Donnerstag, 17. Oktober 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

21. Juni 2019 Biomarker-Test bei Brustkrebs im Frühstadium als Kassenleistung

Chemotherapie ja oder nein – bei Brustkrebs im Frühstadium ist diese Frage oft schwer zu beantworten. In vielen Fällen kann ein Biomarker-Test helfen. Davon dürften bald mehr Frauen profitieren.
Anzeige:
Fachinformation
Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium können künftig voraussichtlich einen Biomarker-Test als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch nehmen. Der Test könne bei der Entscheidung helfen, ob eine Chemotherapie nach einer Operation sinnvoll sei, stellte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am Donnerstag in Berlin fest. Dies könnte in Deutschland schätzungsweise 20.000 Frauen pro Jahr betreffen.

Der Beschluss muss nun vom Bundesministerium für Gesundheit geprüft werden und tritt erst in Kraft, wenn er nicht beanstandet wurde und im Bundesanzeiger erschienen ist. Der Einsatz wird aber erst dann eine vertragsärztliche Leistung, wenn der Bewertungsausschuss über die Höhe der ärztlichen Vergütung entschieden hat. Diese Prozesse dürften voraussichtlich einige Monate in Anspruch nehmen.

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 70.000 Frauen neu an Brustkrebs. Bei Patientinnen mit frühem Brustkrebs kann der Tumor oft durch eine Operation vollständig entfernt werden, häufig folgt zusätzlich eine Strahlentherapie. Um eine Rückkehr der Erkrankung zu verhindern, ist anschließend mitunter eine Chemotherapie notwendig. Bei schätzungsweise 20.000 Frauen jährlich können Ärzte aufgrund der klinisch-pathologischen Kriterien keine klare Empfehlung für oder gegen eine Chemotherapie geben. In diesen Fällen könnte der Biomarker-Test zum Einsatz kommen.

Der G-BA-Beschluss betrifft den Biomarker-Test Oncotype DX Breast Recurrence Score, der die Aktivität verschiedener Gene in Krebszellen untersucht und daraus das Risiko für eine Rückkehr des Tumors ableitet. Zusätzlich müssen Patientinnen verpflichtend Informationen erhalten, die etwa von der G-BA-Website heruntergeladen werden können.

"Nicht immer ist das Ergebnis einer routinemäßigen Bestimmung des individuellen Rückfallrisikos mittels klinischer Faktoren und Tumoreigenschaften so deutlich, dass Frauen nach einer Brustkrebsoperation eine klare Empfehlung für oder gegen eine zusätzliche Chemotherapie erhalten können", erläutert Monika Lelgemann, Vorsitzende des Unterausschusses Methodenbewertung beim G-BA.

"Der nun getroffene Beschluss umfasst den Einsatz eines Biomarker-Tests bei Patientinnen mit einem Tumor, der bestimmte Eigenschaften, nämlich Empfindlichkeit für Hormone wie Östrogen und Progesteron und keinen nachgewiesenen Wachstumsrezeptor, aufweist. Ausreichende Erkenntnisse zur Aussagesicherheit des Tests bestehen aufgrund der Studienlage bisher für Patientinnen ohne Befall der Lymphknoten." Der G-BA werde die Bewertung solcher Testverfahren fortsetzen, auch bei anderen Gruppen von Patientinnen, hieß es weiter.

Quelle: dpa


Das könnte Sie auch interessieren

Was Eltern über Zöliakie wissen sollten

Was Eltern über Zöliakie wissen sollten
© J.Mühlbauer exclus. / fotolia.com

„Zöliakie?? Keine Angst!“, heißt es auf einem Informations-Portal, das seit Kurzem online kostenlos zur Verfügung steht. Der von der Stiftung Kindergesundheit gemeinsam mit dem Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU München erarbeitete Online-Kurs www.zoeliakie-verstehen.de bildet den maßgeblichen Teil des EU-Projekts Focus IN CD (Fokus auf Zöliakie). Das Lernprogramm soll Betroffenen aktuelles und umfassendes Wissen zu Zöliakie bieten und medizinisches „Fachchinesich“ anschaulich erklären. Ein weiterer Kurs für...

So kommen Senioren gut durch den Winter

So kommen Senioren gut durch den Winter
© ARochau / Fotolia.com

Im Winter neigen vor allem ältere Menschen dazu, sich zu Hause einzuigeln. Aber zu wenig an Bewegung, frischer Luft und Tageslicht können schnell das Immunsystem schwächen, den Stoffwechsel verlangsamen und aufs Gemüt schlagen. „Senioren sollten auch im Winter auf ausreichend Bewegung achten. Andernfalls haben sie es im Frühjahr deutlich schwerer, wieder in Schwung zu kommen“, sagt Klaus Möhlendick, Diplom-Sportwissenschaftler bei der BARMER GEK. Regelmäßige Bewegung ist deshalb so wichtig, weil sie den altersbedingten physiologischen...

Mehr allergische Reaktionen nach Wespenstichen

Mehr allergische Reaktionen nach Wespenstichen
© abet - stock.adobe.com

Experten warnen in diesen Tagen in den Medien vor einem extremen Wespen-Sommer 2019. Normalerweise gehen uns die schwarz-gelben Insekten erst im August und September auf die Nerven, doch dank der Saharahitze gehen Fachleute nun von einer verfrühten Saison mit mehr Wespen aus. In den vergangenen beiden Sommern hielt sich die Plage laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse dagegen in Grenzen: Demnach wurde knapp jeder Fünfte von rund 1.000 Befragten mindestens einmal von einer Wespe gestochen. Nur 13 Prozent der Betroffenen sagten, dass...

Medikamentöse Therapie bei Diabetes Typ 2: Bei Bedenken zu Arzneimitteln mit dem behandelnden Arzt sprechen

Medikamentöse Therapie bei Diabetes Typ 2: Bei Bedenken zu Arzneimitteln mit dem behandelnden Arzt sprechen
© Dmitry Lobanov / Fotolia.com

In Deutschland haben von den rund 7 Millionen Menschen, die an Diabetes mellitus erkrankt sind, 95 % einen Typ-2-Diabetes. Während Diabetes Typ 1 immer mit Insulin behandelt werden muss, sind die Therapiemöglichkeiten beim Typ-2-Diabetes breiter gefächert. Neben Lebensstilinterventionen wie Ernährungsumstellung und mehr Bewegung kommen verschiedene orale Antidiabetika zum Einsatz. Manche Betroffene sind zu Beginn einer medikamentösen Therapie wegen etwaiger Nebenwirkungen verunsichert, die zum Beispiel in Beipackzetteln oder Internetforen erwähnt werden.  

Essstörungen bei Diabetes können lebensgefährlich sein

Essstörungen bei Diabetes können lebensgefährlich sein
© weixx - stock.adobe.com

Essstörungen treten bei jungen Patientinnen mit Typ-1-Diabetes zwei- bis dreimal häufiger auf als bei gesunden Frauen. Die Betroffenen hoffen, Gewicht zu verlieren, indem sie zeitweise darauf verzichten, sich Insulin zu spritzen. Damit riskieren sie unumkehrbare Schäden an Nerven und Gefäßen und im schlimmsten Fall sogar ihr Leben. Anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz am 18. Juni in Berlin rufen Diabetes- und Hormonexperten dazu auf, die Kombination dieser beiden Erkrankungen stärker in den Fokus zu rücken. Insbesondere Ärzte und...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Biomarker-Test bei Brustkrebs im Frühstadium als Kassenleistung"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.