Mittwoch, 11. Dezember 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

03. Mai 2012 DFG-Schwerpunktprogramm soll Wirkung von Darmbakterien auf Immunsystem aufklären

Eine Billon Bakterien pro Quadratmeter – das mikrobielle Ökosystem im Darm ist komplex und beeinflusst die Gesundheit. Die Entstehungsmechanismen von entzündlichen Darmerkrankungen und die Anfälligkeit für Infektionen stehen im Mittelpunkt eines neuen Schwerpunktprogramms, dessen Einrichtung die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) beschlossen hat. Die Koordination übernehmen Prof. Dirk Haller von der Technischen Universität München und Prof. Ingo Autenrieth von der Eberhard Karls Universität Tübingen. Ab Anfang 2013 soll das Programm gemeinsam mit neun weiteren DFG-Schwerpunkten seine Arbeit aufnehmen.
Entzündliche Darmkrankheiten wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind weit verbreitete Zivilisationskrankheiten. Etwa 3,5 Millionen Europäer und US-Amerikaner sind davon betroffen, Tendenz steigend. Wie genau diese Leiden entstehen, ist immer noch weitgehend ungeklärt. Bekannt ist, dass das komplexe Ökosystem aller Mikroorganismen im Darm (intestinale Mikrobiota) eine wichtige Rolle spielt: Mit einer Billion Bakterien pro Quadratmeter ist der menschliche Darm das am dichtesten besiedelte Ökosystem. Funktionieren die fein abgestimmten Regulierungsmechanismen, bleibt der Organismus gesund. Gerät das empfindliche System aber dauerhaft aus dem Gleichgewicht, können chronische Entzündungskrankheiten die Folge sein.

Die Mechanismen, die über Gesundheit oder Krankheit entscheiden, stehen im Mittelpunkt eines neuen Schwerpunktprogramms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Koordiniert wird das bundesweit ausgeschriebene Programm von Prof. Dirk Haller von der Technischen Universität München (TUM) und Prof. Ingo Autenrieth von der Eberhard Karls Universität Tübingen. „Bei der Entstehung von chronischen Darmentzündungen sind die komplexen Wechselwirkungen zwischen genetischer Veranlagung, Immunfunktionen und dem mikrobiellen Milieu im Darm entscheidend“, erklärt Dirk Haller, der den TUM-Lehrstuhl für Biofunktionalität der Lebensmittel innehat. „Im Fokus des neuen Forschungsprogramms sollen deshalb innovative Ansätze stehen, mit denen sich diese komplexen Wirkungsmechanismen erklären lassen. Auf dieser Grundlage lassen sich dann gezielt Präventions- und Therapiemaßnahmen entwickeln“, ist sich der Wissenschaftler sicher.

Gemeinsam mit dem von Dirk Haller und Ingo Autenrieth koordinierten Programm („Intestinal Microbiota - a Microbial Ecosystem at the Edge between Immune Homeostasis and Inflammation“) hat die DFG neun weitere Schwerpunktprogramme eingerichtet. Sie sollen ab Anfang 2013 ihre Arbeit aufnehmen und die wissenschaftliche Expertise zu besonders aktuellen Forschungsgebieten vernetzen. Die zehn Schwerpunktprogramme wurden aus insgesamt 40 eingereichten Konzepten ausgewählt. Für sie stehen in der ersten Förderperiode insgesamt fast 60 Millionen Euro zur Verfügung. Jedes Programm wird in den kommenden Monaten von der DFG einzeln ausgeschrieben, die eingehenden Förderanträge werden in einem strengen Begutachtungsverfahren auf ihre wissenschaftliche Qualität und ihren Beitrag zum jeweiligen Oberthema geprüft.

Quelle: Technische Universität München


Das könnte Sie auch interessieren

Verbraucherschutz: Blei und Cadmium in Modeschmuck, Pestizide in Kräutern

Verbraucherschutz: Blei und Cadmium in Modeschmuck, Pestizide in Kräutern
© Alexander Raths / Fotolia.com

Erneut gerieten preiswerte Modeschmuckartikel ins Visier der Überwachungsbehörden. Nachdem das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im vergangenen Jahr auf die erhöhten Nickelgehalte in den untersuchten Proben hingewiesen hatte, kritisierte das Bundesamt die Funde von Blei und Cadmium oberhalb der geltenden Grenzwerte. BVL-Präsident Helmut Tschiersky stellte dazu fest: „Die Hersteller und Importeure von Modeschmuck müssen eindeutig mehr tun, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden.“ Nach mehreren Einzelfunden von preiswertem...

An die Leber denken und Experten befragen: Kostenfreie Telefonaktion zum Deutschen Lebertag am 20. November

An die Leber denken und Experten befragen: Kostenfreie Telefonaktion zum Deutschen Lebertag am 20. November
© ag visuell / Fotolia.com

Bei einer großen Telefonaktion am 18. Deutschen Lebertag, der unter dem Motto „An die Leber denken!“ steht, beantworten sechs erfahrene Ärzte alle Anrufer-Fragen rund um die Themen Leber, Lebergesundheit und Lebererkrankungen. Am Montag, 20. November 2017, sind die Leber-Spezialisten von 14:00 bis 16:00 Uhr unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 666 39 22 für jeden Interessierten und Betroffenen erreichbar. Mit diesem Angebot möchten die Ausrichter des 18. Deutschen Lebertages – Deutsche Leberstiftung, Deutsche Leberhilfe e. V. und Gastro-Liga e....

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"DFG-Schwerpunktprogramm soll Wirkung von Darmbakterien auf Immunsystem aufklären"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.