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Medizin

07. April 2020
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Weitere Behandlungsempfehlungen der DGG

Regelvisiten aussetzen: Maßnahmen für hausärztliche Besuche in Pflegeheimen
Wir müssen Vorkehrungen treffen, die für diese vulnerable Gruppe aber nicht in der Isolation enden dürfen. Eine wichtige Maßnahme ist, dass Regelvisiten bei Heim- und Hausbesuchen bis auf Weiteres ausgesetzt werden. Es ist eine gute Entscheidung, regelhafte Besuche in Pflegeheimen ohne konkreten Behandlungsanlass nicht durchzuführen. So kann die weitere Infektionsverbreitung verhindert werden. Diese Empfehlung ist auf die kommenden zwei bis vier Wochen ausgelegt. Aber auch das sind willkürlich festgelegte Zahlen, die durchaus wieder geändert werden können. Wir gehen davon aus, dass diese Entscheidungen wieder gelockert und in Teilen zurückgenommen werden, sobald eine erste Entspannung bei der Ausbreitung des Virus zu erkennen ist.

Diese Abschätzung darf allerdings nicht dazu führen, dass notwendige Maßnahmen nicht ergriffen werden. In jedem Fall sollte zuerst mit der Pflegeeinrichtung beziehungsweise dem Patienten telefonisch und fremdanamnestisch geklärt werden, ob ein ärztlicher Hausbesuch in diesem Pflegeheim für den Patienten wirklich erforderlich ist – oder ob erste Therapiemaßnahmen auch ohne das Erscheinen des Arztes vor Ort eingeleitet werden können. Unerlässlich ist der Kontakt mit dem örtlichen Gesundheitsamt, um weitere Maßnahmen gemeinsam absprechen zu können. Eine unreflektierte Einweisung in die Notaufnahme löst das Problem keinesfalls.

Fehlende Schutzausrüstung: Hygiene und Logistik sind gefragt
In diesem Zusammenhang taucht immer wieder das Problem der unzureichenden persönlichen Schutzausrüstung auf. Dies ist bekannt – keine Einrichtung war und ist darauf vorbereitet. Allerdings können dieses Problem weder die medizinischen Fachgesellschaften noch die ambulant versorgenden Akteure vor Ort lösen. Hier ist Hygiene und Logistik gefragt: Die Wiederaufbereitung von bisher verwendetem Einmalmaterial muss in diesen Zeiten sicherlich diskutiert werden.

Risiko für schwere Verläufe: geriatrische Patienten

Entscheidend ist zu wissen, dass sich das erhöhte Risiko für schwere Verläufe vor allem auf Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen bezieht. Das Robert Koch-Institut (RKI) nennt die folgenden Risikogruppen:
  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50 bis 60 Jahren)
  • Raucher
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
  • des Herzens (zum Beispiel koronare Herzerkrankung),
  • der Lunge (zum Beispiel Asthma, chronische Bronchitis),
  • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen,
  • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit),
  • Patienten mit einer Krebserkrankung,
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (zum Beispiel aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie beispielsweise Cortison).
Diese Auflistung erinnert an die definierten Risikogruppen für Influenza oder auch Pneumokokken-Erkrankungen.

Sehr sinnvoll: Komplettierung der Pneumokokken-Impfungen

Bei Impfstoffen erkennen wir nun die Problematik einer ausgelagerten und reduzierten Produktion. Der Versuch, Lagerkosten zu vermeiden, und das Ziel, „on demand“ zu produzieren, scheinen sich keinesfalls auszuzahlen. Wir geben ihnen recht, dass in manchen Hausarztpraxen und Apotheken nur noch wenige Vorräte an Impfstoffen vorhanden sind. In diesem Fall bleibt uns nur übrig zu hoffen, dass die Industrie in der Lage ist, ihre Produktion schnell den Bedürfnissen anzupassen. Wir wissen (Stand Freitag, 13.03.2020): Pneumovax von MSD ist derzeit nicht lieferbar, Prevenar von Pfizer steht kurz davor. Prevenar 13 kann aber eine Alternative bieten. Auch in diesem Fall bleibt uns nur übrig zu hoffen, dass die Industrie in der Lage ist, ihre Produktion schnell den Bedürfnissen anzupassen. Der Mangel an Impfstoff ändert aber nichts daran, dass die Empfehlungen der ständigen Impfkommission (STIKO) nach wie vor gültig sind und wir diese nicht einfach ignorieren können.
 

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