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Medizin

20. Mai 2020 COVID-19: Positionspapier zur Versorgung von Patienten mit Lebererkrankungen

Die Deutsche Leberstiftung hat die deutsche Übersetzung des Positionspapiers der EASL und der ESCMID mit Empfehlungen für die Behandlung von Patienten mit Lebererkrankungen herausgegeben. Patienten mit fortgeschrittenen Lebererkrankungen sowie Lebertransplantierte stellen vermutlich anfällige Gruppen für COVID-19 dar und sind wahrscheinlich einem erhöhten Infektionsrisiko und/oder einem schweren Verlauf von COVID-19 ausgesetzt.
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Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es nur wenige Daten über die Wechselwirkungen einer bereits bestehenden Lebererkrankung und den Verlauf einer Infektion mit dem Corona-Virus (Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2, SARS-CoV-2). Viele Fragen sind noch ungeklärt.

Empfehlungen von European Association for the Study of the Liver (EASL) und European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases (ESCMID)
 
Um die bestmögliche Versorgung in der aktuellen Situation und mit den begrenzten Ressourcen zu unterstützen, haben die EASL und die ESCMID ein Positionspapier erarbeitet, das Empfehlungen für Ärzte enthält, die Patienten mit chronischen Leberkrankheiten behandeln. Zusätzlich zu den Empfehlungen bietet dieses Positionspapier einen Algorithmus für die Priorisierung der Versorgung von Patienten mit einer chronischen Lebererkrankung und einen Überblick über die aktuellen Behandlungsmöglichkeiten, um Ärzte bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen.

Angemessene Versorgung ist elementar

„Trotz der aktuellen Situation ist es elementar, eine angemessene Versorgung von Patienten mit chronischer Lebererkrankung aufrechtzuerhalten. Wir müssen Wege finden, diese Versorgung zu realisieren, wenn die Ressourcen im Gesundheitswesen begrenzt sind. Deshalb haben wir dieses Positionspapier erarbeitet“, erklärt Prof. Dr. med. Markus Cornberg, einer der Autoren, leitender Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie an der Medizinischen Hochschule Hannover und Medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Leberstiftung. Empfohlen werden u.a. die Förderung der Telemedizin im ambulanten Bereich, die Priorisierung von ambulanten Kontakten und die Vermeidung der nosokomialen Verbreitung des Virus bei Patienten und im Gesundheitswesen Tätigen bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Standardversorgung von Patienten, die sofortige medizinische Hilfe benötigen. Der korrespondierende Autor, Prof. Dr. med. Thomas Berg, Leiter des Bereichs Hepatologie am Universitätsklinikum Leipzig, der Mitglied im Stiftungsrat der Deutschen Leberstiftung und Vize-Generalsekretär der European Association for the Study of the Liver ist, erläutert: „Diese Empfehlungen gehen auf die spezifischen Belange von Patienten mit Lebererkrankungen ein und sollen eine zusätzliche Hilfestellung für ihre Betreuung bieten. Es ist wichtig klarzustellen, dass alle allgemeinen Empfehlungen und Richtlinien der lokalen Behörden bezüglich Prävention, Diagnose und Behandlung von COVID-19 eingehalten werden müssen.“

Das Positionspapier in deutscher Sprache kann auf der Website der Deutschen Leberstiftung unter www.deutsche-leberstiftung.de heruntergeladen werden. Der Originalbeitrag steht unter www.jhep-reports.eu/article/S2589-5559(20)30047-1/fulltext zur Verfügung.

Quelle: Deutsche Leberstiftung


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