Mittwoch, 11. Dezember 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

03. April 2017 Depression und Verdauungsstörungen

"Wir haben nicht nur ein Gehirn zum Denken, sondern auch ein Bauchhirn", berichtet Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "Unser gesamter Verdauungstrakt ist mit einem Netzwerk aus Hunderten von Millionen von Neuronen ausgestattet. Daher ist es wenig überraschend, dass psychische Erkrankungen oft mit Verdauungsstörungen einhergehen und umgekehrt." Das gilt auch und ganz insbesondere für Patienten mit Depressionen. Im Vorfeld des Weltgesundheitstages am 3. April, der dieses Jahr der Depression gewidmet ist, wies Dr. Mainz darauf hin, dass Verdauungsbeschwerden nicht selten sogar das erste Anzeichen einer sich entwickelnden Depression sind. Wenn die depressive Grunderkrankung nicht erkannt wird, kann es manchmal Jahre dauern, bis eine ursachenorientierte Therapie angeboten wird.
Umgekehrt können Patienten, die jahrelang unter den Schüben einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung leiden, eine Depression mit erschwerenden Konsequenzen für ihre sowieso schon schwierige soziale Situation entwickeln. Antidepressiva können bei ihnen nicht nur die psychische Verfassung aufhellen – sie lindern zudem die Darmbeschwerden.

Darüber hinaus ist bekannt, dass ein Teil der Patienten nach einer überstandenen Darmkrebsoperation mit Depressionen reagiert. Zwar schätzen Darmkrebspatienten laut einer Umfrage des Deutschen Krebsforschungszentrums ihre Lebensqualität nach der Behandlung hoch ein, besonders wenn sie nur geringe körperliche Einschränkungen in Kauf nehmen müssen. Das Gefühls- und Sozialleben der Betroffenen kann aber über Jahre hinweg stark beeinträchtigt bleiben.
 

Quelle: Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands e.V.


Das könnte Sie auch interessieren

Bisher kaum bekannt: Myrrhe spielte eine wichtige Doppelrolle bei Geburt und Tod Jesus Christus

Bisher kaum bekannt: Myrrhe spielte eine wichtige Doppelrolle bei Geburt und Tod Jesus Christus
© Sebastian Kaulitzki - stock.adobe.com

Jetzt in der (Vor-)Weihnachtszeit erhält eine Arzneipflanze wieder besondere Aufmerksamkeit, die nicht nur seit Jahrtausenden bei Gesundheitsbeschwerden eingesetzt wird: Die „mystische Myrrhe“ spielte auch in der religiösen Praxis sehr früh eine wichtige Rolle. Was jeder kennt: Die „Heiligen Drei Könige“ und deren Gaben Myrrhe, Weihrauch und Gold sind der – für Christen entscheidende – allgemein bekannte neutestamentliche Bezug. Aber es gibt noch mehr „Geheimnisse“ rund um die Myrrhe. „Im religiösen Kontext...

Opioid-Abhängigkeit: Notstand in USA ausgerufen

Opioid-Abhängigkeit: Notstand in USA ausgerufen
© Eisenhans / Fotolia.com

Nachdem der amerikanische Präsident Donald Trump aufgrund der massiven Zunahme an Drogentoten den nationalen Notstand bezüglich Opioiden erklärt hat, gibt die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) Entwarnung: In Deutschland sei aktuell kein Gesundheitsnotstand aufgrund von Opioid-Abhängigkeit zu befürchten. Die gesetzlichen Regelungen sowie die vorhandenen Leitlinien zum Einsatz von Opioiden verhinderten in den meisten Fällen die Entwicklung einer Abhängigkeit.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Depression und Verdauungsstörungen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.