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Medizin
28. Oktober 2020

Diabetes mellitus: Schnelleres Mahlzeiten-Insulin näher an der Physiologie

Entgleisungen der postprandialen Glukose (PPG) haben, dies ist unter Diabetologen Commen sense, negative Auswirkungen auf das Outcome. Daher stellt das neu auf dem Markt verfügbare Insulin lispro (Lyumjev®), welches einen schnelleren Wirkeintritt bei einer kürzeren Wirkdauer ermöglicht einen weiteren Schritt in Richtung effizienterer Behandlung durch eine physiologischere Insulinwirkung dar. Prof. Dr. med. Thomas Forst, Mainz, erklärte auf einem Online-Event von Lilly die Vorteile der neuen Formulierung, zudem wurden die Zulassungsstudien vorgestellt.  
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Zwar näherten sich die bisherigen prandialen Analoginsuline wie Humalog® bereits der physiologischen Insulinausschüttung an, erklärt Forst. Dennoch war der Wirkeintritt im Vergleich zur biologischen Insulin-Expression immer noch zu langsam und mit zu langer Wirkdauer.
Dies konnte in der neuen Formulierung von Insulin lispro (Lyumjev®) weiter verbessert werden. Denn in dieser Lösung sind nunmehr Citrat und Treprostinil enthalten. „Citrat erhöht die Gefäßpermeabilität und Treprostinil wirkt als topischer Vasodilatator, der die lokale Absorption erhöht.“ Treprostinil ist, und dies betonte der Diabetologe ausdrücklich, nicht im Plasma nachweisbar. Somit sind keine systemischen Effekte zu erwarten. Vielmehr wirken diese beiden Komponenten lediglich topisch zwischen dem Unterhautfettgewebe, in welches das Insulin s.c. injiziert wird, und den direkt umgebenden Blutgefäßen.

Steilerer Kurvenverlauf macht weniger späte Hypoglykämien

Damit ist Lyumjev® im Vergleich zu seinem Vorgänger Humalog® bei Typ-1-Diabetikern (T1D) 5,6 Minuten früher im Serum nachweisbar und führt in den ersten 15 Minuten zu einer 7,2-mal höheren Insulinexposition. Bei T2D fallen diese Zahlen fast nur wenig geringer aus (5,3 min/6,4-fach). „Auch im Vergleich mit anderen Mahlzeiten-Insulinen wie Fiasp® war der Expositionsanstieg in den ersten 15 Minuten 1,5-fach schneller“, so Forst (1).
Steigt der Insulinspiegel im Blut unter Lyumjev® schneller an, so ist aber auch dessen Abfall rascher. Der sich daraus ergebende steilere, aber engere Kurvenverlauf kommt der natürlichen Insulin-Ausschüttung, welche direkt an die Einnahme der Mahlzeit gekoppelt ist, sehr nahe.
Aus dieser Pharmakokinetik sind die Ergebnisse der beiden Zulassungsstudien PRONTO-T1D und -T2D, jeweils an Diabetikern vom T1D und T2D durchgeführt, ableitbar, welche Prof. Dr. med. Oliver Schnell, München, vorstellte. Darin wurde Lyumjev® gegen Humalog® getestet. „Das primäre Studienziel, nämlich die Nicht-Unterlegenheit bei der HbA1c-Reduktion gegenüber Humalog® wurde erreicht“, konstatiert der Diabetologe. „Allerdings war Lyumjev® dem älteren Insulin lispro bei der Kontrolle der PPG signifikant in beiden Studien überlegen.“ Dabei konnte für beide Insuline ein vergleichbares Sicherheitsprofil dokumentiert werden. In der PRONTO-T1D wurde eine signifikant geringere Anzahl an Hypoglykämien gemessen, die über 4 Stunden nach dem Essen auftraten (2-4).

Reimund Freye

Quelle: Online-Event: Forschung trifft wirkliches Leben – Neuigkeiten von Lilly, 14. Sept. 2020; Veranstalter: Lilly

Literatur:

(1) Heise T et al., Diabetes Obes Metab 2020;22: 1789-98
(2) Blevins T. et al., American Diabetes Association’s 79th Scientific Sessions 2019, San Francisco, CA.
(3) Bode BW et al., ADA 2019; San Francisco, CA.
(4) Bue-Valleskey J et al., ADA 2020; 232-OR


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