Sonntag, 31. Mai 2020
Navigation öffnen

Medizin

09. April 2020 Diagnostik bei COVID-19: Goldstandard RT-PCR

Die Computertomographie ist eine wertvolle Hilfe bei der Diagnose sowie der Einschätzung des Schwergrads und Verlaufs von COVID-19 und von Pneumonie-assoziierten Komplikationen. Zwingende Voraussetzung für ihren Einsatz ist jedoch die rechtfertigende Indikation.
Anzeige:
Radiologen leisten mit ihren bildgebenden Methoden und minimalinvasiven Verfahren einen wichtigen Beitrag in der Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle von nahezu allen bekannten Krankheitsbildern. Dies gilt auch im Rahmen der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie für die Diagnose und Verlaufskontrolle bei Patienten mit COVID-19. Zu den bildgebenden Verfahren, die hier unterstützen können, zählt neben dem Röntgen-Thorax insbesondere die Computertomographie (CT), allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen und in dem Wissen um die Möglichkeiten und Grenzen dieser Methode.

Nicht ohne rechtfertigende Indikation

Der Schutz der Gesundheit von Patienten und Personal ist von elementarer Bedeutung. Da bei CT und Röntgen ionisierende Strahlung zur Anwendung kommt, ist für deren Einsatz stets eine rechtfertigende Indikation durch einen Radiologen mit der hierfür erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz Voraussetzung. Anders gesagt: Der gesundheitliche Nutzen für den Patienten muss gegenüber dem Strahlenrisiko überwiegen.

Für COVID-19 bedeutet das

Nur bei Verdacht auf eine COVID-19 Infektion aufgrund einer ausgeprägten respiratorischen Symptomatik (z.B. Atemnot), die eine Hospitalisierung erfordert sowie einer negativen RT-PCR kann die Thorax-CT die Diagnose frühzeitig stützen. Prof. Dr. Vogel-Claussen, Vorsitzender der AG Thoraxdiagnostik der DRG: „Für den Einsatz der CT hat sich die rechtfertigende Indikation nicht allein nach dem Schweregrad der Erkrankung, sondern auch nach der klinischen Relevanz für das weitere Versorgungsmanagement des einzelnen Patienten zu richten.“
CT-Untersuchungen bei Verdacht auf COVID-19 sollten als native Dünnschicht-CT mit einem Niedrigdosisprotokoll erfolgen, sofern nicht weitere Differenzialdiagnosen eine Kontrastmittelgabe indizieren. Der radiologische Befund sollte hierbei standardisiert kategorisiert und strukturiert werden. Die AG Thoraxdiagnostik der DRG hat hierzu entsprechende Orientierungshilfen bereitgestellt.

RT-PCR ist diagnostischer Goldstandard

CT-Befunde können Veränderungen beschreiben, die nicht spezifisch sind für die Diagnose von COVID-19, sondern auch bei anderen Viruspneumonien vorkommen. Die CT kann deshalb im interdisziplinären Zusammenhang zur Beurteilung der individuellen Prognose von Patienten beitragen, sollte aber nicht als Screening-Test noch zur Triage bei Patienten mit nicht-schweren oder keinen Symptomen durchgeführt werden. Die wichtigste Aufgabe der CT im Rahmen der COVID-19-Pandemie ist vielmehr die Diagnose von Pneumonie-assoziierten Komplikationen sowie die Bewertung des initialen Krankheitsausmaßes und die Verlaufsbeurteilung. Sie unterstützt damit die klinische Einschätzung von besonders schweren Erkrankungsfällen.

Negative CT-Diagnostik schließt COVID-19 nicht aus

Eine negative CT-Diagnostik schließt COVID-19 nicht aus. Auf der anderen Seite kann eine CT bei negativer initialer PCR die Verdachtsdiagnose stellen, welche dann durch serielle PCR Tests bestätigt werden muss. Prof. Dr. Gerald Antoch, DRG-Präsident: „Bei einem klinisch symptomatischen Patienten, initial negativer PCR und klinischer Konsequenz kann die CT die Diagnose COVID-19 stellen. Wichtig ist nachfolgend die Bestätigung des CT-Befundes durch sequentielle RT-PCRs.“

Der primäre Test für die Diagnose von SARS-CoV-2 ist und bleibt daher die RT-PCR.

Quelle: Deutsche Röntgengesellschaft


Anzeige:
Fachinformation

Das könnte Sie auch interessieren

Vorsorgevollmacht: Auch für Jüngere relevant

Vorsorgevollmacht: Auch für Jüngere relevant
©Maridav - stock.adobe.com

„Im Moment mache ich mir große Sorgen. Aus den Medien habe ich erfahren, dass ein schwerer Verlauf der Covid-19-Erkrankung auch jüngere Menschen ohne Vorerkrankungen treffen kann. Schutzmaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschenund Abstandhalten setze ich alle um. Aber wie regele ich meine Angelegenheiten, falls ich doch erkranke und das so schwer, dass ich meinen Willen nicht mehr äußern kann?“ Martin S., Hannover

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Diagnostik bei COVID-19: Goldstandard RT-PCR "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Trump bricht US-Beziehung zur WHO ab – Weil er die WHO neben China als verantwortlich für die SARS-CoV-2-Pandemie erachtet, hat der US-Präsident den Austritt der USA aus der WHO beschlossen (dpa, 30.05.2020).
  • Trump bricht US-Beziehung zur WHO ab – Weil er die WHO neben China als verantwortlich für die SARS-CoV-2-Pandemie erachtet, hat der US-Präsident den Austritt der USA aus der WHO beschlossen (dpa, 30.05.2020).

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden