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Medizin

10. Juni 2020 Chronische Rückenschmerzen: PraxisRegister Schmerz bietet individuelle Therapiekonzepte

Aufgrund der Corona-Pandemie musste der 31. Deutsche Schmerz- und Palliativtag 2020 verschoben werden. Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen: Aus diesem Grund sprach Prof. Ralf Baron, Kiel, darüber, was in Bezug auf das Patientenoutcome für Patienten mit starken, chronischen Rückenschmerzen relevant ist und inwiefern das starke Opioidanalgetikum Palexia® retard mit dualem Wirkmechanismus dieses positiv beeinflussen kann. Im Gespräch mit PD Dr. Michael A. Überall ging es darum, welche Möglichkeiten das PraxisRegister Schmerz für die Entwicklung individueller Therapiekonzepte bieten kann.
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Welcher Outcome ist für Patienten relevant?

Therapieziele können laut Baron für Ärzte und Patienten eine unterschiedliche Bedeutung haben. Die Lebensqualität bewerten beide Seiten als sehr wichtig. Aspekte wie Arbeitsfähigkeit oder Schlaf werden aber beispielsweise durchaus unterschiedlich stark gewichtet. Hat aus Arztsicht die Arbeitsfähigkeit eine große Bedeutung, so ist für Patienten der Schlaf oftmals sehr wichtig, erläuterte Baron. Der Patientenoutcome umfasse den Einfluss auf viele Bereiche des täglichen Lebens. Auch die Funktionalität und die Veränderung der Kognition spielen eine Rolle. Außerdem zählen
Nebenwirkungen bis hin zu ökonomischen Einflüssen z.B. auf Ressourcen des Gesundheitssystems und pathophysiologische Veränderungen zu weiteren Faktoren. Um den Patientenoutcome zu messen, gibt es verschiedene Methoden. Im Bereich der Lebensqualität werden validierte Fragebögen wie z.B. der SF-36 genutzt. Geht es um pathophysiologische Veränderungen, dann können Messungen der Muskelkraft oder der
Sensibilisierung oder Bestimmungen von Biomarkern eingesetzt werden.

Keine Korrelation zwischen Schmerzintensität und Funktionalität

Wichtig für chronische Rückenschmerzpatienten sind neben der Schmerzintensität insbesondere Funktionalität und Lebensqualität. Im Bereich der Nebenwirkungen spielt die gastrointestinale Verträglichkeit, welche die Lebensqualität erheblich beeinflussen kann, eine wichtige Rolle. Es existieren große individuelle Unterschiede in Bezug auf bestimmte Outcome-Parameter. Betrachtet man beispielsweise die Schmerzintensität und Funktionalität in Abhängigkeit von einer Intervention, so korrelieren beide Parameter entgegen der Erwartung nicht miteinander. „Umso wichtiger ist es, den Patienten selbst zu befragen und nicht einfach anzunehmen, eine Abnahme der Schmerzintensität bewirke automatisch eine Verbesserung der Funktionalität“, gab Baron im Interview zu bedenken.

Tapentadol retard kann Patientenoutcome verbessern

Laut Baron könne das starke Opioidanalgetikum den Patientenoutcome positiv beeinflussen. Denn das Molekül mit dem dualen Wirkmechanismus könne nicht nur zu einer effektiven Schmerzlinderung führen, sondern rufe auch weniger gastrointestinale Nebenwirkungen im Vergleich zu Oxycodon hervor (1, 2). Außerdem könne das Opioidanalgetikum bei nozizeptiven, neuropathischen und gemischten Schmerzen zum Einsatz kommen (3). Die gute Verträglichkeit und die starke, breite Wirksamkeit würden im Vergleich zu Oxycodon auch die Lebensqualität positiv beeinflussen, schloss Baron (4).

PraxisRegister Schmerz unterstützt bei der Entwicklung individueller Therapiekonzepte

Im PraxisRegister Schmerz werden Daten und Informationen aus der alltäglichen Arbeit von Schmerzmedizinern, Physio- und Psychotherapeuten mit ihren Schmerzpatienten unter Verwendung der speziellen Web-Applikation iDocLive® in standardisierter Form gesammelt. Dabei dient das PraxisRegister Schmerz laut Überall in erster Linie der Verbesserung der individuellen Versorgung von Schmerzpatienten im Praxisalltag und nicht der speziellen Umsetzung von schmerzmedizinischen Forschungsvorhaben oder klinischen Prüfungen. Chronische Rückenschmerzen gehören gesundheitsökonomisch zu den wirklich bedrohlichen Bevölkerungserkrankungen in Deutschland, mahnte Überall. Außerdem stellen sie differenzialdiagnostisch und therapeutisch ein komplexes Problem dar. Das PraxisRegister biete hier Möglichkeiten, den Krankheitsursachen auf den Grund zu gehen und darauf aufbauend individuell-adaptierte Therapiekonzepte zu entwickeln.

Bei wem und wann Tapentadol retard einsetzen?

Grundsätzlich gelte es das zu verordnen, was bei dem geringsten Risiko für den Einzelfall die höchste Aussicht auf einen therapeutischen Nutzen habe, so Überall. Unter den starken Opioiden nimmt der Wirkstoff Tapentadol mit seinem dualen Wirkmechanismus insofern eine Sonderrolle ein, als dass es seine Wirkung eben nicht nur über opioidrezeptorvermittelte Aktivitäten, sondern (dank seiner Fähigkeit zur Hemmung der noradrenergen Wiederaufnahme auf spinaler Ebene) auch über die Stärkung körpereigener Kontrollmechanismen entfaltet (2). Damit unterstütze es pathophysiologisch das therapeutische Konzept des Re-Impowerments und gleichzeitig verspreche dieser zusätzliche Ansatz ergänzende Effekte auch bei (Rücken-)Schmerzen. Rückenschmerzen beruhten häufig auf neuropathischen Schmerzen, was mit zunehmender Beschwerdedauer bei einem immer höheren Anteil Betroffener der Fall sei, erläuterte Überall. Dies in Verbindung mit weniger Obstipation, Übelkeit und Erbrechen, die zu einer besseren Verträglichkeit im Vergleich zu Oxycodon (1) führen können, qualifizieren aus Sicht des Experten Tapentadol retard als eine geeignete Option für den Fall, dass bei einem Patienten z.B. mit Nerven- oder Rückenschmerzen und einem Versagen der leitlinienempfohlenen Mittel der ersten und zweiten Wahl eine Alternative benötigt wird (2).

Für Überall etwas überraschend war die Beobachtung, dass es mit retardiertem Tapentadol durch einen rechtzeitigen Einsatz (z.B. bei Patienten mit starken chronischen Rückenschmerzen) dann, wenn ein Opioid erforderlich ist, gelingen kann, nicht nur die körperlichen Beschwerden symptomatisch zu lindern, sondern auch den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und damit auch die notwendige Behandlungsdauer signifikant zu verkürzen. Diese Beobachtung stütze aus seiner Sicht nicht nur das Konzept einer mechanismenorientierten rationalen Pharmakotherapie, sondern auch das des rechtzeitigen Einsatzes pathophysiologisch relevanter Therapien.

Quelle: Grünenthal

Literatur:

(1) Buynak R et al. Expert Opin. Pharamcother. 2010; 11(11): 1787-1804.
(2) Fachinfomation Palexia® retard Stand 01/2020
(3) Deeks ED Drugs 2018; 78:1805–1816
(4) Lange B et al., Adv Ther 2010, 27(6): 381-399


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