Dienstag, 26. Mai 2020
Navigation öffnen

Medizin

24. Oktober 2019 COPD: Beginn viel früher als gedacht

Eine COPD kann viel früher beginnen, als bislang angenommen wurde, so die Experten der Deutschen Lungenstiftung. „Bisher ging man davon aus, dass COPD vor allem langjährige Raucher in der zweiten Lebenshälfte betrifft. Die Krankheit kann aber auch schon in einem Alter unter 50 Jahren auftreten, wobei die Betroffenen oft noch keine Beschwerden wie Atemnot bemerken“, erklärt Prof. Dr. Adrian Gillissen, Reutlingen-Bad Urach. Wie Studien zeigen, sind bei einer frühen COPD im Mikro-CT bereits Schäden an den Endigungen der kleinsten Bronchien (sog. terminale Bronchiolen) nachweisbar, während eine hochauflösende Computertomografie (HRCT) noch einen Normalbefund bekundet und auch eine Lungenfunktionsprüfung unauffällig verläuft.
 
Anzeige:
Fachinformation
Zunehmende geschwächte Immunabwehr mit erhöhter Empfindlichkeit gegenüber Rauch

„Zudem liegen in diesem frühen COPD-Stadium bereits molekularbiologische und histologische Veränderungen vor, die offenbar mit der Entwicklung einer lokalen Immunschwäche einhergehen“, erläutert Prof. Gillissen. So hat man festgestellt, dass die Bronchien im frühen Erkrankungsstadium von potenziell pathogenen Mikroorganismen besiedelt werden, wobei gleichzeitig die Artenvielfalt der bakteriellen Lungenflora abnimmt, was ein zusätzliches Zeichen für den Verlust einer intakten Immunabwehr ist. In der Folge können Infektionen mit Streptokokken, wie auch virale Infekte (z. B. mit RSV) häufiger auftreten. Gleichzeitig entwickelt sich eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Tabakrauch und anderen Arten von Rauch. „Wer in diesem frühen COPD-Stadium weiterraucht, erleidet daher – selbst, wenn er noch keine Beschwerden verspürt – bereits Gewebeschäden und Veränderungen, die auch bei der Entwicklung eines Lungenemphysems eintreten“, warnt Prof. Gillissen. Daher wäre es für die Betroffenen äußerst wichtig, auf das Tabakrauchen zu verzichten.

Rauchstopp ist die wichtigste Therapieintervention

Da es sich bei COPD um eine chronisch-fortschreitende Erkrankung handelt, ist die Tabakentwöhnung die wichtigste Therapieintervention, um die Krankheitsaktivität abzumildern und das Auftreten von Symptomen und Exazerbationen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, zu vermeiden bzw. hinauszuzögern. Denn jede eintretende Exazerbation erhöht das Progressionsrisiko, beschleunigt den Lungenfunktionsverlust und vermindert die Lebensqualität.  „Es gibt auch Medikamente, die das Fortschreiten der Erkrankung abbremsen können, aber der Rauchstopp ist am dringlichsten und ist auch die Voraussetzung für eine gute Wirksamkeit der Medikamente“, betont Prof. Gillissen.

Einfache Lungendiffusionsmessung kann frühe COPD erkennen

Eine frühe COPD lässt sich bei einem gewöhnlichen Lungenfunktionstest (Lufu) nicht feststellen, da sie sich nicht unbedingt durch ein verringertes Lungenvolumen bemerkbar macht. Ob eine frühe COPD bereits vorliegt, kann nur durch eine Lungendiffusionsmessung erkannt werden, die Aussagen über die Sauerstoffversorgung des Patienten zulässt.

Quelle: www.lungenaerzte-im-netz.de


Anzeige:

Das könnte Sie auch interessieren

Ostern (allein) zu Haus in der Corona-Krise - Der Schlemmerfalle entgehen und regelmäßig bewegen!

Ostern (allein) zu Haus in der Corona-Krise - Der Schlemmerfalle entgehen und regelmäßig bewegen!
© Vasiliy - stock.adobe.com

Die derzeitige Corona-Krise und das damit verbundene Gebot, möglichst zuhause zu bleiben, erschweren regelmäßige körperliche Aktivität. Zudem konzentriert sich vieles aufs Essen – sei es aus Langeweile, aus Stress oder wie jetzt an Ostern durch den Wunsch nach Abwechslung nach wochenlangem Homeoffice oder Quarantänephasen. Viele Menschen möchten sich jetzt etwas Besonderes gönnen, zumal es schmerzt, nicht wie gewohnt Familie und Freunde zu treffen. Menschen mit Übergewicht und solche mit einem bereits bestehendem Diabetes Typ 2 sind hier...

13 Prozent der Deutschen glauben, Rheuma sei eine Krankheit des Alters

13 Prozent der Deutschen glauben, Rheuma sei eine Krankheit des Alters
© wavebreak3 / fotolia.com

Rheuma ist keine Frage des Alters Rheumatoide Arthritis ist eine von mehr als 200 verschiedenen Rheuma-Erkrankungen Welt-Rheuma-Tag am 12. Oktober   Mehr als jeder Zehnte glaubt, Rheuma sei eine altersbedingte Krankheit, die einfach hingenommen werden müsste (1). Das ergab eine repräsentative Umfrage unter 1.000 Deutschen anläßlich des Welt-Rheuma-Tages am 12. Oktober im Auftrag des Biotechnologie-Unternehmens Amgen. Dabei kann die Erkrankung in jedem Lebensalter auftreten. Auch viele junge Menschen erkranken an Rheuma: Rund 20.000 Kinder und...

Grippeviren im Anmarsch - Tipps zum Schutz vor Ansteckung

Grippeviren im Anmarsch - Tipps zum Schutz vor Ansteckung
© ERGO Group

Jedes Jahr aufs Neue rollen gegen Ende des Jahres die ersten Grippewellen an: Laut dem Robert-Koch-Institut erkranken während einer saisonalen Grippewelle in Deutschland zwischen zwei und zehn Millionen Menschen. Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, erklärt den Unterschied zwischen Erkältung und echter Grippe, der sogenannten Influenza. Zudem gibt er Tipps zu Schutzmaßnahmen gegen Grippeviren.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"COPD: Beginn viel früher als gedacht"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Bund will Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verlängern – Einige Lockerungen sind jedoch vorgesehen (dpa, 25.05.2020).
  • Bund will Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verlängern – Einige Lockerungen sind jedoch vorgesehen (dpa, 25.05.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden