Montag, 6. Juli 2020
Navigation öffnen

Medizin

29. September 2014 Depression: Sportliche Aktivitäten lindern Symptome

Depressive Menschen können ihr Wohlbefinden durch sportliche Aktivitäten erheblich verbessern. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Team von Forschern unter Beteiligung der Universität Bern, das Metaanalysen zum Thema Sport und Depressionen zusammengefasst und die positive Wirkung von Sport und körperlicher Aktivität auf Depressionen evaluiert hat. Allein in den westlichen Industrienationen leidet mindestens jede zehnte Person im Verlauf ihres Lebens einmal an einer Depression.

Anzeige:

Serotoningehalt relevant

Fachärzte greifen im Großteil der Fälle zu Antidepressiva oder verschreiben Psychotherapie. Sport und körperliche Aktivität erzielen laut den aktuellen Erkenntnissen teilweise jedoch die gleichen neurophysiologischen Veränderungen wie Antidepressiva. Bewegung bewirkt verschiedene Veränderungen im Gehirn, die sonst nur durch Medikamente erzielt werden.

Medikamente zur Behandlung von Depressionen setzen ähnlich wie Sport und körperliche Aktivität an der Serotoninaufnahmefähigkeit des Gehirns an. Sie verstärken die Epinephrinaktivität und sorgen für die Ausschüttung verschiedener Faktoren für das Nervenwachstum. Laut den Schweizer Experten fördern diese Faktoren das Zellwachstum im Gehirn und verhindern das Absterben von Zellen im Hippocampus.

Weitere Studien erforderlich

Menschen, die also an Depressionen leiden, könnten mit mehr Sport zu einer herabgesetzten Aktivität des Stresshormons Cortisol beitragen. Die Wirkung wäre damit teilweise ähnlich wie die durch Psychopharmaka, sind sich die Wissenschaftler sicher. "Leider lassen die Metaanalysen keine Schlüsse zu, wie oft und wie lange wöchentlich Sport getrieben werden sollte", sagt Forscher Mirko Wegner.

Dem Fachmann nach konnte zudem festgestellt werden, dass die Wirksamkeit von Sport bei Depressionsstörungen größer ist als beispielsweise bei Angststörungen. Angesichts der Kosten für Therapien und Medikamente ist Sport den Fachleuten nach außerdem günstiger und hat nur wenige Nebenwirkungen. Ob und vor allem in welchem Ausmaß Sport und körperliche Aktivität eine Ergänzung oder sogar Alternative zu Medikamenten bei leichten Depressionen sein können, muss jedoch noch untersucht werden.

Quelle: pte


Anzeige:

Das könnte Sie auch interessieren

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt
© Darren Baker / Fotolia.com

Naturheilmittel oder neuer Trend der Bio-Welle? 94 Prozent der Deutschen können mit dem Begriff Biopharmazeutika nichts anfangen (1). Oftmals werden hinter dem Begriff Naturheilmittel vermutet. Dabei handelt es sich um Arzneimittel, die biotechnisch hergestellt oder aus gentechnisch veränderten Organismen gewonnen werden und mit dem Ziel der Bekämpfung einer Krankheit in die Vorgänge des Körpers eingreifen. Insulin ist ein bekanntes Beispiel. Wem das erklärt wird, der ist gerne zur Einnahme eines solchen Arzneimittels bereit. Das sind Ergebnisse einer...

Patientenportal für klinische Studien macht medizinische Forschung für alle transparent und zugänglich

Patientenportal für klinische Studien macht medizinische Forschung für alle transparent und zugänglich
© pressmaster / Fotolia.com

In Deutschland werden jedes Jahr über 500 klinische Forschungsstudien zu neuen Therapien und Medikamenten durchgeführt. Ein Großteil betrifft Volkskrankheiten wie Diabetes, Asthma, COPD, Arthrose oder Schuppenflechte und richtet sich an chronisch kranke Patienten. Leider weiß die Mehrheit dieser Patienten nichts über aktuelle Studien und die Möglichkeiten, die sich daraus für sie ergeben können. Hier setzt das Aufklärungsprinzip von Mondosano an und bietet einfach aufbereitete Informationen zu neuen Therapieformen und Forschungsprojekten. Bei...

Kassen-Experten: Demenzkranke öfter ohne Medikamente pflegen

Kassen-Experten: Demenzkranke öfter ohne Medikamente pflegen
© Robert Kneschke - stock.adobe.com

Bei der Pflege demenzkranker Menschen sollten aus Sicht von Experten der Krankenkassen Alternativen zu Medikamenten eine größere Rolle spielen. Es gebe eine Vielzahl anderer Verfahren wie Training von Alltagstätigkeiten, Übungen zum Gestalten von Beziehungen oder körperliche Aktivierung, teilte der Medizinische Dienst der gesetzlichen Kassen in Berlin mit. Dabei müsse man sich im Klaren sein, dass dies personal- und zeitintensiv sei und Folgen für die Personalbemessung und die Besetzung habe.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Depression: Sportliche Aktivitäten lindern Symptome"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Bayern beschließt Corona-Tests für jedermann – Hierfür sollen die Kapazitäten von 20.000 auf 30.000 Tests pro Tag erhöht werden (dpa, 30.06.2020).
  • Bayern beschließt Corona-Tests für jedermann – Hierfür sollen die Kapazitäten von 20.000 auf 30.000 Tests pro Tag erhöht werden (dpa, 30.06.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden