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Medizin

24. Oktober 2019 COPD: Beginn viel früher als gedacht

Eine COPD kann viel früher beginnen, als bislang angenommen wurde, so die Experten der Deutschen Lungenstiftung. „Bisher ging man davon aus, dass COPD vor allem langjährige Raucher in der zweiten Lebenshälfte betrifft. Die Krankheit kann aber auch schon in einem Alter unter 50 Jahren auftreten, wobei die Betroffenen oft noch keine Beschwerden wie Atemnot bemerken“, erklärt Prof. Dr. Adrian Gillissen, Reutlingen-Bad Urach. Wie Studien zeigen, sind bei einer frühen COPD im Mikro-CT bereits Schäden an den Endigungen der kleinsten Bronchien (sog. terminale Bronchiolen) nachweisbar, während eine hochauflösende Computertomografie (HRCT) noch einen Normalbefund bekundet und auch eine Lungenfunktionsprüfung unauffällig verläuft.
 
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Zunehmende geschwächte Immunabwehr mit erhöhter Empfindlichkeit gegenüber Rauch

„Zudem liegen in diesem frühen COPD-Stadium bereits molekularbiologische und histologische Veränderungen vor, die offenbar mit der Entwicklung einer lokalen Immunschwäche einhergehen“, erläutert Prof. Gillissen. So hat man festgestellt, dass die Bronchien im frühen Erkrankungsstadium von potenziell pathogenen Mikroorganismen besiedelt werden, wobei gleichzeitig die Artenvielfalt der bakteriellen Lungenflora abnimmt, was ein zusätzliches Zeichen für den Verlust einer intakten Immunabwehr ist. In der Folge können Infektionen mit Streptokokken, wie auch virale Infekte (z. B. mit RSV) häufiger auftreten. Gleichzeitig entwickelt sich eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Tabakrauch und anderen Arten von Rauch. „Wer in diesem frühen COPD-Stadium weiterraucht, erleidet daher – selbst, wenn er noch keine Beschwerden verspürt – bereits Gewebeschäden und Veränderungen, die auch bei der Entwicklung eines Lungenemphysems eintreten“, warnt Prof. Gillissen. Daher wäre es für die Betroffenen äußerst wichtig, auf das Tabakrauchen zu verzichten.

Rauchstopp ist die wichtigste Therapieintervention

Da es sich bei COPD um eine chronisch-fortschreitende Erkrankung handelt, ist die Tabakentwöhnung die wichtigste Therapieintervention, um die Krankheitsaktivität abzumildern und das Auftreten von Symptomen und Exazerbationen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, zu vermeiden bzw. hinauszuzögern. Denn jede eintretende Exazerbation erhöht das Progressionsrisiko, beschleunigt den Lungenfunktionsverlust und vermindert die Lebensqualität.  „Es gibt auch Medikamente, die das Fortschreiten der Erkrankung abbremsen können, aber der Rauchstopp ist am dringlichsten und ist auch die Voraussetzung für eine gute Wirksamkeit der Medikamente“, betont Prof. Gillissen.

Einfache Lungendiffusionsmessung kann frühe COPD erkennen

Eine frühe COPD lässt sich bei einem gewöhnlichen Lungenfunktionstest (Lufu) nicht feststellen, da sie sich nicht unbedingt durch ein verringertes Lungenvolumen bemerkbar macht. Ob eine frühe COPD bereits vorliegt, kann nur durch eine Lungendiffusionsmessung erkannt werden, die Aussagen über die Sauerstoffversorgung des Patienten zulässt.

Quelle: www.lungenaerzte-im-netz.de


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