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Medizin

09. Oktober 2017 COPD: GOLD-Update 2017 stärkt Bedeutung der klinischen Expertise bei der Therapieentscheidung

Im Rahmen des 27. Kongresses der European Respiratory Society (ERS) in Mailand wurden aktuelle Subanalysen der TONADO®- und OTEMTO®-Studien zu Tiotropium/Olodaterol (Spiolto®/Respimat®) auf Basis der Neueingruppierung von COPD-Patienten des GOLD-Reports 2017 vorgestellt.
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Die „Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease“ (GOLD) hat 2017 eine aktualisierte Fassung ihres Reports zur Diagnose und Therapie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) veröffentlicht. Das GOLD-Update sieht vor, dass Ärzte die medikamentöse Therapieentscheidung auf Basis der Symptomlast und der Exazerbationshistorie des Patienten treffen. Die Lungenfunktionsmessung dient zukünftig ausschließlich der Diagnosestellung und der Dokumentation des Krankheitsverlaufs. Die Patienten werden entsprechend ihrer Symptome bzw. Exazerbationen in die Gruppen A-D eingeteilt.

Die Subanalysen zeigten, dass bei Anwendung der aktuellen Klassifikation mehr Patienten einem niedrigeren COPD-Schweregrad zugeordnet werden als früher: 32% der COPD-Patienten in der OTEMTO®-Studie und 35,3 % der COPD-Patienten in der TONADO®-Studie wechselten von der C- oder D-Gruppe (gemäß GOLD 2014) in die A- oder B-Gruppe (gemäß GOLD 2017).
 
Auch bei Neueingruppierung der Patienten bestätigte sich, dass Tiotropium/Olodaterol signifikant bessere Ergebnisse in Bezug auf Atemnot (Transition Dyspnoea Index) und Lebensqualität (St. George’s Respiratory Questionnaire) zeigte als Tiotropium in Monotherapie oder Placebo. Die Subanalysen belegen, dass Patienten bereits in einem frühen Stadium der COPD klar von der doppelten Bronchodilatation mit Tiotropium/Olodaterol profitieren .
 
Erfahrung des Arztes bei individueller Therapiewahl essenziell

Die sorgfältige Anamnese und die klinische Beurteilung des Arztes gewinnen mit dem GOLD-Update 2017 an Bedeutung. Die apparative Diagnostik (Lungenfunktionstest) dient weiter der Diagnosestellung und der Dokumentation des Krankheitsverlaufs, wird aber nicht mehr zur Festlegung der medikamentösen Therapie herangezogen.

Anhand einer sorgfältigen Anamnese – durch Abfragen der Symptomlast und Exazerbationshistorie des Patienten – wird die COPD-Dauertherapie individuell am klinischen Bild des Patienten ausgerichtet.

„Angesichts der präsentierten Ergebnisse empfiehlt es sich, die Eingruppierung der Patienten zu überprüfen und gegebenenfalls eine Neubewertung der COPD-Dauertherapie anzustreben“, rät Prof. Roland Buhl, Leiter des Schwerpunktes Pneumologie an der Universitätsklinik Mainz.

Das GOLD-Update empfiehlt für symptomatische Patienten die doppelte Bronchodilatation mit einem langwirksamen Anticholinergikum (LAMA) und einem langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA), unabhängig von ihrem Exazerbationsrisiko.*  Alle Patienten sollten im ersten Schritt ohne inhalative Kortikosteroide (ICS) behandelt werden.** ICS können – ggf. in Zusammenarbeit mit dem Facharzt – abgesetzt werden, solange eine LAMA/LABA-Dauertherapie beibehalten wird.

Kritisch sollte die Indikation für die Gabe einer Dreifach-Kombination aus LAMA, LABA und einem inhalativen Kortikosteroid (ICS) gestellt werden. Diese stellt nur für eine bestimmte Patienten-Gruppe (GOLD D mit weiteren Exazerbationen unter LAMA/LABA) eine von GOLD empfohlene nachgeordnete Therapieoption dar, zumal sie mit ICS-spezifischen Nebenwirkungen, beispielsweise einem erhöhten Risiko für Pneumonien, einhergehen kann.
 
 * Für Patienten im GOLD-Stadium B, die eine anhaltende Symptomatik unter einer Monotherapie zeigen, sowie für GOLD D Patienten empfiehlt das GOLD-Update die medikamentöse Behandlung mit LAMA/LABA. GOLD B Patienten ohne schwere Atemnot können mit einem LAMA oder LABA starten. In GOLD-Stadium C kann mit einer LAMA-Therapie begonnen werden. Treten weitere Exazerbationen auf, wird die Eskalation zu einer LAMA/LABA-Therapie empfohlen.
**LABA/ICS kann für manche Patienten, z.B. mit Asthma-COPD-Overlap-Syndrom, eine Option darstellen.

Quelle: Boehringer Ingelheim


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