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Medizin

15. Juni 2012 Anforderungen an eine moderne Therapie bei Typ-2-Diabetikern: Ein Blick von der Theorie in den Praxisalltag

Die Behandlung des Diabetes Typ-2 stellt den Arzt täglich vor neue Herausforderungen. In der Praxis muss er ein individuell angepasstes Behandlungsschema für die heterogene Patientengruppe der Typ-2-Diabetiker entwickeln. Bei älteren Patienten erschweren Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen sowie geriatrische Syndrome (z. B. Behinderungen, Mangelernährung) die Diabetes-Therapie. Da in diesem Fall zahlreiche Therapienoptionen kontraindiziert sind, gestaltet sich eine optimale Behandlung häufig schwierig, und es ist die besondere Aufmerksamkeit des behandelnden Arztes erforderlich.
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Fachinformation
Hohe Ansprüche an die moderne Diabetestherapie

Neben einer effektiven Blutzuckersenkung bei minimalem Hypoglykämierisiko soll die Therapie mit modernen Antidiabetika eine Gewichtsneutralität aufweisen und durch ein geringes Nebenwirkungsprofil die Patientenakzeptanz verstärken. Die Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft empfehlen bei der Behandlung des Typ-2-Diabetes Metformin als Standardtherapie. Jedoch stößt diese favorisierte Therapie häufig an ihre Grenzen, da bei jedem vierten Typ-2-Diabetiker Unverträglichkeiten auftreten oder eine Kontraindikation besteht.

„Neben einer Blutzuckersenkung sollten moderne Medikamente zur Therapie des Typ-2-Diabetes das kardiovaskuläre Risikoprofil der Patienten günstig beeinflussen“, so Prof. Dr. Thomas Forst vom Institut für klinische Forschung und Entwicklung in Mainz. Aktuellen Studien zufolge verbessert Vildagliptin die Betazellfunktion und inhibiert die Proinsulinausschüttung signifikant, verringert deutlich die Glukagonfreisetzung während der Hyperglykämie und verbessert die Endothel-abhängige Vasodilatation.
„Nur durch die Adressierung möglichst vieler Komponenten des komplexen Herz-Kreislauf-Systems kann bei Patienten mit Typ-2-Diabetes eine spürbare Reduktion der kardiovaskulären Folgen erwartet werden. Eine Inkretin-basierte Therapie wie die Behandlung mit Vildagliptin kann sich dieser Herausforderung erfolgreich stellen“, erläuterte Forst.

Vildagliptin: Vorteile für den klinischen Alltag

Mit steigendem Lebensalter nimmt nicht nur die Prävalenz von Typ-2-Diabetes, sondern auch die Häufigkeit und der Schweregrad der Niereninsuffizienz zu. Bei Patienten mit einer eingeschränkter Nierenfunktion (GFR <60 ml/min) kann Metformin laut Fachinformation nicht eingesetzt werden. Für diese Patienten kann seit Jahresbeginn Vildagliptin als Monotherapie verordnet werden.

Bei der Behandlung mit Vildagliptin müssen auch bei älteren Patienten aufgrund der fundierten Datenlagen und des guten Nutzen-Risiko-Verhältnisses keine weitergehenden Einschränkungen beachtet werden. Eine aktuelle Studie an Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Niereninsuffizienz zeigt die hohe Effektivität von Vildagliptin bei signifikanter Senkung des HbA1c-Wertes. Untersuchungen zum Sicherheitsprofil zeigten dabei, dass sich das Auftreten unerwünschter Ereignisse auf Placebo-Niveau bewegte.

Gepoolte Daten aus klinischen Studien mit mehr als 1.500 zuvor unbehandelten Typ-2-Diabetikern (Baseline-HbA1c durchschnittlich 8,7%) zeigen, dass mit Vildagliptin 50 mg zweimal täglich der HbA1c-Wert bei einer Behandlungsdauer von 24 Wochen im Mittel um 1,0% signifikant gesenkt werden konnte; bei einem Ausgangswert von >10% sogar um 1,9%. Auch in Vergleichsstudien mit Metformin (1000 mg täglich) und Rosiglitazon (8 mg täglich) konnte eine ähnliche Wirksamkeit des DDP4-Inhibitors nachgewiesen werden. Hinsichtlich des Verträglichkeitsprofils konnte Vildagliptin in all diesen Studien überzeugen: Es kam zu keiner Gewichtszunahme und auch das Hypoglykämierisiko war sehr gering. Dieses Ergebnis ist besonders relevant, da das Auftreten schwerer Hypoglykämien für rund 20 Prozent der Hospitalisierungen bei älteren Typ-2-Diabetikern verantwortlich ist.

