Freitag, 13. Dezember 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

29. April 2014 Asthma und COPD: Trotz Inhalationstherapie ist ausreichende Symptomkontrolle keine Selbstverständlichkeit

Die inhalative Therapie ist eine hoch effektive, aber mitunter komplexe Behandlungsform bei obstruktiven Atemwegserkrankungen. Auf einem vom Unternehmen Teva unterstützten Symposium im Rahmen des 55. DGPKongresses beleuchteten ausgewiesene Experten aus Klinik und Praxis die Ursachen für die nach wie vor hohe Rate an symptomatischen Patienten und diskutierten verschiedene Strategien zur Optimierung des Therapieerfolgs. Eines der größten Hemmnisse einer erfolgreichen Inhalationstherapie sind nach übereinstimmender Auffassung der Experten die hohen Anforderungen der Inhalationstechnik. Hier können patientenfreundliche Inhalationssysteme wie Easi-Breathe® und Autohaler®, die den Wirkstoff atemzugsgetriggert abgeben, die Therapie erleichtern.

Ein Großteil der Patienten mit Asthma oder COPD sei auch unter einer inhalativen Therapie noch symptomatisch, berichtete Dr. Thomas Voshaar aus Moers. So sind mehr als 50% der behandelten Asthmatiker in Europa trotz wirksamer inhalativer Kortikosteroide und Bronchodilatatoren sowie einer Vielzahl von unterschiedlichen Inhalationssystemen nicht optimal kontrolliert (1). Anwendungsfehler, Probleme bei der Koordination und eine mangelnde Adhärenz sind die häufigsten Ursachen für eine schlechte Krankheitskontrolle, das Auftreten von Exazerbationen und eine erhöhte Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. Kritische Fehler bei der Inhalation sind sowohl bei Asthmatikern als auch bei COPD-Patienten mit einer geringeren Krankheitskontrolle (Odds Ratio [OR] 1,53; p < 0,0001), häufigeren Krankenhausaufenthalten (p = 0,001), häufigeren notfallmäßigen Arztbesuchen (p < 0,001) und einem höheren Verbrauch von Antibiotika und oralen Kortikosteroiden (p < 0,001) assoziiert (2).

Rationale Auswahl von Inhalationssystemen

Bevor jedoch eine Therapieeskalation in Erwägung gezogen werde, sollten zunächst alle Möglichkeiten zur Optimierung der bestehenden Inhalationstherapie ausgeschöpft werden, riet Voshaar. Für das Management von Asthma und COPD komme der Verordnung eines adäquaten Inhalationssystems, das der Patient akzeptiere und richtig benutzen könne, eine Schlüsselrolle zu. "Ziehen Sie den Patienten in die Entscheidungsfindung ein", so der Appell des Experten. Durch die Auswahl eines für den einzelnen Patienten optimal geeigneten Inhalationssystems und eine intensive Einweisung in dessen Benutzung könnte nach Auffassung des Moerser Pneumologen bei etwa 80 bis 90% aller Patienten eine adäquate Asthmakontrolle erreicht werden.

Der Patient sollte die Möglichkeit haben, in der Arztpraxis verschiedene Systeme auszuprobieren, wobei grundsätzlich auf deren möglichst einfache Anwendbarkeit durch den Patienten zu achten sei. So lasse sich relativ schnell herausfinden, mit welchem System er am besten umgehen könne.

Die einzelnen Inhalationssysteme unterscheiden sich in Bezug auf das erforderliche Inhalationsmanöver und die Handhabung teilweise deutlich voneinander. Besonders große Unterschiede gibt es zwischen Trockenpulverinhalatoren und treibgasbetriebenen Dosieraerosolen. Bei der Anwendung von Trockenpulversystemen ist zunächst eine Desagglomeration von Wirkstoff- und Trägerpartikel erforderlich. Die dazu erforderliche Energie kommt aus dem inspiratorischen Atemfluss des Patienten. "Wird dieser Atemfluss nicht erreicht, ist die Desagglomeration unvollständig und es gelangen zu wenig Wirkstoffpartikel in die Lunge", erklärte PD Dr. Christian Geßner, Leipzig.

