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Medizin

13. August 2019
Seite 2/2

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Neben den großen Lectures spielen auch die anderen Symposien eine wichtige Rolle. Welche Qualität haben die eingereichten Abstracts und Poster?
Die Qualität ist wirklich durchweg sehr hoch. Außerdem sind in diesem Jahr so viele Abstracts und Poster eingegangen, dass wir unser Zeitkonzept für die Vortragsreihen etwas umstellen mussten. Jetzt können wir allen vielversprechenden Vorträgen eine Plattform bieten. Es sind hochinteressante Themen dabei, die vom einfachen Versorgungsleben bis hin zu hochtechnischen, neuromolekularen Fragestellungen reichen.

Und wie sieht dieses neue Konzept genau aus?
Im Vergleich zu den Vorjahren haben wir eine Keynote-Lecture weniger im Programm, aber immer noch eine an jedem Tag. In der gesparten Zeit finden stattdessen freie Vorträge statt, die wir thematisch etwas zusammengefasst haben. Junge Kolleginnen und Kollegen halten zehnminütige Kurzvorträge, die von einem erfahrenen Geriater oder Fachexperten moderiert werden. Im Anschluss findet eine Diskussion statt, damit am Ende alle mit neuen Impulsen und Ideen versorgt sind.

Welche Rolle spielen politische Entwicklungen auf dem Geriatrie-Kongress?
Den Geriatrie-Kongress sehe ich in erster Linie als medizinischen Fachkongress. Es geht um eine bessere Versorgungsstruktur in der Geriatrie und aktuelle Forschung. Die Politik hat aber natürlich auch ihren Platz. Unser wichtigster Partner ist dabei weiterhin der Bundesverband Geriatrie. In einer gemeinsamen Sitzung werden wir über hochbrisante Themen diskutieren, wie Pflegeuntergrenzen, Personalstruktur oder Fachkräftemangel. Die Veranstaltung ist für alle Kongressbesucher offen. Außerdem hoffen wir auf die Teilnahme einiger kassenärztlicher Vertreter, die mit uns und dem Bundesverband gemeinsam über die Weiterentwicklung der Geriatrie und die Ziele in der altersmedizinischen Versorgung diskutieren.

Welche Rolle spielen bei dieser Weiterentwicklung und auch bei der Kongressvorbereitung die Arbeitsgruppen der DGG?
Die Arbeitsgruppen unserer Gesellschaft spielen natürlich wie immer eine große Rolle – in beiden Bereichen. Viele Experten aus den Arbeitsgruppen sind in weiteren Gremien aktiv, um das Fach Geriatrie weiter voranzubringen. Und für den Kongress haben die AG-Vertreter zahlreiche Symposien eingereicht. Einige haben inzwischen auch größere Forschungsanträge gestellt, beispielsweise in der Neurologie- oder der Anämie-Forschung. Unsere Arbeitsgruppen sind sehr fleißig, was die wissenschaftliche Aufarbeitung ihres Fachgebiets angeht. Aber es gibt natürlich immer Luft nach oben.

Wie können Teilnehmer vor Ort am besten mit den Arbeitsgruppen der DGG in Kontakt kommen?
Die Sitzungen der Arbeitsgruppen sind komplett frei zugänglich. Die Daten stehen für alle Interessierten im Programm. Auch wer kein aktives DGG-Mitglied ist, kann an der Sitzung teilnehmen, zuhören oder sich mit eigenen Ideen einbringen – und dann vielleicht entscheiden: Hier gefällt es mir, hier arbeite ich weiter mit.

Das dreitägige Programm ist gut gefüllt. Warum lohnt sich die Reise zum Kongress auch für Kurzentschlossene oder Kurzzeitteilnehmer?
Wer von Donnerstag bis Samstag dabei ist, bekommt natürlich ein wirklich umfassendes Angebot. Es lohnt sich aber definitiv auch, für einen einzelnen Tag nach Frankfurt zu kommen! Wir wissen, dass viele beruflich sehr stark eingespannt sind. Aber genau das macht den Kongress umso wertvoller, denn hier gibt es das neueste Wissen wirklich kompakt und konzentriert auf den Punkt zusammengestellt. Das spart gegenüber dem Selbststudium viel Zeit. Das Programm ist nicht nur sehr vielfältig, 70-80% unserer Themen sind zudem direkt relevant für die Praxis. Es geht um hochspannende Inhalte, die jeder in seinen Arbeitsalltag integrieren kann.

Und worauf freuen Sie sich persönlich als erfahrener Geriater beim Kongress am meisten?
Ganz ehrlich? Ich freue mich am meisten auf die große Eröffnung. Es wird definitiv keine drögen Grußworte geben, sondern eine Gemeinschaftsveranstaltung, um zu zeigen: Wir wollen neue Wege gehen! Wir wollen aktuelle Herausforderungen anpacken! Und natürlich wünsche ich mir, dass es auf den Gängen wuselt wie in einer Fußgängerzone, sodass sich Teilnehmer begegnen, viele Gespräche stattfinden und die jungen Geriater uns alten Hasen ein Loch in den Bauch fragen! Geriatrie soll jung und grenzenlos sein, das wollen wir beim diesjährigen Kongress vorleben.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)

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