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27. Februar 2018
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Chronische metabolische Azidose: Bikarbonatmanagement ist Outcome-relevant

Das Schicksal chronischer Hämodialysepatienten zeigt beispielhaft die enorme Bedeutung eines optimalen Bikarbonatmanagements. Besonders bewährt zur Korrektur der metabolischen Azidose hat sich in diesem Zusammenhang magensaftresistentes orales Bicarbonat.
Die bei der terminalen Niereninsuffizienz per se stets vorhandene metabolische Azidose kann während der Hämodialysebehandlung en passent mitkorrigiert werden, da die Dialysierflüssigkeit Bikarbonat enthält. Jedoch konnte anhand 2013 publizierter Outcome Daten aus der multinationalen DOPP-Studie (DOPPS = Dialysis Outcome and Practice Pattern Study) (1) gezeigt werden, dass das Outcome der Patienten immer dann günstiger war, wenn durch eine zwischen den Dialysesitzungen erfolgte Korrektur der metabolischen Azidose durch die orale Gabe von Bikarbonat die zu Dialysebeginn bestehende Azidose nur wenig ausgeprägt war und daher nur eine geringe Bikarbonatkonzentration in der Dialysierflüssigkeit eingesetzt werden musste. Bezüglich der Effektivität einer solchen kombinierten „oral-und-dialytischen“ Therapie zeigen sich in der Praxis magensaftresistente Präparate überlegen.

Fazit für die Praxis

Empfehlenswert ist es, zwischen den Dialysen Bikarbonat oral zu verordnen und mit einer möglichst niedrigen Bikarbonatkonzentration zu dialysieren. Auf Grund der zusätzlichen Tablettenlast ist dies ein anspruchsvolles, schwieriges, aber mögliches und wichtiges Ziel. Zumindest sollte bei allen Patienten die DB individuell verordnet werden. Innovative orale Bikarbonatpräparate, deren Einnahme für die Patienten weniger belastend sind, könnten das therapeutische Portfolio sinnvoll bereichern. Eine Korrektur der metabolischen Azidose im Prädialysestadium ist jedoch ausschließlich peroral praktikabel und deshalb sehr bedeutsam.

Fazit

Der Ausgleich der metabolischen Azidose mit Natriumhydrogencarbonat verbessert die Prognose bei bestehender Niereninsuffizienz deutlich (2, 3, 4). Daher empfehlen die European Best Practice Guidelines (EBPG) bei Serum-Bicarbonat-Spiegeln unter 22 mmol/l den konsequenten Ausgleich der chronischen metabolischen Azidose mit Natriumhydrogencarbonat (5).
 
Abb.: Zusammenhang zwischen Serum-Bicarbonat-Konzentration und jährlicher Veränderung der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) bei älteren Patienten. X-Achse: Serum-Bicarbonat-Kategorien; Y-Achse: jährliche Änderungsrate der eGFR; Fehlerbalken geben 95%-Konfidenzintervalle an. Mod. nach  2014 (4).
Abb.: Zusammenhang zwischen Serum-Bicarbonat-Konzentration und jährlicher Veränderung der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) bei älteren Patienten. X-Achse: Serum-Bicarbonat-Kategorien; Y-Achse: jährliche Änderungsrate der eGFR; Fehlerbalken geben 95%-Konfidenzintervalle an. (modifiziert nach Goldenstein et al. 2014 (4))


 
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