Dienstag, 14. Juli 2020
Navigation öffnen

Medizin

26. Juni 2017
Seite 1/2
CDI-Management: Antibiotic Stewardship und eine Therapie, die Rezidive reduziert

Clostridium difficile-Infektionen (CDI) nehmen seit Jahren besonders in stationären Einrichtungen kontinuierlich zu. Mit einer Reihe von Maßnahmen streben Experten an, einerseits die Fallzahlen zu senken und andererseits das Outcome der Patienten zu verbessern.

 
Anzeige:
Basistext
Verschiedene Vorträge beim diesjährigen „Infektio Update“ haben 2 zentrale Ansatzpunkte zur Verbesserung der Situation identifiziert: Antibiotic-Stewardship-Maßnahmen und eine Therapie, die Rezidive verhindert. Fidaxomicin (DifclirTM) konnte in Studien nachweisen, dass es das Rezidiv-Risiko um rund 50% senkt (1, 2). Wie Antibiotic-Stewardship (ABS)-Maßnahmen den Umgang mit Antibiotika und gleichzeitig die Kosten optimieren können, war ein zentrales Thema der diesjährigen Ärzte-Fortbildung „Infektio Update“ in Köln. In zahlreichen Häusern gehören ABSTeams mittlerweile zum Klinikalltag. Ihre Aufgaben: „Verzögerung bzw. Vermeidung von Resistenzen, sorgsamer Umgang mit Antibiotika und Kostenreduktion“. So beschrieben Dr. Christian Lanckohr, Münster, und Dagmar Horn, Münster, die Ziele ihrer Arbeit. In der Umsetzung ist ABS teilweise banal: Die Intervention mittels einer einfachen Frage an den behandelnden Arzt wie „Braucht der Patient das Antibiotikum?“ könne aber bereits viel bewegen, so Horn. „Andere typische ABS-Maßnahmen sind lokale Leitlinien, z.B. in Form von Checklisten, Schulungen, Sonderrezeptregelungen oder regelmäßigen Audits“, erläuterte Prof. Dr. Winfried Kern, Freiburg. Insgesamt, so sein Fazit, zeige sich, dass ABS-Maßnahmen, die kommunikative Aspekte beinhalten, am effektivsten seien. ABS-Maßnahmen reduzieren Clostridium difficile-Infektionen (CDI). Eine der zentralen ABS-Maßnahmen ist neben den Interventionen der reduzierte Einsatz sogenannter 4C-Antibiotika (Chinolone, Clindamycin, Co-Amoxiclav, Cephalosporine). In einer Studie aus Schottland, die Prof. Dr. Thomas Weinke, Berlin, vorstellte, war der Einsatz von 4C-Antibiotika um 50% reduziert worden. Damit konnte die Prävalenz der Hospital-erworbenen Clostridium difficile-Infektionen (CDI) um 68% gesenkt werden (3). In Deutschland ist aber nach wie vor ein Anstieg der Prävalenz zu beobachten. Aktuelle Untersuchungen gehen von 65.000 (4) bis 100.000 (5) Fällen pro Jahr in Deutschland aus. Sowohl für das einzelne Krankenhaus als auch volkswirtschaftlich betrachtet, sind CDI ein bedeutsamer Kostenfaktor. Aufgrund verlängerter Krankenhausaufenthalte kommt es in vielen Kliniken zur Unterdeckung. Die zusätzlichen Kosten pro CDI-Fall liegen bei 6.300 Euro, kommt es zum Rezidiv, fallen sogar 20.755 Euro an (6).

 
Vorherige Seite

Anzeige:
Fachinformation

Das könnte Sie auch interessieren

Medikamentöse Therapie bei Diabetes Typ 2: Bei Bedenken zu Arzneimitteln mit dem behandelnden Arzt sprechen

Medikamentöse Therapie bei Diabetes Typ 2: Bei Bedenken zu Arzneimitteln mit dem behandelnden Arzt sprechen
© Dmitry Lobanov / Fotolia.com

In Deutschland haben von den rund 7 Millionen Menschen, die an Diabetes mellitus erkrankt sind, 95 % einen Typ-2-Diabetes. Während Diabetes Typ 1 immer mit Insulin behandelt werden muss, sind die Therapiemöglichkeiten beim Typ-2-Diabetes breiter gefächert. Neben Lebensstilinterventionen wie Ernährungsumstellung und mehr Bewegung kommen verschiedene orale Antidiabetika zum Einsatz. Manche Betroffene sind zu Beginn einer medikamentösen Therapie wegen etwaiger Nebenwirkungen verunsichert, die zum Beispiel in Beipackzetteln oder Internetforen erwähnt werden.  

Wenn das Herz stockt: Herzinfarkt erkennen und behandeln

Wenn das Herz stockt: Herzinfarkt erkennen und behandeln
© psdesign1 - stock.adobe.com

Nach wie vor stellen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems in Deutschland die häufigste Todesursache dar. Dennoch lässt sich in den vergangenen Jahren ein deutlicher Mortalitätsrückgang verzeichnen. Laut Deutschem Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e. V. ist die Zahl der Todesfälle rückläufig und hat sich seit dem Jahr 1980 sogar halbiert. „Aufgrund der guten Notfallversorgung können wir viele Patienten schnell und zielgerichtet behandeln“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Fehske, Chefarzt der Kardiologie und Inneren Medizin...

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt
© Darren Baker / Fotolia.com

Naturheilmittel oder neuer Trend der Bio-Welle? 94 Prozent der Deutschen können mit dem Begriff Biopharmazeutika nichts anfangen (1). Oftmals werden hinter dem Begriff Naturheilmittel vermutet. Dabei handelt es sich um Arzneimittel, die biotechnisch hergestellt oder aus gentechnisch veränderten Organismen gewonnen werden und mit dem Ziel der Bekämpfung einer Krankheit in die Vorgänge des Körpers eingreifen. Insulin ist ein bekanntes Beispiel. Wem das erklärt wird, der ist gerne zur Einnahme eines solchen Arzneimittels bereit. Das sind Ergebnisse einer...

Neu aus dem ÄZQ: Patientenleitlinie "Kreuzschmerz"

Neu aus dem ÄZQ: Patientenleitlinie "Kreuzschmerz"
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Bettruhe, Bewegung oder Medikamente – welche Behandlung ist bei Beschwerden im Kreuz die richtige? Was Fachleute derzeit empfehlen, lesen Patientinnen und Patienten in der neuen ÄZQ-Patientenleitlinie "Kreuzschmerz". Jeder kennt Kreuzschmerzen. Oft sind sie harmlos und gehen von alleine weg. Die Schmerzen können aber auch länger andauern oder wiederkehren. Das kann belasten und im Alltag einschränken. Gegen die Schmerzen werden viele Behandlungen angeboten: einige helfen, andere nicht.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"CDI-Management: Antibiotic Stewardship und eine Therapie, die Rezidive reduziert"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Nächtliche Ausgangssperre in Südafrika – Außerdem Maskenpflicht und Alkoholverbot (dpa, 12.07.2020).
  • Nächtliche Ausgangssperre in Südafrika – Außerdem Maskenpflicht und Alkoholverbot (dpa, 12.07.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden