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Medizin

03. Mai 2012 DFG-Schwerpunktprogramm soll Wirkung von Darmbakterien auf Immunsystem aufklären

Eine Billon Bakterien pro Quadratmeter – das mikrobielle Ökosystem im Darm ist komplex und beeinflusst die Gesundheit. Die Entstehungsmechanismen von entzündlichen Darmerkrankungen und die Anfälligkeit für Infektionen stehen im Mittelpunkt eines neuen Schwerpunktprogramms, dessen Einrichtung die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) beschlossen hat. Die Koordination übernehmen Prof. Dirk Haller von der Technischen Universität München und Prof. Ingo Autenrieth von der Eberhard Karls Universität Tübingen. Ab Anfang 2013 soll das Programm gemeinsam mit neun weiteren DFG-Schwerpunkten seine Arbeit aufnehmen.
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Entzündliche Darmkrankheiten wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind weit verbreitete Zivilisationskrankheiten. Etwa 3,5 Millionen Europäer und US-Amerikaner sind davon betroffen, Tendenz steigend. Wie genau diese Leiden entstehen, ist immer noch weitgehend ungeklärt. Bekannt ist, dass das komplexe Ökosystem aller Mikroorganismen im Darm (intestinale Mikrobiota) eine wichtige Rolle spielt: Mit einer Billion Bakterien pro Quadratmeter ist der menschliche Darm das am dichtesten besiedelte Ökosystem. Funktionieren die fein abgestimmten Regulierungsmechanismen, bleibt der Organismus gesund. Gerät das empfindliche System aber dauerhaft aus dem Gleichgewicht, können chronische Entzündungskrankheiten die Folge sein.

Die Mechanismen, die über Gesundheit oder Krankheit entscheiden, stehen im Mittelpunkt eines neuen Schwerpunktprogramms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Koordiniert wird das bundesweit ausgeschriebene Programm von Prof. Dirk Haller von der Technischen Universität München (TUM) und Prof. Ingo Autenrieth von der Eberhard Karls Universität Tübingen. „Bei der Entstehung von chronischen Darmentzündungen sind die komplexen Wechselwirkungen zwischen genetischer Veranlagung, Immunfunktionen und dem mikrobiellen Milieu im Darm entscheidend“, erklärt Dirk Haller, der den TUM-Lehrstuhl für Biofunktionalität der Lebensmittel innehat. „Im Fokus des neuen Forschungsprogramms sollen deshalb innovative Ansätze stehen, mit denen sich diese komplexen Wirkungsmechanismen erklären lassen. Auf dieser Grundlage lassen sich dann gezielt Präventions- und Therapiemaßnahmen entwickeln“, ist sich der Wissenschaftler sicher.

Gemeinsam mit dem von Dirk Haller und Ingo Autenrieth koordinierten Programm („Intestinal Microbiota - a Microbial Ecosystem at the Edge between Immune Homeostasis and Inflammation“) hat die DFG neun weitere Schwerpunktprogramme eingerichtet. Sie sollen ab Anfang 2013 ihre Arbeit aufnehmen und die wissenschaftliche Expertise zu besonders aktuellen Forschungsgebieten vernetzen. Die zehn Schwerpunktprogramme wurden aus insgesamt 40 eingereichten Konzepten ausgewählt. Für sie stehen in der ersten Förderperiode insgesamt fast 60 Millionen Euro zur Verfügung. Jedes Programm wird in den kommenden Monaten von der DFG einzeln ausgeschrieben, die eingehenden Förderanträge werden in einem strengen Begutachtungsverfahren auf ihre wissenschaftliche Qualität und ihren Beitrag zum jeweiligen Oberthema geprüft.

Quelle: Technische Universität München


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