Montag, 13. Juli 2020
Navigation öffnen

Medizin

12. Juni 2012 Analyse zu Linagliptin zeigt Verbesserung der Albuminurie bei Patienten mit hohem Risiko für abnehmende Nierenfunktion

Boehringer Ingelheim und Eli Lilly and Company haben die Ergebnisse einer Post-hoc Analyse-bekanntgegeben. Die Daten zeigen, dass die Gabe von Linagliptin bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und hohem Risiko für eine abnehmende Nierenfunktion (vorliegende Albuminurie) mit einem verbesserten Blutzuckerspiegel und einer signifikanten Reduzierung des Albumin-Kreatinin-Quotienten (ACR) um 33% (p<0,05) verglichen mit dem Ausgangswert einhergeht (1). Der ACR dient zur Messung der Albuminurie unter anderem bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und abnehmender Nierenfunktion.

Anzeige:
Basistext

Die Post-hoc-Analyse umfasste 227 Patienten mit Typ-2-Diabetes und hohem Risiko für eine abnehmende Nierenfunktion aus vier randomisierten 24-Wochen-Studien. Die Teilnehmer erhielten eine gleichbleibende Behandlung mit einem oder zwei unterschiedlichen Blutdruckmedikamenten, die der Standardtherapie bei diabetischen Nierenerkrankungen entsprechen (ACE-Hemmer oder Angiotensin II-Rezeptorblocker) (1). Nach 24 Wochen konnte unter Linagliptin eine Reduktion des HbA1c um 0,71% (plazebobereinigt) nachgewiesen werden; der ACR wurde gegenüber dem Ausgangswert um 29% stärker gesenkt als unter Plazebo (1).
„Diese Analyse ist deshalb so wichtig, da bei etwa 65% aller Patienten mit Typ-2-Diabetes das Risiko für eine abnehmende Nierenfunktion erhöht ist, was die Behandlungsoptionen einschränken kann“, so Professor Per Henrik Groop von der Abteilung für Nephrologie von der Universitätsklinik Helsinki. „In dieser Analyse zeigten Patienten, die mit Linagliptin behandelt wurden, eine Verbesserung der Blutzuckereinstellung und eine Senkung des Albumingehalts im Urin, der ein Anzeichen für eine Nierenfunktionsstörung darstellt. Wir werden auch künftig auf diesem Gebiet forschen, da wir uns der Bedeutung einer möglichen Abnahme der Nierenfunktion bei der Behandlung von Patienten mit Typ-2-Diabetes bewusst sind.“

Über die Post-hoc-Analyse

In einer Post-hoc Analyse wurden Daten aus vier randomisierten, doppelblinden, 24 Wochen dauernden, plazebo-kontrollierten Studien mit Linagliptin als Monotherapie, Linagliptin als Add-on-Therapie zu Metformin, Linagliptin als Add-on-Therapie zu Metformin und Sulfonylharnstoff sowie eine faktorielle Studie zu Linagliptin in anfänglicher Kombination mit Metformin gepoolt (n=2472). Es sollte die klinische Wirkung von Linagliptin auf die Albuminurie bei Patienten mit Typ-2-Diabetes, die unter einem hohen Risiko für eine abnehmende Nierenfunktion leiden (einschließlich vorliegender Albuminurie), untersucht werden. Das primäre Ziel jeder dieser vier Studien war die Analyse der Veränderung des HbA1c nach 24 Wochen gegenüber den Ausgangswerten (1). In den vier Studien wurden die Albumin-Kreatinin-Quotienten (ACR) als Sicherheitsdaten erhoben. Endpunkt der Post-hoc-Analyse war die prozentuale Veränderung des geometrischen durchschnittlichen ACR. 492 Patienten (19,9%) aus den genannten vier Studien hatten eine Albuminurie (definiert als 30 ≤ ACR ≤ 3000 mg/g Kreatinin) und gleichzeitig eine geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) von > 30 ml/min/1,73m2. 46% von diesen erhielten eine gleichbleibende Therapie mit ACE-Hemmern/Angiotensin II-Rezeptorblockern (Linagliptin n=168; Plazebo n=59). Der durchschnittliche Ausgangs-HbA1c und der mediane ACR lagen bei 8,2% versus 8,5% und 76 versus 78 mg/g Kreatinin für die Linagliptin- bzw. die Plazebogruppe. Nach 24 Wochen betrugen die plazebobereinigten Änderungen des HbA1c und des Nüchternblutzuckerspiegels -0,71% und -26 mg/dL (jeweils p<0,0001). Linagliptin senkte den ACR signifikant um 33% verglichen mit dem Ausgangswert (p<0,05) bei einem Unterschied von -29% (p<0,05) zwischen den Gruppen (1)

Linagliptin (Handelsname Trajenta®) gehört zur Wirkstoffgruppe der DPP-4-Inhibitoren und wurde als eine einmal täglich einzunehmende Tablette in der Dosierung von 5 mg zur Therapie des Typ-2-Diabetes entwickelt. Linagliptin ist der einzige DPP-4-Inhibitor, der selbst bei Patienten mit eingeschränkter oder abnehmender Nieren- und/oder Leberfunktion keine Dosisanpassung erfordert. In Deutschland ist das Medikament derzeit nicht verfügbar.

(1) BI/Lilly Data. Groop P, Cooper M, et al. Linagliptin Lowers Albuminuria on Top of Recommended Standard Treatment for Diabetic Nephropathy. Presented at the American Diabetes Association® (ADA) 72nd Scientific Sessions. June 8-12, Philadelphia, PA.

Quelle: Boehringer Ingelheim und Eli Lilly and Company


Anzeige:
Fachinformation

Stichwörter

Das könnte Sie auch interessieren

Grippewelle beginnt: DAK-Gesundheit schaltet Hotline

Grippewelle beginnt: DAK-Gesundheit schaltet Hotline
© Photographee.eu / Fotolia.com

Die Grippesaison hat begonnen: Laut aktueller Daten des Robert Koch-Instituts gibt es bereits einen leichten bundesweiten Anstieg von Erkrankungen. Bisher wurden 1.122 Fälle labordiagnostisch bestätigt und gemeldet(1) – die Zahl der tatsächlich Betroffenen ist deutlich höher. Influenza ist eine ernste Krankheit: Bei alten und chronisch kranken Menschen kann sie zum Tod führen. Deshalb bietet die DAK-Gesundheit eine Telefon-Hotline rund um die Grippe. Wie kann man vorbeugen? Für wen ist die Impfung sinnvoll? Welche Risiken gibt es? Wie unterscheidet sich...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Analyse zu Linagliptin zeigt Verbesserung der Albuminurie bei Patienten mit hohem Risiko für abnehmende Nierenfunktion"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Nächtliche Ausgangssperre in Südafrika – Außerdem Maskenpflicht und Alkoholverbot (dpa, 12.07.2020).
  • Nächtliche Ausgangssperre in Südafrika – Außerdem Maskenpflicht und Alkoholverbot (dpa, 12.07.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden