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Medizin

29. April 2014 Asthma und COPD: Trotz Inhalationstherapie ist ausreichende Symptomkontrolle keine Selbstverständlichkeit

Die inhalative Therapie ist eine hoch effektive, aber mitunter komplexe Behandlungsform bei obstruktiven Atemwegserkrankungen. Auf einem vom Unternehmen Teva unterstützten Symposium im Rahmen des 55. DGPKongresses beleuchteten ausgewiesene Experten aus Klinik und Praxis die Ursachen für die nach wie vor hohe Rate an symptomatischen Patienten und diskutierten verschiedene Strategien zur Optimierung des Therapieerfolgs. Eines der größten Hemmnisse einer erfolgreichen Inhalationstherapie sind nach übereinstimmender Auffassung der Experten die hohen Anforderungen der Inhalationstechnik. Hier können patientenfreundliche Inhalationssysteme wie Easi-Breathe® und Autohaler®, die den Wirkstoff atemzugsgetriggert abgeben, die Therapie erleichtern.

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Ein Großteil der Patienten mit Asthma oder COPD sei auch unter einer inhalativen Therapie noch symptomatisch, berichtete Dr. Thomas Voshaar aus Moers. So sind mehr als 50% der behandelten Asthmatiker in Europa trotz wirksamer inhalativer Kortikosteroide und Bronchodilatatoren sowie einer Vielzahl von unterschiedlichen Inhalationssystemen nicht optimal kontrolliert (1). Anwendungsfehler, Probleme bei der Koordination und eine mangelnde Adhärenz sind die häufigsten Ursachen für eine schlechte Krankheitskontrolle, das Auftreten von Exazerbationen und eine erhöhte Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. Kritische Fehler bei der Inhalation sind sowohl bei Asthmatikern als auch bei COPD-Patienten mit einer geringeren Krankheitskontrolle (Odds Ratio [OR] 1,53; p < 0,0001), häufigeren Krankenhausaufenthalten (p = 0,001), häufigeren notfallmäßigen Arztbesuchen (p < 0,001) und einem höheren Verbrauch von Antibiotika und oralen Kortikosteroiden (p < 0,001) assoziiert (2).

Rationale Auswahl von Inhalationssystemen

Bevor jedoch eine Therapieeskalation in Erwägung gezogen werde, sollten zunächst alle Möglichkeiten zur Optimierung der bestehenden Inhalationstherapie ausgeschöpft werden, riet Voshaar. Für das Management von Asthma und COPD komme der Verordnung eines adäquaten Inhalationssystems, das der Patient akzeptiere und richtig benutzen könne, eine Schlüsselrolle zu. "Ziehen Sie den Patienten in die Entscheidungsfindung ein", so der Appell des Experten. Durch die Auswahl eines für den einzelnen Patienten optimal geeigneten Inhalationssystems und eine intensive Einweisung in dessen Benutzung könnte nach Auffassung des Moerser Pneumologen bei etwa 80 bis 90% aller Patienten eine adäquate Asthmakontrolle erreicht werden.

Der Patient sollte die Möglichkeit haben, in der Arztpraxis verschiedene Systeme auszuprobieren, wobei grundsätzlich auf deren möglichst einfache Anwendbarkeit durch den Patienten zu achten sei. So lasse sich relativ schnell herausfinden, mit welchem System er am besten umgehen könne.

Die einzelnen Inhalationssysteme unterscheiden sich in Bezug auf das erforderliche Inhalationsmanöver und die Handhabung teilweise deutlich voneinander. Besonders große Unterschiede gibt es zwischen Trockenpulverinhalatoren und treibgasbetriebenen Dosieraerosolen. Bei der Anwendung von Trockenpulversystemen ist zunächst eine Desagglomeration von Wirkstoff- und Trägerpartikel erforderlich. Die dazu erforderliche Energie kommt aus dem inspiratorischen Atemfluss des Patienten. "Wird dieser Atemfluss nicht erreicht, ist die Desagglomeration unvollständig und es gelangen zu wenig Wirkstoffpartikel in die Lunge", erklärte PD Dr. Christian Geßner, Leipzig.

Atemzugstriggerung - ein praktischer Vorteil

Demgegenüber ist die Substanzfreisetzung bei Dosieraerosolen durch das Treibgas sichergestellt und damit vom Inspirationsfluss unabhängig. Die wesentliche Herausforderung für den Patienten ist die richtige Koordination von manueller Auslösung des Sprühstoßes und dem Beginn der Inhalation. Das Koordinationsproblem lasse sich aber durch eine Atemzugstriggerung weitgehend vermeiden, hob Geßner hervor. Inhalationssysteme wie Easi-Breathe® und Autohaler® ermöglichen eine atemzugsgesteuerte Auslösung. Nach Erreichen eines relativ geringen Triggerflusses wird der Wirkstoff dann automatisch freigesetzt.

Auch der Sprühstoß hat Einfluss auf den Therapieerfolg. Eine sanfte Sprühwolke mit reduzierter Austrittsgeschwindigkeit führe zu einer besseren und homogeneren Deposition in der Lunge als ein herkömmlicher Sprühstoß mit hoher Geschwindigkeit, so der Experte. Zudem sollte der behandelnde Arzt wegen der zahlreichen Unterschiede und Besonderheiten der verschiedenen Inhalationssysteme und dem erheblichen Schulungsaufwand bei jeder neuen Verordnung daran denken, das Aut-idem-Kreuz zu setzen, um einen Austausch in der Apotheke zu verhindern, riet Geßner.

Literaturhinweise:
(1) Demoly O et al. Eur Respir Rev 2012; 21: 66-74
(2) Melani AS et al. Respir Med 2011; 105: 930-938

Quelle: Teva


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