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Medizin

21. Juni 2017 Diabetologen erwarten von Digitalisierung mehr Zeit und bessere Ergebnisse

Als einer der großen Megatrends neben der demografischen Entwicklung oder der Globalisierung beeinflusst die Digitalisierung unsere Gesellschaft. Für das Gesundheitswesen bietet sie enorme Optimierungspotenziale. Digitale Anwendungen wie Big Data, Apps oder Telemedizin werden in den kommenden Jahren die Medizin verändern. Daher diskutieren medizinische Fachgesellschaften zunehmend über bisherige analoge Definitionen von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität, um über neue digitale Behandlungs-, aber auch Datenschutz- und Datensicherheitsstandards zu entscheiden. Auch die Zukunft einer Patienten-zentrierten Diabetologie liegt in der Aufbereitung von Gesundheitsdaten und ihrer Interpretation. Chancen der Digitalisierung für Patienten mit Diabetes sind unter anderem eine flächendeckende Versorgung von hoher diabetologischer Qualität, Flexibilität und größere Freiheit sowie eine Stärkung der „Sprechenden Medizin“.
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Basistext
Benötigen Menschen mit Diabetes in zehn Jahren noch einen Diabetologen, wenn Algorithmen die Technologie-Produkte steuern, das Wissensmanagement organisieren, über Big Data-Analysen Empfehlungen für Diagnostik und Therapie liefern und sogar zukünftige Krankheitsverläufe prognostizieren können? „Der Diabetologe wird trotz oder auch wegen dieser Entwicklung unersetzbar bleiben“, ist Prof. Heinemann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Diabetes & Technologie (AGDT) der DDG, sicher. „Ärzte, die patientenorientiert arbeiten, werden die Entlastung durch Big Data als digitale Entscheidungshilfen für Diagnostik und Therapie begrüßen und gleichzeitig die Zeit für die Sprechende Medizin als Folge einer immer mehr personalisierten Diabetologie nutzen.“ Die Dateninterpretation aus den verschiedenen Geräten wie Insulinpumpen, Systemen zur kontinuierlichen Glukosemessung und Geräten wie „Wearables“ wird dazu weiter an Bedeutung zunehmen.

Die DDG hat Anfang 2017 die „Task Force Digitalisierung“ gegründet und Handlungsfelder identifiziert, die sie derzeit bearbeitet: „Die Gematik GmbH in Berlin erstellt im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und in Konsequenz des E-Health-Gesetzes die Telematikinfrastruktur, um Praxen, Kliniken, Krankenkassen und Versicherte digital miteinander zu vernetzen“, erklärt Manuel Ickrath, Sprecher der Task Force. „Die DDG hat sich bereits mit der Gematik verständigt und ihre Federführung angemeldet, den medizinischen Standard für die Indikation Diabetologie zu formulieren und vorzugeben.“ Ebenso habe die Task Force Digitalisierung zu einem Runden Tisch mit der Diabetes-Industrie eingeladen, um eine gemeinsame digitale Plattform zu schaffen. Eine weitere Herausforderung ist der Datenschutz, Prof. Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Kongresspräsident und Mediensprecher der DDG, erläutert: „Diabetes ist eine Datenmanagement-Erkrankung. Einerseits müssen sensible Patientendaten geschützt werden, andererseits müssen wir aber auf die Nutzung von Patientendaten für die Zwecke von Forschung und Wissenschaft bestehen, um die Chancen der Big-Data-Analysen für die Diabetologie einsetzen zu können.“ Auch hier arbeite eine Arbeitsgruppe von Diabetologen und Juristen an einer entsprechenden Formulierung.

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft


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