Donnerstag, 25. April 2019
Navigation öffnen

Medizin

12. Februar 2018 Auswirkungen von Komasaufen auf die Knochen von Jugendlichen

In einer vom Wissenschaftsfonds FWF finanzierten Pilotstudie wurden die Auswirkungen des Komasaufens auf die Knochen von Jugendlichen in einem Modell untersucht. Alkoholkonsum könnte den Knochenaufbau junger Menschen beeinflussen und damit langfristige Folgen haben, so das Ergebnis.
Anzeige:
Fachinformation
Wer regelmäßig und über lange Zeit Alkohol trinkt, schädigt nicht nur seine Organe, sondern tut auch den Knochen nichts Gutes. Alkoholsucht ist nachweislich ein Risikofaktor für Osteoporose. Die Knochenmasse baut ab und der Stoffwechsel des Knochens verschlechtert sich insgesamt. Eine Pilotstudie, die an der Medizinischen Universität Wien durgeführt wurde, legt nun nahe, dass sich exzessives Alkoholtrinken, sogenanntes Komasaufen, auch bereits bei Jugendlichen negativ auf das Knochengewebe auswirkt. Wer in der Jugend regelmäßig und exzessiv trinkt, könnte seine Knochen nachhaltig schädigen, noch bevor der Höhepunkt des Knochenaufbaus mit rund 20 Jahren erreicht ist.

Über einen Zeitraum von 2 Monaten wurde an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, dem Kooperationspartner der Studie, jungen Schweinen 2x wöchentlich ein ihrem Körpergewicht entsprechendes Alkohol-Apfelsaft-Gemisch zum Trinken gegeben. Eine Kontrollgruppe erhielt nur Apfelsaft. Zu verschiedenen Zeitpunkten entnahm ein Forscherteam rund um den Projektleiter Peter Pietschmann zunächst Serumproben und bestimmte verschiedene Marker des Knochen- und Muskelstoffwechsels.

Alkohol verringert Knochenaufbau

In einem zweiten Schritt wurden die Knochen 2 Monate nach Beginn der Alkoholgabe begutachtet. Dabei stellte das Projektteam Veränderungen des Knochens durch Alkohol fest. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass sich Vorgänge der Knochenneubildung verringern“, erklärt Peter Pietschmann im Gespräch. Dazu haben die Forscher Knochenproben an für Brüche anfälligen Körperstellen entnommen, die sie sowohl mikroskopisch als auch mittels Mikro-Computertomografie untersuchten, um die Knochenstruktur, Umbauvorgänge und die Zahl der Knochenzellen zu analysieren. Auch Blutproben und histologische Untersuchungen führte das Team am Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung (IPA) der Medizinischen Universität Wien durch. Neben den Veränderungen im Knochen zeigten die Blutproben verminderte Phosphor- und Kalziumspiegel, wie das auch beim Menschen typisch für Veränderungen durch Alkoholkonsum ist.

Langzeitfolgen des Komatrinkens

Aufgrund dieser Ergebnisse vermutet Pietschmann, dass Komasaufen auch bei Menschen langfristige Effekte auf die Funktion des Knochens hat. „Wenn sich unsere Hypothese, dass die Knochenformation durch das Trinken vermindert wird, weiter bewahrheitet, heißt das, dass die jungen Menschen, die dieses Problem haben, ihre Knochenmasse nicht so weit aufbauen können wie es normalerweise der Fall wäre.“ – Mit der Folge, dass das Risiko im späteren Alter an Osteoporose zu erkranken, erhöht sein könnte.

Immunologische Zusammenhänge

Pietschmann arbeitet bereits an der Planung eines Folgeprojektes, das auf den vorliegenden Daten aufbaut und die Erkenntnisse weiter vertiefen soll. „Wir haben jetzt die Untersuchungstechniken etabliert, das ist ein wichtiges Ergebnis unseres Pilotprojekts“, betont der Spezialist für Pathophysiologie und Rheumatologie.

Quelle: FWF – Der Wissenschaftsfond


Das könnte Sie auch interessieren

Grippeviren im Anmarsch - Tipps zum Schutz vor Ansteckung

Grippeviren im Anmarsch - Tipps zum Schutz vor Ansteckung
© ERGO Group

Jedes Jahr aufs Neue rollen gegen Ende des Jahres die ersten Grippewellen an: Laut dem Robert-Koch-Institut erkranken während einer saisonalen Grippewelle in Deutschland zwischen zwei und zehn Millionen Menschen. Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, erklärt den Unterschied zwischen Erkältung und echter Grippe, der sogenannten Influenza. Zudem gibt er Tipps zu Schutzmaßnahmen gegen Grippeviren.

Rückenfit an der frischen Luft

Rückenfit an der frischen Luft
© AGR/BdR

Zum 17. Mal findet am 15. März 2018 der Tag der Rückengesundheit statt. Das diesjährige Motto „Rückenfit an der frischen Luft“ möchte dazu motivieren, sich mehr in der Natur zu bewegen und sportliche Aktivitäten im Freien zu genießen. Frische Luft belebt Körper und Geist und Tageslicht sorgt zusätzlich für gute Laune. Initiiert und organisiert wird der Aktionstag von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. und dem Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR) e. V. Rund um den 15. März finden bundesweit zahlreiche...

Vitamin D-Mangel begünstigt Ausbildung von Osteoporose

Vitamin D-Mangel begünstigt Ausbildung von Osteoporose
© crevis / Fotolia.com

Osteoporose ist eine Erkrankung des Skeletts, bei der die Knochen an Festigkeit verlieren und leichter brechen. Dann kann es schnell zu einem Knochenbruch kommen. Sehr oft betroffen sind der Oberschenkelhalsknochen oder die Arme. Eine Ursache für ein schwaches Knochengefüge kann Vitamin D-Mangel sein, wie Prof. Andreas Roth, Leiter des Bereichs Endoprothetik der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie am UKL, anlässlich des Welt-Osteoporose-Tages am 20. Oktober erläutert. Doch auch ein Zuviel an Vitamin D kann zu Gefährdungen führen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Auswirkungen von Komasaufen auf die Knochen von Jugendlichen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.