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Medizin

03. April 2018 Angiotensin-Rezeptor-Blocker in der Hypertoniebehandlung wirksam

Bis zu 40% mehr Menschen haben Bluthochdruck, seit die amerikanischen Fachgesellschaften die Kriterien dafür heruntergesetzt haben (neu 130/80 mmHg). Die neuen internationalen Richtlinien empfehlen ACE-Hemmer als Blutdrucksenker. Diese Medikamente sind jedoch mit Nebenwirkungen behaftet: Häufig auftretender chronischer trockener Husten führt dazu, dass Patientinnen und Patienten die Therapie oft abbrechen. In sehr seltenen Fällen kann es zu akuten lebensbedrohlichen Erstickungsanfällen kommen, einem sogenannten Angioödem. Doch es gibt eine alternative und sicherere Wirkstoffklasse. Das zeigt eine Vergleichsstudie (1).
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Ähnlich gute Wirkung – weniger gravierende Nebenwirkungen

Die Forschungsgruppe um Prof. Dr. med. Franz Messerli und Prof. Dr. med. Stefano Rimoldi verglich die blutdrucksenkende Wirkung von ACE-Hemmern und Angiotensin-Rezeptor-Blockern (ARBs) bei Menschen ohne kardiovaskuläre Grunderkrankung sowie bei solchen mit Erkrankungen der Herzkrankgefässe, Herzinsuffizienz, Diabetes oder chronischer Nierenerkrankung. Auch die Nebenwirkungen der jeweiligen Patientengruppe wurden retrospektiv untersucht. Insgesamt schlossen sie die Daten von 254.301 Patientinnen und Patienten in die Untersuchung ein.

Der Vergleich ergab, dass ARBs in allen Patientengruppen eine ähnliche gute oder sogar bessere blutdrucksenkende Wirkung aufwiesen als ACE-Hemmer. Beide Wirkstoffe senkten das Risiko für Todesfälle, Herzinfarkt, Herzversagen, Hirnschlag oder Nierenversagen gleichermaßen gut – besonders auch bei weiteren Risikofaktoren wie einer Herzerkrankung oder Diabetes. Dabei kam es unter ARBs zu signifikant weniger Nebenwirkungen. Es gab deutlich weniger lebensbedrohliche Erstickungsanfälle. Der trockene Husten blieb aus. Teils linderte das Medikament sogar Kopfschmerzen und andere Beschwerden, welche der Bluthochdruck hervorgerufen hatte.

Neuer Behandlungsstandard in Sicht?

Da heute zwischen 30 und 40 Millionen Menschen weltweit ACE-Hemmer erhalten, könnte die äußerst seltene Nebenwirkung des Angioödems statistisch immerhin mehrere hundert Todesfälle im Jahr verursachen. Unter diesen Voraussetzungen und aufgrund der nun vorliegenden Verlgeichsdaten müssten ARBs zur besseren Wahl bei Bluthochdruck werden. In der Schweiz erhalten aktuell noch etwa 20% der Patientinnen und Patienten ACE-Hemmer.

Quelle: Universitätsspital Bern

Literatur:

(1) Franz H. Messerli, Sripal Bangalore, Chirag Bavishi
Angiotensin-Converting Enzyme Inhibitors in Hypertension To Use or Not to Use?
Journal of the American College of Cardiology; Volume 71, Issue 13, April 2018 DOI: 10.1016/j.jacc.2018.01.058
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29598869


 


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