Sonntag, 29. März 2020
Navigation öffnen

Medizin

27. Februar 2020 Darmkrebs: Exakte Therapieplanung schon im Frühstadium durch Endosonografie

Tückisch, gefährlich und häufig: Darmkrebs verursacht im frühen Stadium oft keine Symptome, ist jedoch bei Frauen in Deutschland die zweithäufigste und bei Männern die dritthäufigste Tumorerkrankung. Die Endosonographie spielt bei den Enddarmtumoren eine äußert wichtige Rolle, um das Tumorstadium exakt einzugrenzen und damit die notwendige Therapie gezielt zu planen. Bisher gelingt es nur der Endosonografie die Tumoreindringung in die Darmwand sicher zu bestimmen, darauf machen Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) anlässlich des Darmkrebsmonats März aufmerksam. Die Ultraschalluntersuchung trägt entscheidend zur Planung einer Operation und zur Therapiewahl bei.
Anzeige:
Wenn der Verdacht auf eine Darmkrebserkrankung besteht oder wenn sich Menschen bei einer Vorsorgeuntersuchung daraufhin untersuchen lassen, führen Ärzte in der Regel eine Endoskopie durch. „Bei einer herkömmlichen Spiegelung des Darms sieht ein Arzt allerdings nur die Oberfläche der Darmwand“, sagt PD Dr. med. Michael Hocke, Leiter des DEGUM-Arbeitskreises Endosonografie. „Wenn die Untersuchung durch hochauflösende Ultraschallköpfe ergänzt wird, können hingegen genaue Schnittbilder der Darmwand gemacht werden.“

Indikator pro / contra OP

Bei der endoskopischen Ultraschalluntersuchung wird die Sonde durch den Analkanal in den Körper eingeführt. So gelangt der Schallkopf besonders dicht an die zu untersuchenden Organe heran und kann fast mikroskopisch exakte Ultraschallbilder erzeugen, die besonders störungsfrei sind. „Der behandelnde Arzt kann dadurch sehr frühe Tumorstadien von bereits fortgeschrittenen exakt unterscheiden und beispielsweise erkennen, wie tief ein Tumor in die Darmwand eingewachsen ist und ob bereits benachbarte Organe oder Lymphknoten befallen sind“, so Hocke. Wenn der Tumor sich noch in einem sehr frühen Stadium befindet und beispielsweise noch nicht in die Darmwand eingewachsen ist, kann er unter Umständen direkt endoskopisch – also ohne eine Operation – entfernt werden. „Die endoskopische Ultraschalluntersuchung (EUS) hilft also stark bei der Entscheidung, ob eine Operation beim Enddarmtumor durchgeführt werden sollte oder nicht“, betont der DEGUM-Experte. „Zudem ermöglichen die detailgenauen sonografischen Bilder eine wertvolle Unterstützung bei der Planung der Operation, da sie das Darmgewebe sehr genau abbilden und so Auskunft darüber geben, ob vor der Operation eine Tumorverkleinerung durch eine Strahlen- und Chemotherapie erfolgen muss“, erwähnt Hocke.

Gezielte Fortbildung der DEGUM

Damit die Endosonografie-Diagnostik erfolgreich durchgeführt werden kann, ist es wichtig, dass der Untersucher erfahren ist. Die Endosonografie muss gezielt trainiert werden. Die DEGUM bietet dafür nach ihrem bewährten 3 Stufen Konzept gezielte Fortbildungen für Mediziner an.

