Montag, 25. Mai 2020
Navigation öffnen

Medizin

11. Dezember 2019 Diabetologie: Zuwachs an digitalen Anwendungen erwartet

Diabetologisch tätige Ärzte sind Digitalisierung und Technologie gegenüber aufgeschlossen und gehen davon aus, dass beide der Diabetologie wichtige Impulse geben – das zeigt eine Umfrage unter über 400 Ärzten. Gefragt wurden die Ärzte auch danach, welche neuen Technologien und digitalen Anwendungen heute schon von Patienten genutzt werden und wie sie deren künftige Nutzung einschätzen.
Fast 80% der 422 diabetologisch tätigen Ärzte, die an einer Umfrage im Rahmen des Digitalisierungs- und Technologiereports Diabetes (D.U.T) teilgenommen haben, stehen der Digitalisierung positiv oder sehr positiv gegenüber. Besonders wichtig sind den befragten Ärzten dabei die Themenfelder „Software zur Analyse von Glukosedaten“, „Kompatibilität mit anderen Systemen“ (konkret: die Überwindung von Interoperabilitätsproblemen) und „Systeme zur Unterstützung der Patienten bei Therapieentscheidungen“.
Anzeige:
Aber welche neuen Technologien und digitalen Anwendungen werden schon heute von Patienten genutzt? Und wie schätzen die befragten Ärzte die künftige Nutzung ein? Auch danach wurde in der Umfrage für den D.U.T gefragt.
Fazit: Nach Einschätzung der befragten Ärzte werden neue Technologien und digitale Anwendungen in den nächsten 5 Jahren vermehrt von Patienten genutzt werden:
Eine Auslesesoftware für die Analyse der Blutzucker-/Glukosedaten nutzt derzeit etwa jeder 4. Patient. Die befragten Ärzte erwarten, dass in 5 Jahren ca. jeder 2. Patient mit einer solchen Software arbeiten wird. Ein ganz ähnliches Bild zeigt sich bei der Nutzung von Diabetes-Apps durch die Patienten: Auch hier nutzt derzeit etwa jeder 4. Patient solche Anwendungen, in 5 Jahren wird es nach Einschätzung der Ärzte jeder 2. Patient sein (1).
Telemedizinische Behandlungsformen in der Diabetologie nutzen aktuell nur ungefähr 3% der Patienten. Nach der Prognose der befragten Ärzte wird dieser Anteil auf etwa 20% in 5 Jahren steigen. Auch digitale Schulungsformen werden noch wenig genutzt – von ca. 16% der Patienten. Die befragten Diabetologen gehen davon aus, dass dieser Anteil in den nächsten 5 Jahren auf dann etwa 35% steigen wird. Derzeit gibt es keine explizit digitalen
Schulungskonzepte im Bereich Diabetes, deshalb zählten die Befragten wahrscheinlich auch die Nutzung von Apps oder die Beteiligung von Chats, Blogs etc. zur „digitalen Patientenschulung“ hinzu (1).

Die Umfrage

Erstmals zeigt eine wissenschaftlich geleitete Umfrage, inwieweit digitale Anwendungen in Deutschland schon in der klinischen Praxis angewendet werden und wie Diabetologen gegenüber der Digitalisierung eingestellt sind. Teilgenommen haben 422 Ärzte, die diabetologisch tätig sind. Durchgeführt wurde die Befragung vom Forschungsinstitut der Diabetes-Akademie Bad Mergentheim e. V. (FIDAM) in Zusammenarbeit mit dem Zukunftsboard Digitalisierung der Berlin-Chemie AG und mit Unterstützung des Bundesverbandes Niedergelassener Diabetologen e.V. (BVND) und des Verbandes der niedergelassenen Diabetologen Niedersachsens e.V. (VNDN).

