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Medizin

12. Februar 2018 Auswirkungen von Komasaufen auf die Knochen von Jugendlichen

In einer vom Wissenschaftsfonds FWF finanzierten Pilotstudie wurden die Auswirkungen des Komasaufens auf die Knochen von Jugendlichen in einem Modell untersucht. Alkoholkonsum könnte den Knochenaufbau junger Menschen beeinflussen und damit langfristige Folgen haben, so das Ergebnis.
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Wer regelmäßig und über lange Zeit Alkohol trinkt, schädigt nicht nur seine Organe, sondern tut auch den Knochen nichts Gutes. Alkoholsucht ist nachweislich ein Risikofaktor für Osteoporose. Die Knochenmasse baut ab und der Stoffwechsel des Knochens verschlechtert sich insgesamt. Eine Pilotstudie, die an der Medizinischen Universität Wien durgeführt wurde, legt nun nahe, dass sich exzessives Alkoholtrinken, sogenanntes Komasaufen, auch bereits bei Jugendlichen negativ auf das Knochengewebe auswirkt. Wer in der Jugend regelmäßig und exzessiv trinkt, könnte seine Knochen nachhaltig schädigen, noch bevor der Höhepunkt des Knochenaufbaus mit rund 20 Jahren erreicht ist.

Über einen Zeitraum von 2 Monaten wurde an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, dem Kooperationspartner der Studie, jungen Schweinen 2x wöchentlich ein ihrem Körpergewicht entsprechendes Alkohol-Apfelsaft-Gemisch zum Trinken gegeben. Eine Kontrollgruppe erhielt nur Apfelsaft. Zu verschiedenen Zeitpunkten entnahm ein Forscherteam rund um den Projektleiter Peter Pietschmann zunächst Serumproben und bestimmte verschiedene Marker des Knochen- und Muskelstoffwechsels.

Alkohol verringert Knochenaufbau

In einem zweiten Schritt wurden die Knochen 2 Monate nach Beginn der Alkoholgabe begutachtet. Dabei stellte das Projektteam Veränderungen des Knochens durch Alkohol fest. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass sich Vorgänge der Knochenneubildung verringern“, erklärt Peter Pietschmann im Gespräch. Dazu haben die Forscher Knochenproben an für Brüche anfälligen Körperstellen entnommen, die sie sowohl mikroskopisch als auch mittels Mikro-Computertomografie untersuchten, um die Knochenstruktur, Umbauvorgänge und die Zahl der Knochenzellen zu analysieren. Auch Blutproben und histologische Untersuchungen führte das Team am Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung (IPA) der Medizinischen Universität Wien durch. Neben den Veränderungen im Knochen zeigten die Blutproben verminderte Phosphor- und Kalziumspiegel, wie das auch beim Menschen typisch für Veränderungen durch Alkoholkonsum ist.

Langzeitfolgen des Komatrinkens

Aufgrund dieser Ergebnisse vermutet Pietschmann, dass Komasaufen auch bei Menschen langfristige Effekte auf die Funktion des Knochens hat. „Wenn sich unsere Hypothese, dass die Knochenformation durch das Trinken vermindert wird, weiter bewahrheitet, heißt das, dass die jungen Menschen, die dieses Problem haben, ihre Knochenmasse nicht so weit aufbauen können wie es normalerweise der Fall wäre.“ – Mit der Folge, dass das Risiko im späteren Alter an Osteoporose zu erkranken, erhöht sein könnte.

Immunologische Zusammenhänge

Pietschmann arbeitet bereits an der Planung eines Folgeprojektes, das auf den vorliegenden Daten aufbaut und die Erkenntnisse weiter vertiefen soll. „Wir haben jetzt die Untersuchungstechniken etabliert, das ist ein wichtiges Ergebnis unseres Pilotprojekts“, betont der Spezialist für Pathophysiologie und Rheumatologie.

Quelle: FWF – Der Wissenschaftsfond


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