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Medizin

11. Mai 2017
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„Chemobrain“: Posttraumatischer Stress mit Folgen

Leiden Brustkrebs-Patientinnen unter Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, der Konzentration und anderer geistiger Fähigkeiten? Seit Jahren gibt es den Verdacht, dass solche kognitiven Störungen eine Nebenwirkung der Chemotherapie sein könnten – das passende Schlagwort dazu lautet „Chemobrain“. Wissenschaftler mehrerer Kliniken haben in einer von der Deutschen Krebshilfe geförderten Längsschnittstudie untersucht, welche Rolle posttraumatischer Stress in der Verursachung der Störungen spielt. Ergebnis: Milde kognitive Störungen bei Brustkrebspatientinnen können gleichermaßen mit und ohne Chemotherapie auftreten und hängen mit posttraumatischem Stress zusammen.
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Fachinformation
Ein Jahr nach der Diagnose Brustkrebs fanden sich minimale kognitive Auffälligkeiten sowohl bei Patientinnen nach einer Chemotherapie als auch bei Patientinnen, die ohne Chemotherapie behandelt worden waren. Wie vermutet, hingen die Auffälligkeiten mit posttraumatischem Stress zusammen. „Es ist gut nachgewiesen, dass posttraumatischer Stress – nicht zu verwechseln mit normalem Alltagsstress – tief in die Arbeitsweise des Gehirns eingreift“, erklärt Studienleiterin Hermelink. „Eine Krebserkrankung kann als Trauma erlebt werden. Deshalb war es naheliegend, die Hypothese aufzustellen, dass kognitive Auffälligkeiten bei Krebspatientinnen eine Folge von posttraumatischer Stressbelastung sind.“

An der Studie Cognicares (Cognition in Breast Cancer Patients – the Impact of Cancer-related Stress) nahmen 166 Frauen teil, bei denen Brustkrebs neu diagnostiziert worden war. Die Kontrollgruppe bestand aus 60 Frauen, bei denen eine Routineuntersuchung der Brust keinen Verdacht auf Krebs ergeben hatte. Zu drei Zeitpunkten innerhalb eines Jahres wurden alle Teilnehmerinnen mittels eines klinischen Interviews auf posttraumatische Symptomatik hin untersucht. Ihre kognitiven Funktionen wurden mit neuropsychologischen Verfahren umfangreich getestet.
 
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