Der Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes

Der erste Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes (D.U.T) ist Anfang 2019 erschienen. Darin beschreiben die Autoren die wichtigsten Fakten und Entwicklungstrends von 10 verschiedenen Aspekten der Digitalisierung und Technologisierung in der Diabetologie. Durch die Beiträge wird deutlich, auf wie vielen und unterschiedlichen Ebenen Digitalisierung und Technologie mittlerweile in die Diabetestherapie eingreifen. Die Artikel sollen helfen, praxistaugliche Lösungen zu finden, die künftig zu einer modernen und patientenorientierten Diabetologie gehören können. Zudem ist die eingehende Analyse der Umfrageergebnisse ein Teil des D.U.T.
Künftig soll der Report mit seiner Kombination aus Umfrageergebnissen und Fachbeiträgen jährlich erscheinen, um Trends abbilden zu können. Die Umfragen für den D.U.T-Report 2020 sind bereits abgeschlossen; teilnehmen konnten wieder diabetologisch tätige Ärzte und erstmals auch Patienten. Außer den bisherigen Partnern hat dieses Mal auch der Bundesverband Klinischer Diabetes-Einrichtungen e. V. (BVKD) die Befragung unterstützt.
Der Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes (D.U.T) erscheint im Kirchheim-Verlag, die Herausgeber sind Prof. Dr. Bernhard Kulzer und Prof. Dr. Lutz Heinemann. Unterstützt wurde der D.U.T von der BERLIN-CHEMIE AG mit ihrem Zukunftsboard Digitalisierung (zd), mit dem das Unternehmen zusammen mit führenden Experten den Digitalisierungsprozess in der Diabetologie aktiv vorantreiben will. Die 9 Mitglieder des Zukunftsboards Digitalisierung bilden zusammen mit weiteren Experten zudem die Jury für den bytes4diabetes-Award, der 2020 zum ersten Mal vergeben wird. Die Auszeichnung der besten Projekte erfolgt auf der DiaTec 2020 in Berlin. Der Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes ist erhältlich über das Unternehmen BERLIN-CHEMIE AG und in digitaler Form auf dut-report.de.

Quelle: Berlin-Chemie

Literatur:

(1) D.U.T – Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes 2019, hrsg. v. Bernhard Kulzer und Lutz Heinemann, 1. Auflage 2019. Verlag Kirchheim, Mainz 2019.


Anzeige:
Fachinformation

Das könnte Sie auch interessieren

Vorsorgekoloskopie gehört zu den effektivsten Maßnahmen in der Medizin

Vorsorgekoloskopie gehört zu den effektivsten Maßnahmen in der Medizin
© Crystal light - stock.adobe.com

Anlässlich des Darmkrebsmonats März ruft die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) dazu auf, die Vorsorgekoloskopie besser zu nutzen. Das von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlte Angebot gehört zu den effektivsten Früherkennungsmaßnahmen, die in der Medizin zu Verfügung stehen: In den ersten 10 Jahren nach Einführung der gesetzliche Darmkrebsfrüherkennung sank die Darmkrebssterblichkeit bei Männern ab 55 Jahren um fast 21 %, bei Frauen dieser Altersgruppe sogar um mehr als 26 %....

Neu aus dem ÄZQ: Patientenleitlinie "Kreuzschmerz"

Neu aus dem ÄZQ: Patientenleitlinie "Kreuzschmerz"
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Bettruhe, Bewegung oder Medikamente – welche Behandlung ist bei Beschwerden im Kreuz die richtige? Was Fachleute derzeit empfehlen, lesen Patientinnen und Patienten in der neuen ÄZQ-Patientenleitlinie "Kreuzschmerz". Jeder kennt Kreuzschmerzen. Oft sind sie harmlos und gehen von alleine weg. Die Schmerzen können aber auch länger andauern oder wiederkehren. Das kann belasten und im Alltag einschränken. Gegen die Schmerzen werden viele Behandlungen angeboten: einige helfen, andere nicht.

Reha-Maßnahme bei Diabetes Typ 2 – so geht‘s

Reha-Maßnahme bei Diabetes Typ 2 – so geht‘s
© Robert Kneschke - stock.adobe.com

Sie wissen nicht, wie Sie am Arbeitsplatz mit Ihrer Diabeteserkrankung umgehen sollen? Sie bekommen Ihren Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c nicht in den Griff oder leiden zusätzlich unter Depressionen? Sie müssten dringend abnehmen, sich mehr bewegen und gesund ernähren? Dann könnte eine medizinische Rehabilitation die richtige Maßnahme für Sie sein. Was bei der Antragstellung zu beachten ist, erklären Experten. 

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Diabetologie: Zuwachs an digitalen Anwendungen erwartet"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Obduktionen zeigen massive Lungenschäden als Todesursache bei COVID-19-Patienten (22.05.2020, JAMA-Publikation einer Studie der Universität Augsburg)
  • Obduktionen zeigen massive Lungenschäden als Todesursache bei COVID-19-Patienten (22.05.2020, JAMA-Publikation einer Studie der Universität Augsburg)

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden