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Medizin

10. Dezember 2012 Diabetes und Depressionen treten häufig gemeinsam auf

Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie Diabetes mellitus sind besonders gefährdet, auch Depressionen zu entwickeln. Jeder achte Mensch mit Diabetes leidet an einer Depression, bei jedem fünften Patienten liegt eine erhöhte Depressivität vor. Umgekehrt haben stoffwechselgesunde Menschen mit einer Depression auch ein erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2. Beide Erkrankungen werden jedoch häufig erst spät erkannt. Dies kann den Erfolg einer Diabetestherapie gefährden. Betroffene sollten daher ihren behandelnden Arzt auf ihr Befinden ansprechen und sich behandeln lassen, empfiehlt diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe. Denn eine Therapie kann sowohl die Lebensqualität als auch die Prognose einer Diabeteserkrankung verbessern.

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Vielen Menschen schlagen die derzeit dunklen und trüben Wintertage auf das Gemüt. Bei Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie Diabetes kann jedoch auch eine Depression der Grund für Niedergeschlagenheit sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn Trübsinn und Traurigkeit nicht nur ein paar Tage, sondern Wochen oder sogar Monate andauern. Etwa 6% der Allgemeinbevölkerung sind aktuell an einer Depression erkrankt, etwa 18% erkranken im Laufe ihres Lebens. Menschen mit Diabetes, sowohl junge mit Diabetes Typ 1 als auch ältere mit Diabetes Typ 2, leiden etwa doppelt so häufig darunter. Denn das Leben mit Diabetes ist für viele Betroffene eine psychische Belastung. Psychischer Stress führt bei Menschen mit Diabetes durch eine ständige Aktivierung der Stressachse unter anderem zu Entzündungsprozessen an den kleinen wie großen Gefäßen und erhöht somit das Risiko für Folgeerkrankungen. Außerdem beeinträchtigt Stress die Wirkung des Insulins.
 
„Eine erhöhte Depressivität wie auch klinische Depressionen sind sowohl ein körperliches als auch ein seelisches Problem“, sagt PD Dr. Dipl.-Psych. Bernhard Kulzer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Psychologie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und Geschäftsführer des Forschungsinstituts der Diabetes-Akademie Bad Mergentheim (FIDAM). Depressionen können sich auf eine sehr unterschiedliche Art und Weise äußern. Neben tiefer Niedergeschlagenheit, Mut- und Hoffnungslosigkeit leiden Betroffene häufig auch unter Angstgefühlen sowie Schlafstörungen oder körperlichen Schmerzen. „Um bei Menschen mit Diabetes schlechte Blutzuckerwerte und Folgeerkrankungen zu vermeiden, ist es wichtig, sowohl eine erhöhte Depressivität als auch eine Depression früh zu erkennen und zu behandeln”, betont Dr. Kulzer. Rechtzeitig festgestellt, seien Depressionen gut behandelbar: „Antidepressiva, Verhaltenstherapie oder eine Kombination aus beidem kommen dabei zum Einsatz“, so der Psychologe. In einer Verhaltenstherapie lernen Patienten unter anderem, ihre Erkrankung besser zu akzeptieren und das Selbstmanagement der Diabetes-Therapie zu verbessern.
 
Diabetes-Patienten mit entsprechenden Symptomen sollten sich daher nicht scheuen, mit ihrem Arzt darüber zu sprechen, ob bei ihnen eine Depression vorliegen könnte. Umgekehrt haben Menschen mit einer Depression ein deutlich erhöhtes Risiko, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken. Sie wiederum sollten sich auch auf Diabetes untersuchen lassen. Eine Liste der „Fachpsychologen Diabetes“, die von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) anerkannt sind, können Betroffene im Internet unter www.diabetes-psychologie.de abrufen.

Quelle: diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe


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