene bietet dem Patient selbst die Möglichkeit, bei Schwarzfärbung auf Blutungen zu schließen. Ich passe dann die Dosis an.“
 
Die Bayer-Kampagne „Rote Karte dem Schlaganfall“ setzt in diesem Jahr, dem sechsten ihres Bestehens, ebenfalls besonders auf die Information und Motivation zur Prävention von Vorhofflimmern. Dazu wird das online-Angebot – dem veränderten Informationsverhalten auch älteren Menschen folgend – um den Blog „Das rote Sofa“ erweitert. Hier können sich alle Betroffenen und Interessierten, auch Angehörige – zum Thema äußern, diskutieren und eigene Erfahrungen und hilfreiche Praxis-Tipps einstellen. Passende Expertenbeiträge runden dieses Angebot ab.
 
Dr. Jürgen Sartorius
 

Quelle: Pressekonferenz der Bayer AG am 08.03.17 in Leverkusen "Am Ball bleiben bei Vorhofflimmern mit ’Rote Karte dem Schlaganfall"

Literatur:

(1) Camm AJ, Kirchhof P, Lip GYH et al.
Europace. 2010 Oct;12(10):1360-420. doi: 10.1093/europace/euq350.
Guidelines for the management of atrial fibrillation: the Task Force for the Management of Atrial Fibrillation of the European Society of Cardiology (ESC).
https://academic.oup.com/europace/article-lookup/doi/10.1093/europace/euq350


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