Hintergrund: Darmkrebs

Nach Angabe des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) erkranken in Deutschland jährlich mehr als 60.000 Menschen an Darmkrebs. Im frühen Stadium treten oft keine – oder nur unspezifische Beschwerden wie Verdauungsprobleme oder Blut im Stuhl – auf. Vorsorgeuntersuchungen kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu. Die rechtzeitige Erkennung kann die Heilungschancen bei Darmkrebs erheblich verbessern oder die Erkrankung sogar verhindern. Alle Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Untersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs für ihre Versicherten ab 50 Jahren. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung haben die Patienten im Alter von 50-54 Jahren die Möglichkeit einen jährlichen Stuhltest machen zu lassen. Eine Darmspiegelung wird Männern ab 50 und Frauen ab 55 Jahren zudem empfohlen und von den Krankenkassen finanziert. Wenn die Erkrankung bereits in der Familie auftreten ist, wird die Vorsorgeuntersuchung frühzeitiger von den Krankenkassen übernommen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)


Das könnte Sie auch interessieren

Rückenschmerzen: Ein Drittel der Deutschen geht mehrfach im Jahr nicht zur Arbeit

Rückenschmerzen: Ein Drittel der Deutschen geht mehrfach im Jahr nicht zur Arbeit
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Laut einer aktuellen GfK-Umfrage hat mehr als die Hälfte aller Deutschen mindestens zehnmal im Jahr Rückenschmerzen. Die von der Medserena AG beauftragte GfK-Umfrage zeigt, dass 34,5 Prozent aller Deutschen an bis zu sieben Tagen im Jahr aufgrund von Rückenschmerzen nicht ihren alltäglichen Aufgaben nachgehen. Betrachtet man die befragten Berufsgruppen genauer, so liegt der höchste Anteil bei den Angestellten (36,7 Prozent). Das verursacht Jahr für Jahr einen hohen wirtschaftlichen Schaden für die Arbeitgeber. Nur durch verbesserte medizinische...

Klinikeinweisung wegen Herzschwäche: Welche Warnsignale müssen Betroffene kennen?

Klinikeinweisung wegen Herzschwäche: Welche Warnsignale müssen Betroffene kennen?
© freshidea / Fotolia.com

Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 440.000 Patienten mit Herzschwäche in eine Klinik eingewiesen, weil bei ihnen ihr Herz entgleist ist. Damit zählt die Herzschwäche zu den häufigsten Anlässen für einen Krankenhausaufenthalt. „Ganz konkrete Warnsignale zeigen das Entgleisen des Herzens an. Für diese müssen Betroffene wachsam sein, insbesondere für Wassereinlagerungen im Körper, an den Knöcheln, den Unterschenkeln oder im Bauchraum. Diese sogenannten Ödeme sind leicht zu erkennen, wenn man sich täglich wiegt....

Internetbasierte Hilfe für Eltern in Bayern mit chronisch kranken Kindern

Internetbasierte Hilfe für Eltern in Bayern mit chronisch kranken Kindern
© bubutu / Fotolia.com

Rund 100.000 Kinder in Bayern sind von Asthma betroffen, so der aktuelle bayerische Kindergesundheitsbericht. "Das ist nicht nur für die Kleinen belastend, sondern auch für deren Familien", sagt Christian Bredl, Leiter der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern. Mütter, Väter oder Geschwister kommen oft körperlich und psychisch an ihre Grenzen. Hinzu kommt, dass vier von fünf der betroffenen Eltern keine Angebote zur Familienentlastung kennen. "Wir möchten das ändern und mit dem Projekt 'Beratung von Eltern chronisch kranker Kinder...

Jeder 12. Junge süchtig nach Computerspielen

Jeder 12. Junge süchtig nach Computerspielen
© Photographee.eu / Fotolia.com

In Deutschland ist jeder zwölfte Junge oder junge Mann süchtig nach Computerspielen. Nach einer neuen DAK-Studie erfüllen 8,4 Prozent der männlichen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen 12 bis 25 Jahren die Kriterien für eine Abhängigkeit nach der sogenannten „Internet Gaming Disorder Scale“. Bei den Betroffenen verursacht die exzessive Nutzung von Computerspielen massive Probleme. Der Anteil der betroffenen Mädchen und jungen Frauen liegt mit 2,9 Prozent deutlich niedriger. Das zeigt der Report „Game over“...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Darmkrebs: Exakte Therapieplanung schon im Frühstadium durch Endosonografie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden