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Medizin

19. Juni 2018
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Alpha-1-Antitrypsin-Mangel: Therapie wirkt unabhängig vom Schweregrad der FEV1-Einschränkung

Alpha-1-Antitrypsin (A1-AT)-Mangel gilt als unterdiagnostiziert. Auch die neue COPD-Leitlinie empfiehlt deshalb, jeden COPD-Patienten auf die seltene Lungenerkrankung zu testen (1). Bei der Beurteilung eines einmal erkannten A1-AT-Mangels sollten Ärzte sich von Lungenfunktion und FEV1-Wert lösen, riet Prof. Dr. Joachim H. Ficker, Nürnberg, anlässlich des DGP-Kongresses (2). Vielmehr sei bei Emphysem-Erkrankungen die computertomografisch bestimmte Lungendichte dafür besser geeignet. Die Therapie mit dem humanen A1-AT Respreeza® verlangsamt die Emphysem-Progression auch unabhängig vom FEV1-Schweregrad, wie Studiendaten belegen (3) und gemäß neuer COPD-Leitlinie sollte eine solche Behandlung auch schon bei einer FEV1 > 65% erwogen werden.
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Fachinformation
Ficker zufolge bilden CT-Messungen den Fortschritt des für den A1-AT-Mangel typischen Lungenemphysems sehr linear ab. Mit der FEV1 gelinge dies nur in einem mittleren Bereich. „Die oft gehörte Empfehlung, eine Therapie mit A1-AT primär in einem bestimmten mittleren FEV1-Bereich anzuwenden, ist womöglich ein Artefakt.“

Therapie individuell starten

Ficker plädierte stattdessen dafür, bei schwerem A1-AT-Mangel so früh wie möglich mit der Behandlung zu beginnen. Zumal die A1-AT-Therapie mit Respreeza® nachweislich unabhängig davon wirke, ob die FEV1 der Patienten bei 30 oder 70% vom Soll liege (3). Als ein Beispiel für den geeigneten Einsatz der Computertomografie nannte Ficker Risikopatienten mit noch relativ normaler FEV1. Die neue COPD-Leitlinie empfiehlt eine A1-AT-Therapie zwar vor allem für Patienten mit FEV1-Werten zwischen 30 bis 65% des Sollwertes und einem jährlichen FEV1-Verlust > 50 ml, aber auch gemäß der neuen Empfehlung sollte schon bei einer FEV1 > 65% eine A1-AT-Therapie auf individueller Basis erwogen werden, wenn sich bei Patienten trotz Aufgabe des Tabakkonsums die Lungenfunktion rasch progredient verschlechtert (1). Anders als andere A1-AT-Präparate ist Respreeza® bei A1-AT-Mangel ohne Beschränkung auf einen bestimmten FEV1-Bereich zugelassen (4,5).

Radiologie hilft bei Emphysembestimmung

Generell können CT-Aufnahmen dabei helfen, Atemwegserkrankungen zu charakterisieren und über interventionelle Maßnahmen zu entscheiden, unterstrich Prof. Dr. Sebastian Ley, München. Und auch Menschen mit A1-AT-Mangel ließen sich mittels CT besser identifizieren. Denn die Patienten entwickelten zwar nicht nur, aber häufig ein Unterlappen-betontes Emphysem, das im konventionellen Röntgenbild schwierig nachzuweisen sei. Das CT hingegen liefere detaillierte und präzise Erkenntnisse zur Morphologie und Lokalisation des Emphysems.

Lungengewebe besser erhalten

Den Ergebnissen des RAPID-Studienprogramms (6,7) zufolge blieb das Lungengewebe von Patienten mit A1-AT-Mangel unter einer wöchentlichen Therapie mit Respreeza®* (in der Regel 60 mg/kg Körpergewicht) über 24 Monate deutlich besser erhalten als unter Placebo. Der Rückgang der Lungendichte verringerte sich um durchschnittlich 32% (Patienten, die beide Studien durchlaufen haben; p = 0,03), gemessen mittels CT-Scan bei maximaler Inspiration (totale Lungenkapazität, TLC) (7). Den krankheitsmodifizierenden Effekt von Respreeza® bestätigte die RAPID-Extension-Studie, in der alle Patienten offen das Verum über weitere 24 Monate erhielten. Die „Frühstarter“ (Verum über 48 Monate; n = 63; Patienten, die beide Studien durchlaufen haben) profitierten weiter von der Substitutionstherapie. Bei den „Spätstartern“ (Placebo über 24 Monate, danach Verum über weitere 24 Monate; n = 58) verlangsamte sich ebenfalls der Abbau von Lungengewebe. Sie holten allerdings den in den ersten 24 Monaten unter Placebo erlittenen größeren Verlust an Lungengewebe nicht mehr auf (7).
 
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