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Medizin

20. November 2017 Canakinumab senkt kardiovaskuläres Risiko um 25% bei Subgruppe der Phase-III-Studie CANTOS

Vor kurzem wurden die Ergebnisse einer neuen Analyse der Phase-III-Studie CANTOS veröffentlicht. Dr. Paul Ridker, Leiter der CANTOS-Studie präsentierte die Daten im Rahmen der Jahrestagung der American Heart Association (AHA)(1). Die geplante Sekundäranalyse eines explorativen Endpunkts untersuchte das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse (MACE) bei Patienten nach Myokardinfarkt, bei denen 3 Monate nach Beginn der ACZ885-Therapie eine hsCRP-Konzentration unter 2 mg/l erreicht werden konnte. Im Vergleich zu Placebo konnte unter ACZ885 eine Reduktion um 25% (HRadj = 0,75; 95-%-KI: 0,66-0,85; p<0,0001) gezeigt werden (1). Die Patienten dieser Subgruppe erzielten zudem eine signifikante Reduktion von jeweils 31% hinsichtlich des kardiovaskulären Mortalitätsrisikos (HRadj=0,69; 95-%-KI: 0,56-0,85; p=0,0004) sowie der Gesamtmortalität (HRadj=0,69; 95-%-KI: 0,58-0,81; p<0,0001) (1). Bei den mit ACZ885 behandelten Patienten, deren hsCRP-Wert bei 2 mg/l oder höher lag, wurde kein signifikanter Rückgang dieser Endpunkte beobachtet (1). Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Bestimmung des hsCRP-Wertes während der Behandlung eine rasche und zuverlässige Methode zur Identifikation jener Patienten sein könnte, die wahrscheinlich den größten Nutzen durch die Langzeitbehandlung mit ACZ885 erzielen werden (1,2). Die Analyse zeigt weiterhin, dass die Behandlung der Inflammation zusätzlich zur Cholesterinsenkung das Risiko rezidivierender kardiovaskulärer Ereignisse signifikant verringern könnte (1).
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„Die CANTOS-Analyse lässt darauf schließen, dass die erste biologische Reaktion auf Canakinumab eine einfache Methode für die Identifizierung von Patienten bietet, die mit hoher Wahrscheinlichkeit langfristig von der Therapie profitieren“, erläuterte Ridker. „Wichtig ist auch, dass diese Daten die Bedeutung der antiinflammatorischen Behandlung nach Myokardinfarkt unterstreichen. Hier kann man im Hinblick auf die Entzündungswerte sagen: "Je niedriger, desto besser".“

„Dieses Ergebnis ist eine spannende neue Entwicklung im Bereich der personalisierten kardiovaskulären Medizin”, sagte Prof. Dr. Lothar Färber, medizinischer Direktor der Novartis Pharma GmbH. „Dies könnte für Patienten gezielte kardiovaskuläre Vorteile bringen.“

Die Analyse umfasste auch die Auswertung des NNT (number needed to treat)-Wertes. Darunter versteht man eine epidemiologische Messgröße für die Wirksamkeit einer gesundheitlichen Intervention – je niedriger der NNT-Wert, desto wirksamer ist die Intervention. Der geschätzte NNT-Wert der Patienten-Subgruppe lag bei 16, d.h. es müssten 16 ACZ885-Patienten, deren hsCRP-Werte auf unter 2 mg/l sanken, fünf Jahre lang behandelt werden, um einen Todesfall, Myokardinfarkt, Schlaganfall oder eine koronare Revaskularisierung zu verhindern.(1) Der NNT-Wert der CANTOS-Kohorte insgesamt lag bei 24 (1).

Canakinumab wirkt nachweislich gegen Inflammation (1,3). Diese ist mit der Atherothrombose assoziiert, die als Hauptursache akuter Koronarsyndrome und kardiovaskulärer Mortalität gilt (1,3). Patienten mit erhöhten Entzündungsbiomarkern wie hsCRP weisen ein erhöhtes Risiko kardiovaskulärer Ereignisse auf (3). Der hsCRP-Test ist ein einfacher Bluttest, der auch zur Beurteilung des residualen Entzündungsrisikos eingesetzt werden kann (2). Die von Ridker durchgeführte Subgruppen-Analyse umfasste Patienten, deren hsCRP-Werte nach 3-monatiger Behandlung bei 2 mg/l oder höher lagen, sowie Patienten, bei denen dieser Wert unter 2 mg/l lag. 2 mg/l ist ein verbreiteter klinischer Grenzwert bei der Ermittlung des residualen Entzündungsrisikos anhand des hsCRP-Wertes (1,4). Die Analyse unterstützt die These, dass bei Patienten, die innerhalb einer 3-monatigen Behandlung einen hsCRP-Wert von unter 2 mg/l erzielen, der größte Nutzen der ACZ885-Langzeitbehandlung zu erwarten ist (1). Das Sicherheitsprofil von ACZ885 in der Patienten-Subgruppe, deren hsCRP-Werte auf unter 2 mg/l sanken, stimmte mit dem der Studien-Gesamtpopulation überein. Die Gesamtraten der unerwünschten Ereignisse (UE), schweren UE und Therapieabbrüchen infolge von UE waren in allen ACZ885-Dosen mit denen von Placebo vergleichbar. Es bestand kein Zusammenhang zwischen den hsCRP-Werten während der Behandlung und den unerwünschten Ereignissen (1).

Mit mehr als 10.000 Patienten, die seit über sechs Jahren an der Studie teilnehmen, ist CANTOS eine der größten und am längsten laufenden Studien in der Geschichte der Firma Novartis. Wie bereits bekanntgegeben, zeigten die ersten Daten der CANTOS-Studie, dass die dreimonatliche Behandlung mit 150 mg ACZ885 bei Patienten nach Myokardinfarkt und inflammatorischer Atherosklerose in einer statistisch signifikanten Reduktion der Inzidenz von MACE (ein Komposit aus kardiovaskulärem Tod, nicht-tödlichem Myokardinfarkt und Schlaganfall) um 15% resultierte (5).

Quelle: Novartis

Literatur:

(1) Ridker PM, et al. Relationship of C-Reactive Protein Reduction to Cardiovascular Event Reduction Following Treatment with Canakinumab: A Secondary Analysis from the CANTOS randomised controlled trial. The Lancet. 2017.
(2) WebMD. Heart Disease and C_Reactive Protein (CRP) Testing. Available at: http://www.webmd.com/heart-disease/guide/heart-disease-c-reactive-protein-crp-testing#1. Last accessed: November 2017.
(3) Ridker PM. Testing the inflammatory hypothesis of atherothrombosis: scientific rationale for the cardiovascular inflammation reduction trial (CIRT). J Throm Haemost. 2009; 7(Suppl.1):332-9.
(4) Goff DC Jr, et al. ACC/AHA guideline on the assessment of cardiovascular risk: a report of the American College of Cardiology/American Heart Association Task Force on Practice Guidelines. Circulation. 2014; 129:S49-S73.
(5) Ridker PM, et al. Anti-inflammatory Therapy with Canakinumab for Atherosclerotic Disease. N Engl J Med. 2017. 377:119-1131.


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