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Medizin

15. Juli 2020 Chronische spontane Urtikaria: Krankheitskontrolle und Symptomfreiheit unter Omalizumab

Die chronische spontane Urtikaria (csU) schränkt die Lebensqualität der Betroffenen im Vergleich zu anderen dermatologischen Erkrankungen besonders stark ein (1, 2). Bestimmte Modulatoren wie Stress verstärken die Urtikariaaktivität, dabei kann Stress sowohl das Auftreten von Urtikaria-Schüben begünstigen als auch eine Konsequenz der Krankheitsaktivität darstellen (3). Der anti-IgE-Antikörper Omalizumab kann eine gute Krankheitskontrolle sowie vollständige Symptomfreiheit ermöglichen und damit einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität der Patienten haben (4-6).
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Fachinformation
Im Durchschnitt leiden die Patienten 1-5 Jahre an der Erkrankung, bevor diese abklingt oder ganz verschwindet. Einige Patienten leben jedoch jahrzehntelang mit der csU (7). „Viele Urtikaria-Patienten sind aufgrund der stark beeinträchtigenden Symptomatik häufig auch von Schlafmangel, sozialer Isolation und psychischen Begleiterkrankungen, wie Depressionen betroffen“, kommentierte Frau Prof. Dr. Andrea Bauer, Universitätsklinikum Dresden. Das habe einen zusätzlichen negativen Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen.

Deutliche Unterversorgung

Urtikaria-Patienten in Deutschland sind nach wie vor unterversorgt und nicht optimal behandelt. Dies zeigen auch die Ergebnisse der DERMLINE-Onlineumfrage mit insgesamt 1.037 Urtikaria-Patienten. Nur etwa 40% der Betroffenen sind überhaupt in ärztlicher Behandlung. Weniger als die Hälfte der Patienten (48%) ist mit ihrer derzeitigen Therapie zufrieden (8). Bei 80% war die Erkrankung gemäß Urtikariakontrolltest (UCT) weiterhin aktiv (8). Die schwerwiegenden Symptome der Urtikaria gefährden die Lebensqualität der Betroffenen im Hinblick auf deren Alltag und soziale Kontakte erheblich. Sogar die Familienplanung wird durch die Krankheit beeinflusst – etwa jeder fünfte Befragte (18%) gab an aufgrund der Erkrankung den Kinderwunsch zu verschieben (8).

Verstärkung durch Stress

Ursächlich für das Auftreten der belastenden Hautsymptome der chronischen Urtikaria sind durch Immunglobulin E (IgE) aktivierte und degranulierende Mastzellen. Nach heutiger Datenlage erfolgt die Degranulation der Hautmastzellen größtenteils über autoimmune Mechanismen (9). Bestimmte Modulatoren wie z.B. Stress können diese Mechanismen noch verstärken (9). Die Erkrankung stellt eine große Belastung dar und es entsteht ein Teufelskreis aus aktiver Urtikaria, Stress und Verzweiflung. Dabei kann Stress sowohl das Auftreten von Urtikaria-Schüben begünstigen als auch eine Konsequenz der Krankheitsaktivität darstellen (3, 10). Um dem entgegenzuwirken, ist eine frühe Diagnostik und Aufklärung, eine schnelle Therapie sowie gute Versorgung unabdingbar.

Multimorbidität

Einige csU-Patienten leiden unter verschiedenen Symptomen, die über die Haut hinausgehen. Dazu gehören gastrointestinale Probleme, Hitzewallungen, Herzrasen, Gelenkbeschwerden, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit sowie Abgeschlagenheit (11). Aktuelle Untersuchungen deuten darauf hin, dass auch die chronische spontane Urtikaria zu unterschwelligen entzündlichen Prozessen im Körper führt (11).
„Chronisch-entzündliche Hauterkrankungen sind als Risikofaktoren für das Metabolische Syndrom bekannt. Aktuelle Untersuchungen deuten darauf hin, dass Patienten mit Antihistaminika refraktärer chronischer spontaner Urtikaria häufiger unter einem metabolischen Syndrom leiden als Patienten mit guter Symptomkontrolle“, berichtete Prof. Dr. Andrea Bauer, Universitätsklinikum Dresden.

Frühzeitige Therapie entscheidend

Daher ist eine frühzeitige Therapie bei csU besonders von Bedeutung. Bei Nichtansprechen auf die Standardtherapie mit H1-Antihistaminika, empfiehlt die Leitlinie eine zusätzliche Therapie mit dem IgE-Inhibitor Omalizumab (11, 14). Studiendaten sowie Daten aus der klinischen Praxis zeigen, dass Omalizumab unter einem günstigen Sicherheitsprofil eine bessere Krankheitskontrolle sowie die völlige Symptomfreiheit der Patienten ermöglichen kann (4, 5). Die Phase-IV-Studie XTEND zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit einer 48-wöchigen Therapie mit Omalizumab bei csU-Patienten zeigte bei 80% der Betroffenen in Woche 48 einen Urtikariakontrolltest (UCT) über 12 und indiziert damit eine gute Krankheitskontrolle (5). 79% der Patienten berichteten über eine stabile Symptomfreiheit ohne weitere Schwankungen der Urtikaria (5). Die kontinuierliche Gabe von Omalizumab über 48 Wochen zeigte bei guter Wirksamkeit ein günstiges Sicherheitsprofil, konnte vor einer Rückkehr der Symptome schützen und somit durch eine nachhaltige Therapiekontrolle die Lebensqualität verbessern (5). Zudem belegen weitere Studien die positiven Auswirkungen des anti-IgE-Antikörpers auf Depressionen, Ängste sowie die Lebens- und Schlafqualität (6).

Quelle: Novartis

Literatur:

(1) Maurer M et al. Allergy 2011; 66:317-330.
(2) Staubach P et al. Poster. DDG Kompakt 2019 P334.
(3) Schut C et al. Allergy 2020;75(1):224-226.
(4) Bernstein et al. JAMA Dermatol 2019;155(1):29-38.
(5) Casale TB et al. J Am Acad Dermatol 2018;78(4):793-795.
(6) Sussman G et al. EADV 2019. Abstract P1949.
(7) Maurer M et al. EAACI 2018. Abstract #814.
(8) Wagner N et al. EADV 2019. Abstract P1958.
(9) Maurer M et al. ärztliches journal dermatologie 2018;2:2-4.
(10) Peters EMJ. J Dtsch Dermatol Ges 2016;14(3):233-252.
(11) Kocatürk E Grattan C Clin Transl Allergy 2019;25(9):48.
(12) Zuberbier T. Allergy 2018;73(7):1393-1414.
(13) Fachinformation Xolair®.
(14) Can P et al. PDS06-203 Poster präsentiert auf der digitalen Jahrestagung der EAACI 2020.


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