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Medizin

02. Oktober 2018 Diabetische Neuropathie: Die unterschätzte Rolle des Vitamin B1-Mangels

Patienten mit Diabetes sind nicht nur häufig von Neuropathien betroffen, sondern auch von einem Mangel an Vitamin B1, welcher Neuropathien fördert. Welcher Zusammenhang besteht? Und wie lässt er sich therapeutisch nutzen?
Bei etwa jedem dritten Patienten mit Diabetes mellitus entwickelt sich eine Neuropathie. Diese ist nicht nur mit unangenehmen Empfindungsstörungen in den Füßen wie Kribbeln, Schmerzen oder Taubheit verbunden, sondern zieht häufig auch schwerwiegende Komplikationen wie das diabetische Fußsyndrom nach sich. Wichtigste kausale Maßnahme gegen die diabetische Neuropathie ist eine gute Diabeteseinstellung. Doch auch eine ausreichende Versorgung mit dem essenziellen „Nervenvitamin“ B1 (Thiamin) spielt im Rahmen einer multikausalen Therapie eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Starke Thiamin-Verluste über die Nieren
Studien wiesen bei Diabetikern einen gravierenden Vitamin B1-Mangel nach: So beobachteten Wissenschaftler um Paul Thornalley von der Universität Warwick, England, dass Patienten mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes gegenüber Stoffwechselgesunden um bis zu 75 % erniedrigte Vitamin B1-Plasmaspiegel aufweisen (1). Als Ursache für den Mangel identifizierten die Forscher eine signifikant gesteigerte Ausscheidung des Vitamins über die Nieren.

Mangel geht an die Nerven
Schon lange ist bekannt, dass ein Vitamin B1-Mangel Neuropathien verursachen oder verstärken kann. Das Vitamin ist Cofaktor zentraler Enzyme des Glukose-Stoffwechsel. Ein Mangel zieht daher massive metabolische Störungen nach sich. Insbesondere die Nerven und das Gehirn reagieren darauf empfindlich mit entsprechenden Funktionsstörungen.

Therapeutische Effekte mit Benfotiamin
Bei der Supplementation ist zu beachten, dass die enterale Resorption von herkömmlichem Vitamin B1 stark begrenzt ist. Zur oralen Behandlung des Vitamin B1-Mangels und dadurch bedingter Neuropathien wird daher die wesentlich besser resorbierbare Vitamin B1-Vorstufe Benfotiamin angewendet. Sie weist gegenüber anderen Thiamin-Salzen eine fünfmal höhere Bioverfügbarkeit auf (2). So kann Benfotiamin einen Mangel zuverlässig ausgleichen, dadurch nervenschädigenden Prozessen entgegenwirken und Neuropathie-Symptome wie Kribbeln, Brennen und Taubheit in den Füßen lindern (3,4). Benfotiamin ist als milgamma® protekt rezeptfrei in Apotheken erhältlich.

Quelle: WÖRWAG Pharma

Literatur:

1) Thornalley PJ et al. Diabetologia 2007. 50: 2164-2170
2) Schreeb K.H. et al. Eur J Clin Phamacol 1997. 52: 319-320
3) Haupt E et al. Int J Clin Pharmacol Ther 2005; 43: 71-77
4) Stracke H et al. Exp Clin Endocrinol Diab 2008; 116: 600-605


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