Mittwoch, 21. August 2019
Navigation öffnen

Medizin

15. März 2017 Alarmsignal Vorhofflimmern: Neue Orale Antikoagulantien erleichtern es, Schlaganfälle zu vermeiden

Vorhofflimmern tritt im Vorfeld etwa jedes fünften Schlaganfalls auf (1) und wird mit zunehmendem Alter immer häufiger. Zahlreiche Patienten mit Vorhofflimmern erhalten deshalb blutverdünnende Therapeutika zur Prävention eines Schlaganfalls. In einer Pressekonferenz äußerte sich ein Experte zu den Stärken und möglichen Verbesserungen dieser Behandlungsform.
Anzeige:
PD Dr. Friedhelm Späh, Kardiologe am Helios Klinikum in Krefeld, wies in seinem Vortrag auf die besondere Relevanz der Therapietreue in diesem Indikationsfeld hin: „Wichtig ist die Motivation der Patienten, die Maßnahmen gegen einen drohenden Schlaganfall ernst zu nehmen. Therapietreue bedeutet ein längeres Leben!“ Da Vorhofflimmern in vielen Fällen die Lebensqualität kaum beeinträchtige, werde insbesondere die Langzeit-Medikation häufig vernachlässigt, erläuterte Späh. „Deshalb spreche ich bei jedem Patienten, dem ich einen Blutverdünner verordnet habe, bei jedem Kontakt diese Therapie an.“ So versuche er auch, die Einnahme der Tabletten mit alltäglichen Handlungen wie dem morgendlichen Kaffee- oder Teetrinken zu verknüpfen. Besondere Risikopatienten sind für ihn auch solche, die im höheren Lebensalter gering, aber stetig an Gewicht zunehmen.
 
Die Therapietreue werde auch durch die „Neuen Oralen Antikoagulantien (NOAK)“ wie z. B. Rivaroxaban (Xarelto®, Bayer AG, Leverkusen) wesentlich erleichtert, berichtete Späh aus seiner Praxis. „Hier ist zunächst die Einnahme und die Kontrolle der Gerinnungswerte gegenüber den Vitamin-K-Antagonisten wesentlich erleichtert. Dann entfallen zahlreiche Wechselwirkungen, darunter auch mit häufig verzehrten Gemüsesorten mit hohem Gehalt an Vitamin K wie etwa Spargel. Das dritte Argument ist die schnellere Ab- und Anflutungszeit, die das Bridging bei Operationen, auch beim Zahnarzt, praktikabler macht.“ Auf das bei allen blutverdünnenden Medikamenten zu kalkulierende Risiko von Blutungen geht Späh durch Dosierungsanpassungen ein: „Die Stuhlganghygiene bietet dem Patient selbst die Möglichkeit, bei Schwarzfärbung auf Blutungen zu schließen. Ich passe dann die Dosis an.“
 
Die Bayer-Kampagne „Rote Karte dem Schlaganfall“ setzt in diesem Jahr, dem sechsten ihres Bestehens, ebenfalls besonders auf die Information und Motivation zur Prävention von Vorhofflimmern. Dazu wird das online-Angebot – dem veränderten Informationsverhalten auch älteren Menschen folgend – um den Blog „Das rote Sofa“ erweitert. Hier können sich alle Betroffenen und Interessierten, auch Angehörige – zum Thema äußern, diskutieren und eigene Erfahrungen und hilfreiche Praxis-Tipps einstellen. Passende Expertenbeiträge runden dieses Angebot ab.
 
