Mittwoch, 27. Mai 2020
Navigation öffnen

Medizin

05. April 2020 COVID-19 und Diabetes: Optimale Blutzuckerkontrolle minimiert Infektionsrisiko

Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko, an einer COVID-19 Infektion zu erkranken. Neben ausreichender Hygiene und weitgehender Beschränkung enger sozialer Kontakte, kann vor allem eine optimale Blutzuckerkontrolle das Infektionsrisiko minimieren. Das betont Susanne Kaser, Diabetes-Expertin und stellvertretende Leiterin der Univ.-Klinik für Innere Medizin I und seit Januar 2020 Präsidentin der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG).
Anzeige:
Fachinformation
Ältere Menschen ab 65 und solche mit Vorerkrankungen von Herz, Lunge und Nieren, sowie Menschen mit Diabetes und Krebs zählen zur Risikogruppe für eine gehäufte und oft schwerwiegend verlaufende Infektion mit dem neuen Coronavirus. All diese besonders gefährdeten Menschen haben eines gemein: eine verminderte Immunabwehr.

Faktor Begleiterkrankungen

Die bisherige Erfahrung zeigt, dass eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 in den meisten Fällen mild und ohne nennenswerte Symptome verläuft. Bei rund 20%, darunter Menschen mit Diabetes, kann die Lungenerkrankung COVID-19 jedoch mit schweren Komplikationen verbunden sein. Welche Ursachen diesen gravierenden Infektionsverläufen zugrunde liegen, muss erst erforscht werden. „Ein wesentlicher Faktor ist, dass Menschen mit Diabetes häufig an Begleiterkrankungen leiden, zum Beispiel chronische Nierenerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese Umstände können dazu führen, dass auch der Krankheitsverlauf schwerer ist. Noch haben wir aber zu wenige Informationen und klinische Daten, um sagen zu können, welche Menschen mit Diabetes speziell gefährdet sind. Anzunehmen wäre, dass dies jene sind, die eine schlechte Blutzuckerkontrolle aufweisen ebenso wie jene, die an anderen Erkrankungen vor allem des Herz-Kreislaufsystems oder der Nieren leiden und damit ein erhöhtes Risiko tragen“, erklärt Kaser, die an der Medizinischen Universität Innsbruck seit vielen Jahren zu Diabetes forscht und Menschen mit Diabetes behandelt. Auch Übergewicht und Adipositas – Faktoren, die mit einer Diabetes Typ II-Erkrankung häufig assoziiert sind – gehen mit einer erhöhten Infektionsanfälligkeit einher, sodass das COVID-19-Risiko für Betroffene nochmals erhöht ist.  
 
Zielwerte und Impfempfehlungen


Weil chronisch erhöhte Blutzuckerwerte die Immunabwehr beeinträchtigen und anfälliger für Infektionskrankheiten und deren Komplikationen machen können, ist es umso wichtiger, den Blutzuckerspiegel zu überwachen und zu optimieren. Doch was sollen Menschen mit Diabetes beachten, wenn sie positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden bzw. Krankheitssymptome zeigen? „Generell ist bei jedem Infekt eine engmaschige Blutzuckerkontrolle unbedingt erforderlich, auch Umstellungen von Medikamenten können bei schweren Infektionen erforderlich sein, in diesem Fall sollte mit den behandelnden Ärzten rückgesprochen werden – in der aktuellen Situation telefonisch, um eine Ansteckungsgefahr für sich und die Mitmenschen zu minimieren“, erklärt Kaser. Auch bei positiver Testung und Krankheitssymptomen müssen Menschen mit Diabetes nicht sofort ins Krankenhaus. „Einzig der klinische Verlauf, das heißt der Schweregrad der Erkrankung entscheidet darüber, ob eine stationäre Behandlung erforderlich ist“, so die Diabetologin.
 
Medikamente bleiben verfügbar


Neben der konsequenten Einhaltung der von den Behörden angezeigten COVID-19 Präventionsmaßnahmen sollte sehr streng auf Hygiene geachtet werden. Generell und von der aktuellen Situation unabhängig sollten alle Menschen mit Diabetes die Impfempfehlungen (Influenza, Pneumokokken) beachten, rät die ÖDG-Präsidentin.
Der Zugang zu Medikamenten sei ebenso gesichert: „Alle führenden Hersteller von Insulinen und blutzuckersenkenden Medikamenten haben uns rückgemeldet, dass die Produkte ausreichend vorrätig sind und die Nachlieferungen wie geplant erfolgen. Hamsterkäufe, wie derzeit in Apotheken zu beobachten, sind absolut entbehrlich und können gefährlich werden.“

Aktuelle Information zu COVID-19 und Menschen mit Diabetes mellitus finden sich auf der Website der Österreichischen Diabetes Gesellschaft https://www.oedg.at/aktuelles.html

Quelle: Medizinische Universität Innsbruck


Anzeige:

Das könnte Sie auch interessieren

Darmkrebsmonat März: Alkohol ist ein wichtiger Risikofaktor für Darmkrebs

Darmkrebsmonat März: Alkohol ist ein wichtiger Risikofaktor für Darmkrebs
© karepa / Fotolia.com

Das Trinken von Alkohol ist gesellschaftlich breit akzeptiert, trotz der Risiken, die mit seinem Konsum einhergehen. Alkohol ist an der Entstehung von mehr als 200 Erkrankungen beteiligt, so die Autoren des Alkoholatlas Deutschland 2017. Leberschäden gehören dabei zu den weitgehend bekannten Folgen. Doch auch das Risiko für Darmkrebs steigt. Anlässlich des Darmkrebsmonats März macht die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) darauf aufmerksam, dass auch der vergleichsweise moderate Konsum von Alkohol das...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"COVID-19 und Diabetes: Optimale Blutzuckerkontrolle minimiert Infektionsrisiko "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Auch Bayern lockert „Corona“-Beschränkungen – Ab dem 15. Juni sollen auch in Bayern unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln Kinos und Theater wieder öffnen (dpa, 26.05.2020).
  • Auch Bayern lockert „Corona“-Beschränkungen – Ab dem 15. Juni sollen auch in Bayern unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln Kinos und Theater wieder öffnen (dpa, 26.05.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden