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Medizin

31. Juli 2012 Alzheimer: Neue Wirkstoffe gesucht

Das Design, die Synthese und die pharmakologische und biologische Testung neuartiger Wirkstoffmoleküle zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit: Damit befasst sich Michael Decker, neuer Professor für Pharmazeutische und Medizinische Chemie an der Universität Würzburg. Millionen vor allem älterer Menschen leiden an drastischen Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit, an so genannten Demenz-Erkrankungen. Dazu gehört auch die Alzheimer-Krankheit. Sie beginnt mit der Ablagerung von Protein-Bruchstücken im Gehirn, später sterben dort auch Nervenzellen ab. Gedächtnis, Sprech- und Denkfähigkeit der Patienten lassen dann stark nach.

Neuere Medikamente können das Fortschreiten der Krankheit zumindest eine Zeit lang bremsen. Doch eine wirklich gute Therapie gibt es bislang nicht. Michael Decker sucht darum nach neuen Wirkstoffen, mit denen sich die Kognitionsleistung von Alzheimer-Patienten verbessern lässt. Ein Ziel seiner Forschung ist es auch, die Krankheit an den Wurzeln zu packen: Der neue Professor will Wege finden, um die Bildung der Protein-Ablagerungen im Gehirn zu verhindern und Nervenzellen vor dem Absterben zu schützen.

Mehrere Wirkstoffmoleküle kombinieren

Um hier neue Wege zu beschreiten, stellt Professor Decker unter anderem so genannte Hybridmoleküle her: Dabei werden zwei oder mehr unterschiedliche Wirkstoffmoleküle in einem neuen Molekül kombiniert. Mit dieser Strategie hat er bereits erste Erfolge verbucht.

„Wir haben zum Beispiel den Alzheimer-Arzneistoff Tacrin verwendet, der zwar wirksam ist, wegen seiner leberschädigenden Wirkung aber vom Markt genommen werden musste“, sagt Decker. Seinem Team gelang es, diesen Wirkstoff chemisch mit der leberschützenden Substanz Silibinin aus der Mariendistel zu verbinden.

„In Labortests und am Tiermodell konnten wir dann nachweisen, dass unser Kombi-Molekül die Leber unversehrt lässt und gleichzeitig die Gedächtnisleistung genauso gut verbessert wie Tacrin alleine“, so der Professor. Dagegen zeige eine Mischung der beiden Wirkstoffe ohne die richtige chemische Verknüpfung die positiven Effekte nur sehr schwach.

Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg


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