Dr. Jürgen Sartorius
 

Quelle: Pressekonferenz der Bayer AG am 08.03.17 in Leverkusen "Am Ball bleiben bei Vorhofflimmern mit ’Rote Karte dem Schlaganfall"

Literatur:

(1) Camm AJ, Kirchhof P, Lip GYH et al.
Europace. 2010 Oct;12(10):1360-420. doi: 10.1093/europace/euq350.
Guidelines for the management of atrial fibrillation: the Task Force for the Management of Atrial Fibrillation of the European Society of Cardiology (ESC).
https://academic.oup.com/europace/article-lookup/doi/10.1093/europace/euq350


Das könnte Sie auch interessieren

Internetbasierte Hilfe für Eltern in Bayern mit chronisch kranken Kindern

Internetbasierte Hilfe für Eltern in Bayern mit chronisch kranken Kindern
© bubutu / Fotolia.com

Rund 100.000 Kinder in Bayern sind von Asthma betroffen, so der aktuelle bayerische Kindergesundheitsbericht. "Das ist nicht nur für die Kleinen belastend, sondern auch für deren Familien", sagt Christian Bredl, Leiter der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern. Mütter, Väter oder Geschwister kommen oft körperlich und psychisch an ihre Grenzen. Hinzu kommt, dass vier von fünf der betroffenen Eltern keine Angebote zur Familienentlastung kennen. "Wir möchten das ändern und mit dem Projekt 'Beratung von Eltern chronisch kranker Kinder...

Orthopäden und Unfallchirurgen setzen sich für aktiven Lebensstil ein

Orthopäden und Unfallchirurgen setzen sich für aktiven Lebensstil ein
@ Von Schonertagen / Fotolia.com

Jedes Jahr verletzen sich 1,25 Millionen Bundesbürger beim Sport so schwer, dass sie ärztlich versorgt werden müssen (1). Überbelastung, hohe Risikobereitschaft und eine mangelnde Vorbereitung auf das Training führen immer wieder zu Unfällen. Gleichzeitig leben in Deutschland viele Millionen Menschen, die sich aufgrund einer Erkrankung nicht mehr schmerzfrei bewegen können. Auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) stellen Experten vom 24. bis 27. Oktober Therapien vor, mit denen sie Beweglichkeit bis ins hohe Alter...

Nüsse sind kein Ersatz für die Darmspiegelung

Nüsse sind kein Ersatz für die Darmspiegelung
© fredredhat / Fotolia.com

Magen-Darm-Ärzte mahnen zur Vorsicht bei Meldungen über bestimmte Nahrungsmittel, die vor Krebs schützen sollen. „Öffentliche Erklärungen wie gerade mal wieder von Ernährungswissenschaftlern der Uni Jena über den Schutzmechanismus von Nüssen sind eher irreführend als hilfreich“, betont Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. „Auch Nusskonsumenten sind vor Darmkrebs nicht gefeit. Sicherheit bietet nur die Darmspiegelung.“

Steigende Zahl älterer Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2

Steigende Zahl älterer Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2
© Robert Kneschke / Fotolia.com

Aktuell sind in Deutschland rund 17 Millionen Menschen älter als 65 Jahre. Die Zahl wird aufgrund der sich verändernden Altersstruktur auf voraussichtlich 22 Millionen im Jahr 2030 anwachsen. Die Anzahl der Hochbetagten (80 Jahre und älter) wird von derzeit vier Millionen auf sechs Millionen im Jahr 2030 ansteigen. Gleichzeitig erkranken immer mehr Menschen an Diabetes Typ 2, so dass Diabetologinnen und Diabetologen sowie Pflegende künftig viele geriatrische Patienten mit Diabetes versorgen werden: Es ist davon auszugehen, dass in Deutschland derzeit rund vier Millionen...

Weltnierentag 2017: Übergewicht geht an die Nieren!

Weltnierentag 2017: Übergewicht geht an die Nieren!
© pixologic / Fotolia.com

Am 09. März ist Weltnierentag: Ziel des weltweiten Aktionstags ist es, die Prävention von Nierenerkrankungen in den Vordergrund zu stellen. Derzeit sind über 100.000 Menschen in Deutschland auf ein Nierenersatzverfahren - Dialyse oder Transplantation – angewiesen. Ein Nierenversagen kann grundsätzlich jeden treffen, besonders gefährdet sind allerdings Menschen mit Übergewicht. Die Zahl der durch Übergewicht verursachten Nierengewebsschäden hat sich in den vergangenen 30 Jahren bereits verzehnfacht!

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Alarmsignal Vorhofflimmern: Neue Orale Antikoagulantien erleichtern es, Schlaganfälle zu vermeiden"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.