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Medizin
23. Juni 2020

Asthmatherapie 2020: Leitlinien und COVID-19 – was ist zu beachten?

Das Ziel der Asthmatherapie ist, den Zustand des kontrollierten Asthmas zu erreichen und die Symptome deutlich zu verringern. Es gibt eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten, die sich an den verschiedenen Asthma-Leitlinien orientieren.
 
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Sowohl die Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga, die Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) als auch die globale Initiative für Asthma (Global Initiative for Asthma (GINA)) beschäftigen sich mit Therapieempfehlungen, die zum größten Teil in ihren Aussagen übereinstimmen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Asthmatherapie. „Als erstes versuchen wir alles, was Asthma auslöst, zu vermeiden“, so PD Dr. med. Stephanie Korn, Mainz. Wenn das nicht ausreicht, werden inhalierbare Kortikosteroide (ICS) und Bronchien-erweiternde Medikamente eingesetzt. ICS sind das Kernelement der Asthmatherapie, denn die Kontrolle der Entzündung entscheidet über die Lungenfunktion und die klinische Asthmakontrolle. Orales Kortison wird in der Dauertherapie wegen der möglichen schweren Nebenwirkungen nicht verwendet.
 
Asthma-Stufentherapie
 
Zum Erreichen der Asthmakontrolle gibt es ein Schema mit 5 Therapiestufen zur Langzeitbehandlung von Asthmapatienten. Mit jeder Stufe wird die Behandlung entweder durch die Gabe zusätzlicher Medikamente und/oder durch eine Erhöhung der Dosis intensiviert. Je nach Grad der Erkrankung bzw. der Asthmakontrolle wird die medikamentöse Behandlung auf einer der 5 Stufen begonnen und nach Bedarf angepasst. Angestrebt wird die bestmögliche Asthmakontrolle mit einer möglichst geringen Menge an Medikamenten.
 
Asthmakontrolle
 
Bei den meisten Patienten kann mit einer Basistherapie und durch das 5‐stufige Therapieschema eine gute Asthmakontrolle erzielt werden. Wesentlich für eine optimale Compliance und eine erfolgreiche Therapie ist grundsätzlich die Schulung der Patienten und Erfassung der Asthmakontrolle, wobei eine optimale Asthmatherapie eine individualisierte Asthmatherapie ist.  Eine einfache Therapieform, wie z.B. eine 1x tägliche Anwendung, ist gerade auch bei Asthma von großem Vorteil. Wichtig sind darüber hinaus Asthmaschulung, Allergie-/Umweltkontrolle und die Beachtung von Komorbiditäten.
 
Asthma und COVID-19: Therapie mit ICS unverändert fortführen
 
Viele Patienten mit Asthma gehen irrtümlich davon aus, dass sie ein höheres Risiko für eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 haben. SARS-CoV 2 scheint aber keine Asthma-Exazerbationen auszulösen. Die meisten Patienten sind zudem sehr gut eingestellt und deshalb grundsätzlich nicht stärker durch Coronaviren gefährdet als gesunde Menschen – Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass sie ihre Medikamente regelmäßig einnehmen. Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Epidemie gibt es aber auch Unsicherheiten bezüglich der Therapie, v.a. im Hinblick auf inhalierbare Steroide, da von Virologen geäußert wurde, ein auf Kortison basierendes Asthma-Medikament durch ein Medikament zu ersetzen, das das Immunsystem weniger angreift. Asthma-Spezialisten empfehlen bei Kindern und Erwachsenen mit Asthma allerdings, eine adäquate und individuell eingestellte antiasthmatische Inhalationstherapie, insbesondere auch eine Behandlung mit ICS, nicht zu ändern oder gar zu beenden. „Eine erfolgreiche Inhalationstherapie bei Pa­tienten mit Asthma sollte daher auch und gerade in der aktuellen Corona­virus­-Pandemie unverändert fortgesetzt werden“, betonte Korn. 
 

AH

Quelle: Webinar „Moderne Asthmatherapie – die wichtigsten Bausteine im Blick.“ 26.05.2020; Veranstalter: GSK


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