Dienstag, 21. Mai 2019
Navigation öffnen

Medizin

20. Dezember 2018 COPD: Neues bronchoskopisches Therapieverfahren

Die gezielte Lungendenervierung ist ein neues minimalinvasives, bronchoskopisches Therapieverfahren für COPD-Patienten, bei denen Medikamente keine ausreichende Linderung verschaffen. Weitere Studien sind aber unbedingt noch abzuwarten, betonen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung.
Anzeige:
Fachinformation
Atmen ist einfach, wenn man gesund ist. Demgegenüber sind bei Patienten mit der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) die Atemwege chronisch verengt und entzündet, oft auch stark verschleimt, sie müssen viel husten, leiden unter Atembeschwerden und Atemnot. In letzter Zeit wird öfter über eine neue Behandlungsmethode berichtet, die manchen COPD-Patienten, bei denen Medikamente nicht ausreichend Linderung verschaffen, möglicherweise helfen soll: die gezielte Lungendenervierung, targeted lung denervation (TLD).

Gezielte Lungendenervierung (TLD)

„Die TDL ist eine minimalinvasive, bronchoskopische Behandlungsmethode mit dem Ziel, eine bleibende Bronchienerweiterung zu erreichen, indem die Signalübermittlung von überaktiven Nerven, die die Bronchien umgeben, durch den Einsatz von hochfrequenter elektrischer Energie (im Radiofrequenzbereich) gezielt unterbunden wird“, erläutert Prof. Adrian Gillissen, Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Lungenstiftung und Direktor der Abteilung für Innere Medizin und Pneumologie von der Ermstalklinik Reutlingen-Bad Urach. Diese parasympathischen Nerven führen normalerweise durch die Ausschüttung von Acetylcholin zu einer Muskelkontraktion der die Bronchien ringförmig umfassenden, glatten Muskulatur und damit zu einer Verengung der Bronchien. Eine aktuelle, allerdings sehr kleine Studie zeigt, dass bei der TLD, die ungefähr eine Stunde dauert und angeblich in der Regel nur einmalig angewendet werden muss, weder Komplikationen noch bleibende, behandlungsbedürftige Nebenwirkungen auftreten. Vielmehr soll — wie die Studienautoren berichten — durch TLD bei Patienten, die trotz Medikamenten Atembeschwerden haben, eine Linderung der Symptome erreicht werden. Die Studienautoren versuchen den Effekt der Methode dadurch zu erklären, dass aufgrund der durch TLD verursachten Bronchienerweiterung sowohl die Entzündung als auch die Schleimproduktion in den Atemwegen geringer würden. In der Folge sollte es daher nach der Lungendenervierung seltener zu Infektionen, Exazerbationen und Krankenhausbehandlungen kommen.

Ergebnisse laufender und größerer Studien sind noch abzuwarten

Derzeit laufen noch klinische Studien in 6 europäischen Ländern und eine weitere, größere ist für nächstes Jahr geplant. „Deren Ergebnisse sind aber definitiv noch abzuwarten, zumal der Placebo-Effekt gerade bei operativen Verfahren enorm sein kann“, gibt Prof. Gillissen zu bedenken. „Insgesamt liegen derzeit nur sehr vorläufige Studienergebnisse vor, die auf keinen Fall falsche Hoffnungen wecken sollen. Vielmehr wollen wir die Patienten darüber informieren, was eine TLD ist und wie sie durchgeführt wird, aber auch betonen, dass es sich um ein noch wissenschaftlich zu untersuchendes Therapieverfahren handelt, dessen Effektivität und Nutzen noch nicht belegt sind“, betont Gillissen.

Quelle: www.lungenaerzte-im-netz.de


Das könnte Sie auch interessieren

Mittelmeerdiät ist gesund – auch fernab mediterraner Gefilde

Mittelmeerdiät ist gesund – auch fernab mediterraner Gefilde
© Daniel Vincek / fotolia.com

Neue Analysen der EPIC-Potsdam-Studie zeigen, dass eine mediterrane Kost auch außerhalb des Mittelmeerraums das Risiko für Typ-2-Diabetes senken kann. Zudem können Menschen mit Gemüse, Obst, Olivenöl und Co wahrscheinlich zusätzlich ihr Herzinfarkt-Risiko verringern. Die Ergebnisse zum Zusammenhang von regionalen Diäten und chronischen Erkrankungen haben DIfE-Wissenschaftler im Rahmen des Kompetenzclusters NutriAct jetzt im Fachblatt BMC Medicine publiziert.

12. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) 34. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG)

12. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)  34. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG)
© Racle Fotodesign / fotolia.com

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, pro Woche mindestens 2,5 Stunden an mäßig anstrengender Ausdaueraktivität sowie an mindestens zwei Tagen in der Woche muskelkräftigende Aktivitäten auszuführen. Laut Daten des Robert Koch-Instituts erreicht nur etwa ein Fünftel der Frauen (20,5%) und ein Viertel der Männer (24,7%) in Deutschland beide Empfehlungen. Mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung bewegt sich weniger als 2,5 Stunden pro Woche (1). Doch regelmäßige Bewegung schützt nicht nur vor Übergewicht...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"COPD: Neues bronchoskopisches Therapieverfahren "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.