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Medizin

30. Mai 2018 Diabetische Neuropathie: Auch an Vitamin B1-Mangel denken!

Nicht jede diabetische Neuropathie wird ausschließlich durch den Diabetes verursacht. Darauf wiesen Mediziner anlässlich des Diabetes-Kongresses hin. Oftmals tragen weitere Faktoren zur Nervenschädigung bei, wie beispielsweise der häufig bei Diabetikern auftretende Vitamin B1-Mangel. Der Ausgleich dieses Defizits ist daher im Rahmen einer multikausalen Therapie eine wichtige Maßnahme, um die Progression der Nervenschädigung aufhalten zu können. So können durch eine orale Behandlung mit der Vitamin B1-Vorstufe Benfotiamin auch Neuropathie-Symptome wie Kribbeln, Brennen und Taubheit in den Füßen gelindert werden.
Die diabetische Neuropathie ist keinesfalls eine „Spätkomplikation“ des Diabetes, wie über Jahrzehnte angenommen wurde: Aktuellen Daten zufolge setzt die Schädigung der Nerven in einem sehr frühen Stadium der Stoffwechselstörung ein. Bereits zu diesem Zeitpunkt müssten Maßnahmen zur Verhinderung der Neuropathie-Progression ergriffen werden, appellierte Prof. Karlheinz Reiners, Leiter der Neuromuskulären Ambulanz an der Neurologischen Klinik des Hermann-Josef-Krankenhauses Erkelenz. Denn die fortscheitende Nervenschädigung schränkt die Lebensqualität der Patienten zunehmend ein und erhöht das Sterblichkeitsrisiko: Viele Betroffene leiden unter teils quälenden Schmerzen und Missempfindungen wie Kribbeln oder Brennen in den Füßen, andere an schmerzlosen Fußulzera, die nicht selten Amputationen nach sich ziehen. Auch die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität steigen an.

Multikausal behandeln – Symptome lindern

Neurologe Reiners wies darauf hin, dass auch bei hochwahrscheinlich diabetogener Genese gleichzeitig andere – oftmals besser behandelbare - Ursachen einer distal-symmetrischen Polyneuropathie vorliegen könnten. Dazu zählt auch ein Mangel an Vitamin B1 (Thiamin), wie PD Dr. med. Ovidiu Alin Stirban, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin, Diabetologie und Endokrinologie der Schön Klinik Nürnberg Fürth, erläuterte: Patienten mit Diabetes haben aufgrund einer verstärkten renalen Vitamin-B1-Ausscheidung oftmals ein Defizit an dem Vitamin (1), welches Neuropathien verursachen oder verstärken kann. Neben der Optimierung der Diabeteseinstellung ist es daher im Rahmen einer multifaktoriellen Intervention auch notwendig, den Vitamin B1-Mangel auszugleichen. Dazu eignet sich die Vitamin-B1-Vorstufe Benfotiamin (milgamma® protekt), die eine ca. 5-fach höhere Bioverfügbarkeit aufweist als herkömmliches Thiamin (2). Sie kann einen nervenschädigenden Vitamin B1-Mangel effektiv beheben und so bei längerfristiger Einnahme Symptome der diabetischen Neuropathie, wie Kribbeln, Brennen und Taubheit in den Füßen, lindern (3 - 5).

Lesen Sie hier weitere aktuelle Informationen zur diabetischen Neuropathie >>

milgamma®protekt Wirkstoff: Benfotiamin. Zusammensetzung: Arzneil. wirks. Bestandt.: 1 Ftbl. enth. 300 mg Benfotiamin. Sonst. Bestandt.: Mikrokristalline Cellulose, Talkum, Povidon (K30), hochdisperses. Sillicumdioxid, Croscarmellose-Natrium, höherkettige Partialglyceride, Hypromellose, Titandioxid, Polyethylenglycol, Saccharin-Natrium. Anwendungsgebiete: Beh. v. Neuropathien u. kardiovask. Stör., die durch Vit. B1-Mangel hervorgerufen werden. Ther. od. Prophylaxe v. klin. Vit. B1 Mangelzuständen, sofern diese nicht ernährungsmäßig behoben werden können. Gegenanzeigen: Überempfindl. gegen Benfotiamin / Thiamin od. einem d. sonst. Bestandt. Nebenwirkungen: In Einzelfäll.: Überempfindlichkeitsreakt. (Urtikaria, Exanthem), gastrointest. Störungen. WÖRWAG Pharma GmbH & Co.KG, 71034 Böblingen. Apothekenpflichtig, Stand 03/2016

Quelle: Symposium „Diabetische Neuropathie: Früher erkennen – besser behandeln“ am 9. Mai 2018 in Berlin, veranstaltet von WÖRWAG Pharma.

Literatur:

(1) Thornalley PJ et al. High prevalence of low plasma thiamine concentration in diabetes linked to a marker of vascular disease. Diabetologia 2007; 50: 2164-2170

(2) Schreeb KH et al. Comparative bioavailability of two vitamin B1 preparations: benfotiamine and thiamine mononitrate. Eur J Clin Pharmacol 1997; 52: 319-320

(3) Stracke H et al. Benfotiamine in diabetic polyneuropathy (BENDIP): Results of a randomised, double blind, placebo-controlled clinical study. Exp Clin Endocrinol Diab 2008; 116: 600–605

(4) Haupt E et al. Benfotiamine in the treatment of diabetic polyneuropathy - a three-week randomized, controlled pilot study (BEDIP Study). Int J Clin Pharmacol Ther 2005; 43: 71-77

(5) Stirban et. al. Neurodiab 2016; unveröffentlicht.


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