Atemzugstriggerung - ein praktischer Vorteil

Demgegenüber ist die Substanzfreisetzung bei Dosieraerosolen durch das Treibgas sichergestellt und damit vom Inspirationsfluss unabhängig. Die wesentliche Herausforderung für den Patienten ist die richtige Koordination von manueller Auslösung des Sprühstoßes und dem Beginn der Inhalation. Das Koordinationsproblem lasse sich aber durch eine Atemzugstriggerung weitgehend vermeiden, hob Geßner hervor. Inhalationssysteme wie Easi-Breathe® und Autohaler® ermöglichen eine atemzugsgesteuerte Auslösung. Nach Erreichen eines relativ geringen Triggerflusses wird der Wirkstoff dann automatisch freigesetzt.

Auch der Sprühstoß hat Einfluss auf den Therapieerfolg. Eine sanfte Sprühwolke mit reduzierter Austrittsgeschwindigkeit führe zu einer besseren und homogeneren Deposition in der Lunge als ein herkömmlicher Sprühstoß mit hoher Geschwindigkeit, so der Experte. Zudem sollte der behandelnde Arzt wegen der zahlreichen Unterschiede und Besonderheiten der verschiedenen Inhalationssysteme und dem erheblichen Schulungsaufwand bei jeder neuen Verordnung daran denken, das Aut-idem-Kreuz zu setzen, um einen Austausch in der Apotheke zu verhindern, riet Geßner.

Literaturhinweise:
(1) Demoly O et al. Eur Respir Rev 2012; 21: 66-74
(2) Melani AS et al. Respir Med 2011; 105: 930-938

Quelle: Teva


Stichwörter

Das könnte Sie auch interessieren

Mittelmeerdiät ist gesund – auch fernab mediterraner Gefilde

Mittelmeerdiät ist gesund – auch fernab mediterraner Gefilde
© Daniel Vincek / fotolia.com

Neue Analysen der EPIC-Potsdam-Studie zeigen, dass eine mediterrane Kost auch außerhalb des Mittelmeerraums das Risiko für Typ-2-Diabetes senken kann. Zudem können Menschen mit Gemüse, Obst, Olivenöl und Co wahrscheinlich zusätzlich ihr Herzinfarkt-Risiko verringern. Die Ergebnisse zum Zusammenhang von regionalen Diäten und chronischen Erkrankungen haben DIfE-Wissenschaftler im Rahmen des Kompetenzclusters NutriAct jetzt im Fachblatt BMC Medicine publiziert.

Neu aus dem ÄZQ: Patientenleitlinie "Kreuzschmerz"

Neu aus dem ÄZQ: Patientenleitlinie "Kreuzschmerz"
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Bettruhe, Bewegung oder Medikamente – welche Behandlung ist bei Beschwerden im Kreuz die richtige? Was Fachleute derzeit empfehlen, lesen Patientinnen und Patienten in der neuen ÄZQ-Patientenleitlinie "Kreuzschmerz". Jeder kennt Kreuzschmerzen. Oft sind sie harmlos und gehen von alleine weg. Die Schmerzen können aber auch länger andauern oder wiederkehren. Das kann belasten und im Alltag einschränken. Gegen die Schmerzen werden viele Behandlungen angeboten: einige helfen, andere nicht.

12. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) 34. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG)

12. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)  34. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG)
© Racle Fotodesign / fotolia.com

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, pro Woche mindestens 2,5 Stunden an mäßig anstrengender Ausdaueraktivität sowie an mindestens zwei Tagen in der Woche muskelkräftigende Aktivitäten auszuführen. Laut Daten des Robert Koch-Instituts erreicht nur etwa ein Fünftel der Frauen (20,5%) und ein Viertel der Männer (24,7%) in Deutschland beide Empfehlungen. Mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung bewegt sich weniger als 2,5 Stunden pro Woche (1). Doch regelmäßige Bewegung schützt nicht nur vor Übergewicht...

Umgang mit Alzheimer-Patienten: Feste Abläufe helfen Patienten und Angehörigen

Umgang mit Alzheimer-Patienten: Feste Abläufe helfen Patienten und Angehörigen
© Nottebrock / Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Bei der Alzheimer-Krankheit ist bereits in einem frühen Stadium das Kurzzeitgedächtnis betroffen. Deshalb hilft den Patienten das Festhalten an bekannten Handlungsroutinen und Abläufen. Das empfiehlt die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) in ihrem kostenlosen Ratgeber „Leben mit der Diagnose Alzheimer“, der unter der Telefonnummer 0211 - 86 20 66 0 oder www.alzheimer-forschung.de/diagnose-alzheimer bestellt werden kann.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Asthma und COPD: Trotz Inhalationstherapie ist ausreichende Symptomkontrolle keine Selbstverständlichkeit"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.