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Medizin

14. Juni 2017 Anorexia nervosa-Genlokus auf Chromosom 12: Gemeinsame Wurzeln mit psychiatrischen und Stoffwechselerkrankungen?

Am 12. Mai 2017 wurde von der Universität von North Carolina in Chapel Hill bekanntgegeben (1), dass eine internationale Gruppe von 220 Forschern, einschließlich von Wissenschaftlern der Charité Berlin und der Universität Duisburg-Essen, einen Gen-Ort bei der Anorexia nervosa identifiziert hat, der auf Chromosom 12 lokalisiert ist. Das Team um Cynthia M. Bulik untersuchte durch genomweite Analyse ~3.500 Anorexie-Patienten und ~11.000 gesunde Personen. Der gefundene Gen-Ort auf Chromosom 12 steht auch in Verbindung mit Typ-1-Diabetes und Autoimmunerkrankungen (2).
Anorexia nervosa ist genetisch signifikant mit Neurotizismus und Schizophrenie korreliert, was dafür spricht, dass Anorexie tatsächlich eine psychiatrische Erkrankung ist. In der Studie wurden unerwarteterweise ausgeprägte genetische Korrelationen mit dem Metabolismus einschließlich Body-Mass Index (BMI) und Glukosestoffwechsel gefunden. Nun möchte man untersuchen, ob bzw. wie der Stoffwechsel das Risiko für Anorexie erhöht.

Das Team der „Psychiatric Genetics Consortium Eating Disorders Working Group”, in der weltweit Wissenschaftler zusammenarbeiten, will die Patientenzahl erhöhen. Man meint, dies sei erst der Beginn der Aufklärung der Genetik bei Anorexie. Man müsse die Anorexie sowohl als eine psychiatrische als auch eine Stoffwechselerkrankung ansehen. Es besteht die Hoffnung, dass jetzt eine Suche nach Wirkstoffen beginnt, denn bisher gibt es für die Anorexie keine medikamentöse Therapie.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e. V., Helmut Schatz

Literatur:

(1) University of North Carolina Health Care, Press Release: For Anorexia nervosa, researchers implicate genetic locus on chromosome 12.
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2017-05/uonc-fan051017.php

(2) Cynthia M. Bulik et al.: Significant locus and metabolic genetic correlations revealed in genome-wide association study of anorexia nervosa.
Amer. J. Psychiatry 2017. appi.ajp.2017.1 DOI: 10.1176/appi.ajp.2017.16121402


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