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Medizin

15. September 2020 Autoimmunhepatitis: Forschung an zellulärer Therapie

Die Autoimmunhepatitis (AIH) ist eine seltene und chronisch verlaufende Erkrankung. Aufgrund einer Fehlregulierung des Immunsystems zerstört es die eigenen Leberzellen und löst so eine Hepatitis, eine Leberentzündung, aus. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Leberfibrose. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt das Forschungsvorhaben der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie zur Entwicklung neuer zellulärer Therapien an der Medizinischen Fakultät der UDE zum Thema über zunächst 3 Jahre mit rund 340.000 Euro.
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Fachinformation
PD Dr. Matthias Hardtke-Wolenski möchte eine neue zelluläre Therapie gegen AIH entwickeln: „Die Standard-Therapie sieht vor, lebenslang Cortison zu nehmen und verursacht entsprechend starke Nebenwirkungen. Hier braucht es dringend Alternativen.“ Im Fokus seiner wissenschaftlichen Arbeit steht die Suche nach Therapieansätzen, welche das Immunsystem zwar daran hindern, die eigenen Leberzellen zu attackieren, gleichzeitig aber die Immunkompetenz der Patienten gegen von außen eindringende Erreger erhalten.

Hardtke-Wolenski: „Bei anderen Autoimmunerkrankungen wurden bereits erste Studien mit der adoptiven regulatorischen T-Zelltherapie erfolgreich durchgeführt. Hierbei werden den Betroffenen für die jeweilige Erkrankung spezifische T-Zellen zugeführt, welche regulierend in die Funktion des Immunsystems eingreifen.“ Basis der Untersuchungen bildet ein von den Essener Wissenschaftlern entwickeltes experimentelles Maus-Modell, das der menschlichen AIH sehr ähnlich ist.

Um hieran die Wirkung antigenspezifischer regulatorischer T-Zellen zu überprüfen, müssen sie jedoch zunächst passende regulatorische T-Zellen in ausreichender Zahl aus dem Blut der Patienten gewinnen. Dazu verändern die Forscher genetisch die Spezifität von T-Zellen, die eigentlich nicht für diesen spezifischen Einsatz geeignet sind.

„Diese regulieren autoreaktive Zellen sowohl bei AIH als auch bei anderen Autoimmunerkrankungen, haben keine Nebenwirkungen und verstärken zugleich die Heilwirkung“, erläutert Matthias Hardtke-Wolenski.

Sollten die Forscher im Mausmodell Erfolg haben, folgen im nächsten Schritt klinische Studien.

Quelle: Universität Duisburg-Essen


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