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Medizin

07. Dezember 2012 Asthma: INUVAIR Mikrosol für Erhaltungs- und Bedarfstherapie zugelassen

Erleichterung der Asthmatherapie sowohl für Ärzte als auch für Patienten: Erstmals steht nun für das MART-Konzept (Maintenance and Reliever Therapy) ein Dosieraerosol mit extrafeinen Wirkstoffpartikeln zur Verfügung. Ergänzend zu ihrer Erhaltungstherapie können Patienten das Präparat zusätzlich auch in der Bedarfssituation anwenden. Damit ist eine effektive Asthmatherapie mit ein und demselben Device möglich. Experten versprechen sich davon eine verbesserte Therapieadhärenz. Die Fixkombination INUVAIR® Mikrosol mit dem inhalativen Kortikosteroid (ICS) Beclometasondipropionat und dem langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA) Formoterolfumaratdihydrat wird bereits erfolgreich für die regelmäßige Behandlung von moderatem bis schwerem Asthma bronchiale (Stufe 3 und 4) eingesetzt.

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Die in dem Dosieraerosol enthaltenen extrafeinen Wirkstoffpartikel mit ihrem medianen aerodynamischen Massendurchmesser (MMAD) von 1 - 2 Mikrometern (1) gelangen durch die langsame, lang anhaltende Sprühwolke bis in die kleinen Atemwege (2) - eine wichtige Region, die in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus der Asthmatherapie gerückt ist (3).

Im Rahmen der Erhaltungstherapie mit INUVAIR® Mikrosol wurde für die Bedarfssituation bisher ein separater, schnellwirksamer Bronchodilatator verordnet. Ergänzend zu diesem Behandlungsansatz kann das Präparat nun nach dem sogenannten MARTKonzept neben der Erhaltungstherapie auch zur Erhaltungs- und Bedarfstherapie eingesetzt werden (4). Von Vorteil für dieses Therapieregime ist die besondere Wirkeigenschaft des in der Fixkombination enthaltenen Beta-2-Agonisten: Obwohl langwirksam, setzt bei Formoterol die bronchodilatatorische Wirkung schnell ein (2). In einer klinischen Studie (5), in der bei Asthmapatienten eine Bronchoprovokation mit Metacholin durchgeführt wurde, erzielte eine Einzeldosis der Fixkombination aus Beclometason und Formoterol einen schnellen bronchodilatatorischen Effekt und eine rasche Erholung von Atemnotsymptomen. Der in INUVAIR® Mikrosol enthaltene LABA Formoterol ist deshalb auch für die Bedarfssituation als „Reliever“ geeignet. Zusätzlich zu der täglichen Erhaltungsdosis kann der Patient so bedarfsweise seine Asthmatherapie individuell und symptomkontrolliert mitgestalten. Für dieses Therapieregime kommen insbesondere Patienten in Betracht, deren Asthma nicht vollständig kontrolliert ist und die einen Bedarf an Notfallmedikationen aufweisen. Ebenso ist es für Patienten geeignet, die in der Vergangenheit Asthma-Exazerbationen erlitten, die einer medizinischen Intervention bedurften (4).

Auf das Inhalationssystem kommt es an

Das Konzept der Erhaltungs- und Bedarfstherapie mit nur einem einzelnen Device ist in der Praxis unter dem Kürzel MART bereits bekannt. Die Abgabe der Wirkstoffe über ein druckgasbetriebenes Dosieraerosol (pMDI), wie zum Beispiel INUVAIR® Mikrosol, kann vor allem in der Bedarfssituation für einen obstruktiven Patienten von Vorteil sein, da es sich bei Asthma neben dem exspiratorischen auch um ein inspiratorisches Problem handelt: Die extrafeinen Wirkstoffpartikel können unabhängig vom Atemfluss (6) in die Lunge gelangen und eine rasche Bronchodilatation herbeiführen. Insbesondere im Bedarfsfall kann diese Unabhängigkeit vom Atemfluss von besonderer Bedeutung sein. Für das MART-Konzept spricht weiterhin, dass der Patient nur noch ein einzelnes Inhalationssystem erlernen, anwenden und mit sich f+hren muss. Dies bietet auch Vorteile für den behandelnden Arzt, muss doch nur noch ein Device geschult werden. Diese Vereinfachung könnte zu einer verbesserten Therapieadhärenz beitragen.

Studie dokumentiert Vorteil für MART

Die klinische Wirksamkeit von MART mit der extrafeinen Fixkombination aus Beclometason und Formoterol (BDP/F) wurde von einer italienischen Arbeitsgruppe in einer Vergleichsstudie mit 1.701 Asthmapatienten untersucht (4,7). Das Ergebnis: BDP/F, eingesetzt sowohl als Erhaltungs- als auch Bedarfstherapie, verlängerte die Zeit bis zum ersten Auftreten einer schweren Exazerbation im Vergleich zu BDP/F als Erhaltungstherapie plus Salbutamol als Bedarfstherapie signifikant (p<0,001). Darüber hinaus erreichten die Patienten in der MART-Gruppe eine klinisch bedeutsame Verbesserung bei der Asthmakontrolle.

Ein weiterer Vorteil von MART mit einer Fixkombination aus ICS und LABA ist, dass die antiinflammatorische Therapie stets Bestandteil der Bedarfsmedikation ist. Eine niederländische Arbeitsgruppe um Riemersma et al. kam kürzlich in einer Studie (8), die eine weitere Wirkstoffkombination aus ICS und LABA in der MART-Therapie untersuchte, zu folgendem Ergebnis: Patienten, die mit dem MART-Konzept therapiert wurden, benötigten insgesamt signifikant 59% weniger des in diesem Fall verwendeten Steroids als die Patienten der Vergleichsgruppe.

Literaturhinweise:
(1) Freiwald M et al. Respir Res. 2005;6:21
(2) Nicolini G et al. Ther Clin Risk Manag 2008;4(5):855-864
(3) Hamid Q Respiration. 2012;84(1):4-11
(4) Fachinformation Inuvair® Mikrosol. Stand Juli 2012
(5) Singh D et al. Pulm Pharmacol Ther. 2012 Oct;25(5):392-8. Epub 2012 Jul 25
(6) Ross DL et al. Eur Respir J 1997;10(25):37s
(7) Clinical Trials. National Institutes of Health. http://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT00861926. Last verified: February 2012
(8) Riemersma R et al. Prim Care Respir J 2012;21(1):50-56

Quelle: Janssen-Cilag


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