Samstag, 4. Juli 2020
Navigation öffnen

Medizin

16. Juli 2013 Biochemie der Sepsis: Lipidsignalwege bei immunologischen Prozessen

Sphingolipide sind Allrounder: Galten die zur Gruppe der Fette gehörenden Naturstoffe lange Zeit als reine Strukturbestandteile der Zellmembran, so werden sie heute als zentrale Spieler bei der Regulation wichtiger Zellfunktionen erforscht. In Krankheitsprozessen ist ihr Mitwirken unter anderem bei neurodegenerativen Erkrankungen, Gewebeschäden nach Herzinfarkt oder Schlaganfall und bei Tumorerkrankungen nachgewiesen. Auch an immunologischen und Entzündungsprozessen sind Sphingolipide beteiligt, was sie ins Visier der Sepsisforschung rückt.

Anzeige:
Fachinformation

"Die Sphingolipide und ihre auf nahezu allen Zelloberflächen vorkommenden Rezeptoren regeln zum Beispiel den Austritt von Lymphozyten und die Durchlässigkeit von Gefäßwänden, zwei Prozesse, die bei einer Sepsis wesentlich gestört sein können", erklärt Prof. Markus Gräler. Der 41-jährige Biochemiker hat seit diesem Jahr eine Professur für Sepsisforschung in der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie des Uniklinikums Jena inne. In seinen Laboren im Zentrum für Molekulare Biomedizin auf dem Beutenberg erforscht er mit derzeit sechs Mitarbeitern die Signaltransduktion von Lipiden und Lipidrezeptoren bei immunologischen Prozessen.
 
Dabei verfolgt er den Stoffwechsel und die Signalweiterleitung der Sphingolipidmoleküle nicht nur unter dem Floureszenzmikroskop, sondern auch mithilfe speziell angepasster massenspektrometrischer Messungen. "Aktuell wollen wir untersuchen, ob ein für die Multiple-Sklerose-Therapie zugelassener Wirkstoff, der in den Sphingolipidsignalweg eingreift, auch pathologische Mechanismen bei einer Sepsis beeinflusst", so Markus Gräler zu einem Projekt im Zentrum für Sepsis und Sepsisfolgen. Für weitere Forschungsthemen sind schon vielfältige Kontakte zu den Lebenswissenschaftlern an Universität, Klinikum und Beutenberginstituten geknüpft. Mit Laborkursen und Spezialvorlesungen beteiligt sich Professor Gräler am Doktorandenprogramm und der Summer School Molecular Medicine der Medizinischen Fakultät. Für das derzeit entstehende neigungsorientierte Medizinstudium sieht er in der Ausgestaltung des forschungsorientierten Zweigs eine spannende Lehraufgabe.
 
Nach seinem Biochemiestudium in Berlin und der Promotion am Max-Delbrück-Zentrum arbeitete Markus Gräler als PostDoc in San Francisco und leitete anschließend eine Emmy-Noether-Forschungsgruppe zur Rolle der Sphingolipide bei Immunprozessen an der Medizinischen Hochschule Hannover. Zuletzt erforschte er mit einer eigenen Arbeitsgruppe am Molekularen Krebsforschungszentrum der Charité Berlin die Lipidsignalwege bei Lymphomen und ist in das  Sphingolipid-Schwerpunktprogramm der DFG eingebunden.

Quelle: Uniklinikum Jena


Anzeige:
Basistext

Stichwörter

Das könnte Sie auch interessieren

Reha-Maßnahme bei Diabetes Typ 2 – so geht‘s

Reha-Maßnahme bei Diabetes Typ 2 – so geht‘s
© Robert Kneschke - stock.adobe.com

Sie wissen nicht, wie Sie am Arbeitsplatz mit Ihrer Diabeteserkrankung umgehen sollen? Sie bekommen Ihren Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c nicht in den Griff oder leiden zusätzlich unter Depressionen? Sie müssten dringend abnehmen, sich mehr bewegen und gesund ernähren? Dann könnte eine medizinische Rehabilitation die richtige Maßnahme für Sie sein. Was bei der Antragstellung zu beachten ist, erklären Experten. 

Häufiger Sauna-Besuch senkt Schlaganfallrisiko

Häufiger Sauna-Besuch senkt Schlaganfallrisiko
© BillionPhotos.com / fotolia.com

Gute Nachrichten für alle, die das ganze Jahr über in die Sauna gehen: Wer mehrmals wöchentlich sauniert, kann das Schlaganfallrisiko um bis zu 61 Prozent senken. Zu diesem Ergebnis kommen ForscherInnen der Medizin Uni Innsbruck und der Universität Ostfinnland in einer gemeinsamen Studie, die das Sauna-Verhalten von über 1.600 Männern und Frauen unter die Lupe genommen hat. Das renommierte Fachjournal Neurology berichtet.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Biochemie der Sepsis: Lipidsignalwege bei immunologischen Prozessen "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Bayern beschließt Corona-Tests für jedermann – Hierfür sollen die Kapazitäten von 20.000 auf 30.000 Tests pro Tag erhöht werden (dpa, 30.06.2020).
  • Bayern beschließt Corona-Tests für jedermann – Hierfür sollen die Kapazitäten von 20.000 auf 30.000 Tests pro Tag erhöht werden (dpa, 30.06.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden