Samstag, 24. August 2019
Navigation öffnen

Medizin

27. März 2019 Alzheimer: Aducanumab gescheitert

Der Wirkstoff Aducanumab zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit im Frühstadium ist gescheitert. Eine Zwischenanalyse der beiden Phase-III-Studien mit mehr als 3.200 Probanden habe keinen Hinweis auf einen Erfolg der Studien gegeben, teilte der US-Biotechkonzern Biogen mit. Aducanumab sollte auf Grundlage einer Immunisierung wirken. Es handelte sich um einen Antikörper, der sich gegen das für die Alzheimer-Krankheit charakteristische Beta-Amyloid richtete. Die Hoffnung war, den Verlauf der Alzheimer-Erkrankung dadurch zu verlangsamen.
Anzeige:
„Der Stopp der Aducanumab-Entwicklung ist zunächst einmal ein herber Rückschlag für Millionen Alzheimer-Patienten und ihre Angehörigen weltweit. Darüber hinaus ist er aber auch ein Rückschlag für die Wirkstoffentwicklung auf dem Gebiet der Alzheimer-Krankheit. Wir müssen befürchten, dass andere Unternehmen ihr Engagement in der Alzheimer-Forschung nun kritisch überprüfen. Und zu guter Letzt ist es auch ein Rückschlag für die Amyloid-Hypothese. Aducanumab baute auf der Annahme auf, dass eine Reduktion von Beta-Amyloid sich positiv auf die Gedächtnisleistung von Menschen mit Alzheimer auswirke.

Wichtig ist es nun, die richtigen Lehren aus diesem erneuten Fehlschlag zu ziehen. Es ist an der Zeit, anderen therapeutischen Zielen zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit eine Chance zu geben. Und es ist wichtig, der Grundlagenforschung eine noch größere Bedeutung zu schenken. Nur so können die Puzzleteile gefunden werden, die zum Gesamtverständnis der Alzheimer-Krankheit noch fehlen. Dann haben wir eine echte Chance, dass Alzheimer in der Zukunft eine behandelbare Erkrankung wird“, sagt Dr. Christian Leibinnes, Sprecher der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI).

Die AFI war nicht an der Entwicklung von Aducanumab beteiligt und unterhält keine Verbindungen zu Biogen.

Quelle: Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI)


Das könnte Sie auch interessieren

Reha-Maßnahme bei Diabetes Typ 2 – so geht‘s

Reha-Maßnahme bei Diabetes Typ 2 – so geht‘s
© Robert Kneschke - stock.adobe.com

Sie wissen nicht, wie Sie am Arbeitsplatz mit Ihrer Diabeteserkrankung umgehen sollen? Sie bekommen Ihren Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c nicht in den Griff oder leiden zusätzlich unter Depressionen? Sie müssten dringend abnehmen, sich mehr bewegen und gesund ernähren? Dann könnte eine medizinische Rehabilitation die richtige Maßnahme für Sie sein. Was bei der Antragstellung zu beachten ist, erklären Experten. 

Migräne: „World Brain Day“ widmet sich individualisierter Therapie

Migräne: „World Brain Day“ widmet sich individualisierter Therapie
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Der „World Brain Day“ widmet sich am 22. Juli dem Thema Migräne. In Deutschland sind etwa 10% der Bevölkerung von Migräne betroffen, Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer. Doch viele werden nicht diagnostiziert und ärztlich behandelt – sie therapieren sich stattdessen lieber selbst. Nicht selten führt das zu Chronifizierung und neuen Kopfschmerzen, denn Schmerzmedikamente können bei häufiger Einnahme Kopfschmerzen verursachen oder verstärken. Dabei lasse sich durch eine leitliniengerechte und individualisierte Therapie...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Alzheimer: Aducanumab gescheitert "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.