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Medizin

20. Dezember 2018 COPD: Neues bronchoskopisches Therapieverfahren

Die gezielte Lungendenervierung ist ein neues minimalinvasives, bronchoskopisches Therapieverfahren für COPD-Patienten, bei denen Medikamente keine ausreichende Linderung verschaffen. Weitere Studien sind aber unbedingt noch abzuwarten, betonen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung.
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Atmen ist einfach, wenn man gesund ist. Demgegenüber sind bei Patienten mit der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) die Atemwege chronisch verengt und entzündet, oft auch stark verschleimt, sie müssen viel husten, leiden unter Atembeschwerden und Atemnot. In letzter Zeit wird öfter über eine neue Behandlungsmethode berichtet, die manchen COPD-Patienten, bei denen Medikamente nicht ausreichend Linderung verschaffen, möglicherweise helfen soll: die gezielte Lungendenervierung, targeted lung denervation (TLD).

Gezielte Lungendenervierung (TLD)

„Die TDL ist eine minimalinvasive, bronchoskopische Behandlungsmethode mit dem Ziel, eine bleibende Bronchienerweiterung zu erreichen, indem die Signalübermittlung von überaktiven Nerven, die die Bronchien umgeben, durch den Einsatz von hochfrequenter elektrischer Energie (im Radiofrequenzbereich) gezielt unterbunden wird“, erläutert Prof. Adrian Gillissen, Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Lungenstiftung und Direktor der Abteilung für Innere Medizin und Pneumologie von der Ermstalklinik Reutlingen-Bad Urach. Diese parasympathischen Nerven führen normalerweise durch die Ausschüttung von Acetylcholin zu einer Muskelkontraktion der die Bronchien ringförmig umfassenden, glatten Muskulatur und damit zu einer Verengung der Bronchien. Eine aktuelle, allerdings sehr kleine Studie zeigt, dass bei der TLD, die ungefähr eine Stunde dauert und angeblich in der Regel nur einmalig angewendet werden muss, weder Komplikationen noch bleibende, behandlungsbedürftige Nebenwirkungen auftreten. Vielmehr soll — wie die Studienautoren berichten — durch TLD bei Patienten, die trotz Medikamenten Atembeschwerden haben, eine Linderung der Symptome erreicht werden. Die Studienautoren versuchen den Effekt der Methode dadurch zu erklären, dass aufgrund der durch TLD verursachten Bronchienerweiterung sowohl die Entzündung als auch die Schleimproduktion in den Atemwegen geringer würden. In der Folge sollte es daher nach der Lungendenervierung seltener zu Infektionen, Exazerbationen und Krankenhausbehandlungen kommen.

Ergebnisse laufender und größerer Studien sind noch abzuwarten

Derzeit laufen noch klinische Studien in 6 europäischen Ländern und eine weitere, größere ist für nächstes Jahr geplant. „Deren Ergebnisse sind aber definitiv noch abzuwarten, zumal der Placebo-Effekt gerade bei operativen Verfahren enorm sein kann“, gibt Prof. Gillissen zu bedenken. „Insgesamt liegen derzeit nur sehr vorläufige Studienergebnisse vor, die auf keinen Fall falsche Hoffnungen wecken sollen. Vielmehr wollen wir die Patienten darüber informieren, was eine TLD ist und wie sie durchgeführt wird, aber auch betonen, dass es sich um ein noch wissenschaftlich zu untersuchendes Therapieverfahren handelt, dessen Effektivität und Nutzen noch nicht belegt sind“, betont Gillissen.

Quelle: www.lungenaerzte-im-netz.de


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