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Medizin

07. April 2020
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COVID-19 und Senioren: Geriater stellen Maßnahmen zum Schutz und zur Versorgung älterer Menschen vor

Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) stellt konkrete Maßnahmen zum Schutz, zur Versorgung und zur Behandlung von älteren Menschen vor. „Wir haben alle berechtigte Sorge, wie es mit der Versorgung unserer geriatrischen Patienten langfristig weitergeht“, sagt DGG-Präsident Prof. Hans Jürgen Heppner, Chefarzt der Klinik für Geriatrie am Helios Klinikum Schwelm. „Dabei sind wir jetzt auf die Unterstützung von jedem einzelnen und auf die konsequente Umsetzung sinnvoller Maßnahmen angewiesen, um das Voranschreiten der Infektionswelle abzufedern.“ Die geriatrischen, multimorbiden Patienten gehören zur Hochrisikogruppe. Die DGG hat daher Tipps zusammengestellt, wie beispielsweise mit hausärztlichen Besuchen in Pflegeheimen, der Komplettierung einer Pneumokokken-Impfung oder der Versorgung in der Familienpflege umgegangen werden kann.
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Konkrete Maßnahmen zum Schutz und zur Versorgung älterer Menschen
 
  • Allgemeine Maßnahmen für ältere und alte Menschen
  • Abstand halten zu anderen Personen, mindestens 1,5 Meter
  • Hygiene: Hände regelmäßig mindestens 20 bis 30 Sekunden waschen
  • Veranstaltungen meiden
  • Impfungen komplettieren
  • Notfallliste bereitlegen

Maßnahmen zur ambulanten Versorgung geriatrischer Patienten
  • Praxiskontakte auf ein Mindestmaß beschränken
  • Verdachtsfälle zur Diagnostik und gegebenenfalls Therapie eng mit den lokalen Gesundheitsbehörden absprechen
  • Einweisungen in die Notfallambulanzen und Krankenhäuser auf zwingende Notfälle beschränken

Maßnahmen zur teilstationären Versorgung geriatrischer Patienten
  • Tagespflegeeinrichtungen sollten ihre Aufnahmen auf das Notwendigste beschränken
  • Täglich eine Risikoanamnese erheben
  • Keine Aufnahmen von Anmeldungen mit Infektions-/Erkältungszeichen
  • Geriatrische Tageskliniken sollten den Betrieb für die nächsten Wochen gänzlich einstellen
  • Ambulante Rehabilitationsmaßnahmen sollten nach Möglichkeit nur als Einzeltherapien beziehungsweise im häuslichen Umfeld durchgeführt und auf das minimal notwendige Maß beschränkt werden

Maßnahmen zur vollstationären Versorgung geriatrischer Patienten
 
  • Ausführliche Anamnese, um mögliche Infektionskontakte zu identifizieren
  • Umsetzung des Besuchsverbotes
  • Keine elektiven oder plan- und verschiebbare Aufnahmen
  • Auf frühe Anzeichen von Atemwegsinfektionen achten
  • Pandemiepläne entsprechend der eigenen Krankenhausplanung umsetzen
Maßnahmen zur Versorgung geriatrischer Bewohner in Pflegeeinrichtungen
 
  • Regelhafte Heimbesuche durch den Hausarzt vorrübergehend aussetzen
  • Aufklärung der Mitarbeiter und Bewohner über die Risiken und Schutzmaßnahmen
  • Besuchsverbote und Mindestabstand beachten
  • Für Bewohner von Alten- oder Pflegeeinrichtungen gelten die gleichen Prinzipien wie bei der Prävention beziehungsweise beim Ausbruchsmanagement anderer Atemwegserkrankungen – so wie sie beim Robert-Koch-Institut hinterlegt sind
  • Bei älteren Familienangehörigen, oder denen mit vorbestehenden Erkrankungen, sollten zur Infektionsvermeidung alle oben genannte Regeln berücksichtigt werden.
  • Bei älteren oder chronisch kranken Familienmitgliedern, die auf Unterstützung angewiesen sind, müssen die Regeln zur Infektionsvermeidung selbstverständlich ebenfalls beibehalten werden.
  • Es sollten sich vorrangig die Familienmitglieder mit dem geringsten Infektionsrisiko kümmern und nicht gerade diejenigen, die selbst Symptome einer Atemwegserkrankung aufweisen – auch wenn es diejenigen sind, die sich bisher immer gekümmert haben.
 
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