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Medizin

27. März 2019 Alzheimer: Aducanumab gescheitert

Der Wirkstoff Aducanumab zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit im Frühstadium ist gescheitert. Eine Zwischenanalyse der beiden Phase-III-Studien mit mehr als 3.200 Probanden habe keinen Hinweis auf einen Erfolg der Studien gegeben, teilte der US-Biotechkonzern Biogen mit. Aducanumab sollte auf Grundlage einer Immunisierung wirken. Es handelte sich um einen Antikörper, der sich gegen das für die Alzheimer-Krankheit charakteristische Beta-Amyloid richtete. Die Hoffnung war, den Verlauf der Alzheimer-Erkrankung dadurch zu verlangsamen.
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„Der Stopp der Aducanumab-Entwicklung ist zunächst einmal ein herber Rückschlag für Millionen Alzheimer-Patienten und ihre Angehörigen weltweit. Darüber hinaus ist er aber auch ein Rückschlag für die Wirkstoffentwicklung auf dem Gebiet der Alzheimer-Krankheit. Wir müssen befürchten, dass andere Unternehmen ihr Engagement in der Alzheimer-Forschung nun kritisch überprüfen. Und zu guter Letzt ist es auch ein Rückschlag für die Amyloid-Hypothese. Aducanumab baute auf der Annahme auf, dass eine Reduktion von Beta-Amyloid sich positiv auf die Gedächtnisleistung von Menschen mit Alzheimer auswirke.

Wichtig ist es nun, die richtigen Lehren aus diesem erneuten Fehlschlag zu ziehen. Es ist an der Zeit, anderen therapeutischen Zielen zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit eine Chance zu geben. Und es ist wichtig, der Grundlagenforschung eine noch größere Bedeutung zu schenken. Nur so können die Puzzleteile gefunden werden, die zum Gesamtverständnis der Alzheimer-Krankheit noch fehlen. Dann haben wir eine echte Chance, dass Alzheimer in der Zukunft eine behandelbare Erkrankung wird“, sagt Dr. Christian Leibinnes, Sprecher der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI).

Die AFI war nicht an der Entwicklung von Aducanumab beteiligt und unterhält keine Verbindungen zu Biogen.

Quelle: Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI)


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