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Medizin

26. Juni 2020 Axiale Spondyloarthritis: EU-Zulassung für IL 17A-Inhibitor Ixekizumab in beiden Stadien

Am 02. Juni 2020 hat die Europäische Kommission dem IL 17A-Inhibitor Ixekizumab (Taltz®) die Zulassung für die Behandlung erwachsener Patienten mit einer aktiven axialen Spondyloarthritis sowohl im nicht-röntgenologischen als auch röntgenologischen Krankheitsstadium erteilt. Ixekizumab kann bereits nach einem Versagen von nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) eingesetzt werden. Das Studienprogramm COAST untersuchte die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Ixekizumab bei den Formen der axialen Spondyloarthritis entsprechend in unterschiedlichen Patientengruppen mit einem ASAS40-Ansprechen als ambitionierten primären Endpunkt (1-3). Es konnte eine gleichermaßen schnelle und anhaltende Wirksamkeit über 52 Wochen gezeigt werden (1, 4).
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Basistext
Die Auswirkungen einer axialen Spondyloarthritis (axSpA) gehen weit über chronische Rückenschmerzen und morgendliche Gelenksteifigkeit hinaus und bedeuten aufgrund von weitreichenden Bewegungseinbußen sowie möglichen Folgeerkrankungen für die oft noch recht jungen Patienten große Einschränkungen der Lebensqualität in Alltagsaktivitäten und der Teilhabe am sozialen Leben. Diese Patienten können mit Ixekizumab ab sofort von dem innovativen Wirkansatz der IL-17A-Inhibition profitieren, der sich bereits seit einigen Jahren bei der Behandlung der Plaque-Psoriasis und der Psoriasis-Arthritis bewährt hat. Hier zeigte Ixekizumab gegenüber anderen Biologika wie Guselkumab (5) oder Adalimumab (6) dem Goldstandard der Psoriasis-Arthritis, eine Überlegenheit. „Mit dem anspruchsvollen und innovativen COAST-Studienprogramm zeigt Ixekizumab nun auch bei der axSpA eine überzeugende Wirksamkeit bei bekannt guter Verträglichkeit“, betonte Dr. Oliver Bachmann, Lilly. „Unser Molekül wurde speziell so entwickelt, dass es unter den IL-17A-Inhibitoren das pro-inflammatorische Zytokin IL-17A mit höchster Affinität und Spezifität bindet“ (7-9).

Innovatives COAST-Studienprogramm

Das COAST-Studienprogramm untersuchte in 3 Zulassungsstudien die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Ixekizumab sowohl im nicht-röntgenologischen (nr-axSpA) als auch im röntgenologischen (r-axSpA) Krankheitsstadium. Dabei wurde erstmals in der r-axSpA Patientenpopulation nach Biologika-naiven und TNF-Inhibitor vorbehandelten Patienten getrennt. Die Messlatte lag mit dem gewählten ASAS40-Ansprechen in Woche 16 als primären Endpunkt hoch, der erstmals für r-axSpA Studien so ambitioniert gewählt wurde. In der Studie mit Biologika-Naiven wurde darüber hinaus in einem Referenzarm Adalimumab untersucht. In allen 3 Studien demonstrierte Ixekizumab mit Erfolg eine starke, schnelle und anhaltende Wirksam-keit hinsichtlich der primären und sekundären Studienendpunkte nach 16 sowie nach 52 Wochen (1-4).

Starke Wirksamkeit in allen Krankheitsstadien der axSpA

In der COAST-X Studie bei Biologika-naiven Patienten mit nr-axSpA erreichten anhaltend ca. ein Drittel der Patienten mit Ixekizumab ein ASAS40-Ansprechen (Ixekizumab 30,2% vs. Placebo 13,3%, p <0,01) sowie eine signifikante mittlere Verbesserung des BASDAI (Ixekizumab -2,9 vom Ausgangswert 7,0 vs. Placebo -1,8 vom Ausgangswert 7,2; p ≤0,01) in Woche 52 (1).

Patienten mit r-axSpA profitierten in 2 Studien ebenfalls von Ixekizumab

In der COAST-V-Studie bei Biologika-naiven Patienten erreichte nahezu jeder zweite Patient ein ASAS40-Ansprechen bereits in Woche 16 (Ixekizumab 48,1% vs. Placebo 18,4%, p ≤0,001) und auch am Ende der Studie an Woche 52 (Ixekizumab 53,1%) (2, 4). Im Adalimumab-Referenzarm, der bis Woche 16 mitgeführt wurde, konnten dies hingegen 35,6% der Patienten aufweisen (2). Eine wesentliche Verbesserung des BASDAI um -3,0 Punkte (zum Ausgangswert 6,8) konnte in Woche 16 erreicht werden (vs. Placebo: -1,5; Ausgangswert 6,8 ; p ≤0,001), die sich dann bis Woche 52 sogar auf -3,3 erhöhte (4).

