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Medizin

10. Juni 2020
Seite 1/3
„Corona“-App: Update

Nach langen Diskussionen um die Umsetzung ist es nun so weit: Seit 15. Juni 2020 steht die „Corona“-App Smartphone-Nutzern in ganz Deutschland zur Verfügung. Welche Technik zum Einsatz kommt und mit welchen ethisch-juristischen und datenschutzrechtlichen Problemen das Vorhaben behaftet ist, hat journalmed.de für Sie zusammengefasst – außerdem werfen wir erneut einen Blick auf unsere europäischen Nachbarn.
 
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Funktionsweise und Umsetzung

Ziel ist eine möglichst zeitnahe Information über den Kontakt mit einem SARS-CoV-2-Infizierten, wodurch Infektionsketten nachvollziehbar werden und damit leichter zu unterbrechen sind.

Die „Corona“-App ist eine Tracing-App, die Listen über Smartphones erstellt, die in der Nähe des eigenen Gerätes aufgetaucht sind. Befindet sich darunter ein an COVID-19 Erkrankter, wird der Nutzer gewarnt und kann sich auf SARS-CoV-2 testen lassen, bzw. sich prophylaktisch in Quarantäne begeben.

Das Nachverfolgen der Kontakte wird auf der Basis von Proximity-Tracing ermöglicht, das keine Auskunft über den Ort des Kontaktes gibt – dafür wäre Tracking notwendig, was bei der „Corona“-App aber nicht zum Einsatz kommt.

Mittels der Funktechnik Bluetooth-Low-Energy wird über die Signalstärke die räumliche Nähe zweier Smartphones geschätzt. Der durch die Nierencharakteristik bedingte nicht-optimale Einfallswinkel der Abstrahlung ist mit hoher Ungenauigkeit behaftet und damit der Hauptkritikpunkt an der App aus technischer Sicht.

Nach langen Diskussionen, die durch berechtigte Einwände von Datenschutzexperten angestoßen wurden, hat sich die Deutsche Bundesregierung für eine dezentrale Speicherung der Daten entschieden. Der dezentrale Ansatz fußt auf dem Decentralized Privacy Preserving Proximity Tracing (DP-3T)-Konzept. Diese Lösung bietet gegenüber dem zentralen Ansatz den Vorteil, dass der Backend-Server keine Daten enthält, die Aufschluss über die Kontakte von Infizierten geben könnten; auch Daten von Nicht-Infizierten werden nicht übertragen. Dennoch bleibt auch hierbei die Gefahr des Abschöpfens von Informationen durch die Hersteller der Telefon-Betriebssysteme bestehen.

Die ausführliche Darstellung zu Funktionsweise und Umsetzung finden Sie unter: Die „Corona“-App: Ein komplexes Unterfangen mit vielen Fragezeichen
 
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EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
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