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Medizin

30. August 2019 Asthma-Phänotyp mit SAD: Präparate mit extrafeinen Wirkstoff-Partikeln senken Exazerbationsrate

Bei etwa 35% der Asthma-Patienten in Deutschland ist die Erkrankung nur unzureichend kontrolliert (1). In vielen Fällen, so ein Ergebnis der ATLANTIS-Studie (AssessmenT of smalL Airways involvemeNT In aSthma), ist die Ursache dafür eine Dysfunktion der kleinen Atemwege (small airways dysfunction, SAD) (2). Um eine Störung in der Peripherie der Lunge zu diagnostizieren, sind gängige Messmethoden wie die Spirometrie nicht ausreichend. Daher wird der Asthma-Phänotyp mit SAD bisher unzureichend diagnostiziert. Als eine geeignete Messmethode in der pneumologischen Praxis hat sich die Impulsoszillometrie erwiesen. Zur Behandlung von Patienten mit SAD eignen sich Präparate mit extrafeinen Wirkstoff-Partikeln. Diese können eine gleichmäßige Deposition in der gesamten Lunge ermöglichen – bis in die Peripherie der Atemwege (3).
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SAD-Score

Ziel der ATLANTIS-Studie, deren erste Ergebnisse kürzlich in The Lancet Respiratory Medicine publiziert wurden, war es herauszufinden, mit welchen diagnostischen Verfahren das Vorliegen sowie das Ausmaß von SAD bei Patienten mit Asthma am besten gemessen werden kann. 773 Patienten mit Asthma sowie 99 gesunde Probanden nahmen an der Studie teil. Alle Patienten wurden mittels Spirometrie, Bodyplethysmographie, Impulsoszillometrie, Stickstoffauswaschverfahren und in Einzelfällen mittels Computertomographie (CT) untersucht. Darüber hinaus beantworteten die Studienteilnehmer Fragen zur Asthmakontrolle sowie zur Asthma-bezogenen Lebensqualität. Aus allen Faktoren wurde der sogenannte SAD-Score entwickelt. Anschließend wurde der Zusammenhang zwischen SAD-Score und dem Schweregrad der Erkrankung sowie dem Ausmaß der Krankheitskontrolle untersucht. In der nun vorliegenden ersten Publikation sind die Querschnittsdaten der Baseline-Untersuchung dokumentiert.

Zusammenhang zwischen SAD und Asthmakontrolle

Das Ergebnis: Patienten aller GINA (Global Initiative for Asthma)-Stufen können von einer Erkrankung der kleinen Atemwege betroffen sein. Die größte SAD-Prävalenz haben jedoch Patienten der Stufen 4 und 5. Zudem wurde ein Zusammenhang zwischen einem höheren SAD-Score und schlechteren Ergebnissen bezüglich Asthmakontrolle, Lebensqualität und Exazerbationsrate gezeigt. „Mit der Impulsoszillometrie steht eine Methode zur Verfügung, mit der sich eine SAD auch in der pneumologischen Praxis gut diagnostizieren lässt“, sagte PD Dr. Frederik Trinkmann, Mannheim. Dabei werden Schallwellen unterschiedlicher Frequenzen während der Atmung in die Lunge geleitet. Die niedrigeren Frequenzen (R5=5 Hz) dringen dabei bis in die kleinen Atemwege vor und messen als Parameter für die Obstruktion den Atemwegswiderstand in der gesamten Lunge. Höhere Frequenzen (R20=20 Hz) erreichen nur geringe Distanzen und messen daher nur den Widerstand in den größeren Atemwegen. Die Differenz der beiden Werte (R5-R20) gibt den Widerstand in den kleinen Atemwegen an.

Extrafeine Partikel können bis in kleine Atemwege gelangen

„Bei Patienten mit schlecht kontrolliertem Asthma wäre es für Pneumologen sinnvoll, diese Untersuchung durchführen und entsprechende therapeutische Konsequenzen ziehen zu können“, so Trinkmann. „Asthma-Medikamente mit extrafeiner Partikelgröße eignen sich hier besonders, da die Wirkstoffe besser in die Peripherie gelangen“, ergänzte Dr. Rainer Gebhardt, Berlin. Eine Studie mit dem Pulverinhalator NEXThaler® konnte mittels szintigrafischer Aufnahmen eine im Vergleich zu bisher publizierten Studien eine hohe und gleichmäßige Deposition im gesamten Bronchialsystem nachweisen (4). Nur durchschnittlich 1,9% der inhalierten Wirkstoffmenge wurde wieder ausgeatmet (5). Die extrafeine Partikelformulierung von ca. 1,5 μm (bezogen auf MMAD – Mass Median Aerodynamic Diameter), die auch die kleinen Atemwege besonders gut erreicht, kann daher gerade bei Patienten mit SAD einen Vorteil darstellen.

Pulverinhalator mit Dosisschutz

Damit die Wirkstoffe auch in den kleinen Atemwegen ankommen, ist es wichtig, dass der Inhalator zuverlässig und einfach anzuwenden ist. Der besondere Vorteil des Pulverinhalators NEXThaler®: Er besitzt einen integrierten Dosisschutz, der die Wirkstoffpartikel nur bei ausreichendem Inspirationsfluss freisetzt, so dass keine Dosis verloren gehen kann. Wird die Abdeckung z. B. geöffnet und wieder geschlossen, ohne zu inhalieren, wandert die abgemessene Dosis wieder unter das Reservoir und geht nicht verloren. Der Dosiszähler bleibt unverändert und die Bereitstellung einer doppelten Dosis beim nächsten Laden ist ausgeschlossen. „Die intuitiven und einfachen Handhabungsschritte machen den NEXThaler® zu einem Device, von dem besonders Patienten mit persistierendem Asthma profitieren, die eine tägliche Therapie und eine gute Kontrolle benötigen“, so Gebhardt. „Angehörige medizinischer Heilberufe können ihren Patienten den Inhalator einfach und schnell erklären und so darauf vertrauen, dass diese korrekt inhalieren und die gewünschte Dosis in den Atemwegen ankommt.“
Die Bedeutung der kleinen Atemwege sollte in der Therapieentscheidung stärker berücksichtigt werden, war das übereinstimmende Fazit der beiden Experten. Denn Veränderungen an den kleinen Atemwegen sind mit einer Verschlechterung der Symptome assoziiert. „Das Ziel sollte es daher sein, SAD-Patienten zuverlässig zu identifizieren und die für sie geeignete Therapie zu verordnen“, so Trinkmann.

Quelle: Chiesi

Literatur:

(1) Kardos P et al. Curr Med Res Opin 2011; 27: 1835-47.
(2) Postma DS et al. Lancet Respir Med 2019; 7: 402-16.
(3) Virchow JC et al. J Aerosol Med Pulm Drug Deliv 2018; 31: 269-80.
(4) De Backer W et al. J Aerosol Med Pulm Drug Deliv 2010; 23: 137-148.
(5) Husemann K et al., Pneumologie 2012; 66: 283-9.


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