Breiter Zulassungsstatus für individuelle Patientenbedürfnisse

Vor dem Hintergrund, dass Diabetiker in der Mehrzahl unter Polypharmakotherapie stehen, sind mögliche Medikamenteninteraktionen von Antidiabetika von großer Relevanz. Vor allem ältere Patienten haben neben dem Diabetes oft mehrere andere Erkrankungen, die einer medikamentösen Behandlung bedürfen. Vildagliptin ist der einzige derzeit verfügbare DPP-4-Inhibitor, der in nicht nachweisbarem Ausmaß über das Cytochrom P 450-Enzymsystem der Leber metabolisiert wird und daher ein ausgesprochen geringes Interaktionspotenzial aufweist.

Dr. Karin Schlecht, Diabetologin aus Eisenach, betont: „Die unkomplizierte Dosisanpassung, das Fehlen hypoglykämischer Events und die problemlose Metabolisierung ist vor allem bei älteren, multimorbiden Patienten von großem Vorteil. Mit Vildagliptin steht uns Ärzten ein orales Antidiabetikum mit breitem Zulassungsspektrum zur Verfügung, das den individuellen Bedürfnissen bei der Behandlung von Typ-2-Diabetikern angepasst werden kann.“

Galvus® (Vildagliptin) ist ein DPP4-Hemmer, dessen Wirkmechanismus auf der Blockade des Abbaus von Inkretinhormonen im Körper beruht, die die Bauchspeicheldrüse zur Insulinproduktion anregen. Dieser Mechanismus zielt auf die Dysfunktion in den pankreatischen Alpha- und Betazellen ab, die für die hohen Blutzuckerwerte bei Typ-2-Diabetikern verantwortlich sind.

In der EU ist Vildagliptin zugelassen zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2:
Als Monotherapie bei Patienten, die durch Diät und Bewegung allein nicht ausreichend therapiert sind und für die Metformin aufgrund von Gegenanzeigen oder Unverträglichkeiten nicht geeignet ist, sowie als duale orale Therapie zur Behandlung von Typ-2-Diabetes in Kombination mit folgenden Substanzen:
• Metformin (bei Patienten mit unzureichender Blutzuckerkontrolle trotz maximal verträglicher Dosis einer Metformin-Monotherapie)
• einem Sulfonylharnstoff (bei Patienten mit unzureichender Blutzuckerkontrolle trotz maximal verträglicher Dosis eines Sulfonylharnstoffs, bei denen Metformin aufgrund einer Kontraindikation oder Unverträglichkeit nicht in Frage kommt)
• einem Thiazolidindion (bei Patienten mit unzureichender Blutzuckerkontrolle, bei denen der Einsatz eines Thiazolidindions angemessen ist).

Aufgrund begrenzter Erfahrungen in dieser Population sollte Vildagliptin von Patienten mit einer Nierenerkrankung im Endstadium unter Hämodialyse mit Vorsicht verwendet werden. Bei Verdacht auf eine Pankreatitis sollten Vildagliptin und andere Arzneimittel, die möglicherweise dafür ursächlich sein könnten, abgesetzt werden16. Vildagliptin sollte bei Patienten mit Leberschäden sowie bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (NYHA III/IV) nicht eingesetzt werden; ebenso wird von der Verwendung bei Kindern und Jugendlichen abgeraten.

Seit der Einführung von Vildagliptin wurden im Rahmen eines großen klinischen Entwicklungsprogramms über 15.000 Patienten mit dem Arzneimittel behandelt, es erwies sich dabei als wirksam und allgemein gut verträglich. Die Erfahrung mit Vildagliptin beträgt inzwischen über 2 Millionen Patienten-Behandlungsjahre.

Quelle: Novartis


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