In der COAST-W-Studie, in der die Patienten mit bis zu 2 TNF-Inhibitoren vorbehandelt waren, erreichten 25,4% der Patienten unter Ixekizumab den primären Endpunkt ASAS40 in Woche 16 (vs. Placebo 12,5%, p <0,05) und 34,2% bis Woche 52 (3, 4). Der BASDAI verbesserte sich bis Woche 16 gegenüber dem Ausgangswert 7,5 um 2,1 Punkte (vs. Placebo  1,0; Ausgangswert 7,3, p ≤ 0,001) und blieb bis Woche 52 mit einer Verbesserung um 2,4 Punkte auf diesem Niveau (3, 4).

In allen COAST-Studien waren die objektiven Zeichen einer Entzündung, wie CRP oder MRT (SPARCC-Score), ebenso signifikant reduziert (1-4)

Gute Verträglichkeit – einfach in der Anwendung

Das COAST-Studienprogramm untermauerte weiterhin das bereits bekannte und gute Verträglichkeitsprofil von Ixekizumab. Zu diesem liegen nun Daten von mehr als 8.200 Patienten aus 21 Studien zur axSpA, Psoriasis-Arthritis und Plaque-Psoriasis vor (10). Die häufigsten Nebenwirkungen waren Nasopharyngitis, Reaktionen an der Injektionsstelle sowie Infekte der oberen Atemwege, die meist leicht bis mittelschwer waren und in der Regel nicht zu einem Absetzen der Behandlung führten (7, 10).

Die Langzeiteffekte von Ixekizumab bei Patienten mit nr-axSpA und r-axSpA mit unterschiedlicher Vorbehandlung werden in der COAST-Y-Studie weiter untersucht: An dieser Langzeitverlängerungsstudie über 104 Wochen können Patienten teilnehmen, die zuvor eine der 3 COAST-Zulassungsstudien nach 52 Wochen abgeschlossen haben. Primärer Endpunkt ist der Anteil der Patienten, der nach Absetzen der Therapie zwischen Woche 24 und 64 keinen Krankheitsschub hatte. Die Studie wird voraussichtlich im März 2021 abgeschlossen sein.

Die Anwendung des IL-17A-Inhibitors ist einfach: Die Patienten beginnen in der Indikation axSpA mit einer 2-fachen Dosis für den schnellen Start (2 x 80 mg). Danach wird alle 4 Wochen die wirkstarke Dosis von 1 x 80 mg entweder mit einem Fertigpen oder einer Fertigspritze subkutan injiziert (7).

IL-17A-Inhibitoren auf einer Stufe mit TNFi in den Leitlinien

Zielgerichtete Wirkstoffe wie Ixekizumab haben sich bei der Plaque-Psoriasis und Psoriasis-Arthritis innerhalb kurzer Zeit fest etabliert. Auch bei der axSpA hat die IL-17-Inhibition bereits Einzug in die S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) gehalten und ist neben den TNF-Inhibitoren gleichermaßen als First-Line-Biologikum nach NSAR empfohlen (12).

Quelle: Lilly

Literatur:

(1) Deodhar A et al. Lancet 2020; 395(10217): 53–64
(2) van der Heijde D et al. Lancet 2018; 392(10163): 2441–2451  
(3) Deodhar A et al. Arthritis Rheumatol 2019; 71 (4): 599–611
(4) Dougados M et al. Ann Rheum Dis 2020; 79(2): 176–185
(5) Blauvelt A et al. Br J Dermatol 2019. doi: 10.1111/bjd.18851. (Epub ahead of print)
(6) Mease PJ et al. Ann Rheum Dis 2020; 79(1): 123–131
(7) Taltz® Fachinformation. Stand: Juni 2020
(8) Paul C et al. Br J Dermatol 2018; 178(5): 1003–1005¬
(9) Assessment report EMA/CHMP/389874/2014 [online]. Stand: 29.09.2015. URL: http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_librar y/EPAR_-_Public_assessment_report/human/003729/WC500183131.pdf (Zugriff: 27.05.2020)
(10) Genovese MC et al. Rheumatology 2020; 0: 1–11; doi:10.1093/rheumatology/keaa189
(11) ClinicalTrials.gov [online]. URL: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT03129100 (Zugriff: 27.05.2020)
(12) Kiltz U et al. S3-Leitlinie Axiale Spondyloarthritis inklusive Morbus Bechterew und Frühformen 2019; online publiziert unter https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/060-003l_S3_Axiale-Spondyloarthritis-Morbus-Bechterew-Fruehformen-2019-10.pdf (Zugriff: 27.05.2020)


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